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Copilot vs. ChatGPT: zweimal OpenAI, zwei sehr verschiedene Rechnungen

Wer Copilot und ChatGPT gegeneinander stellt, vergleicht seit diesem Sommer nur noch am Rand zwei Modelle. Microsoft führt OpenAI inzwischen als eigenen Subprozessor, die GPT-Technik steckt also auf beiden Seiten. Was übrig bleibt, sind Lizenzlogik, Verarbeitungsort, Verbrauchsabrechnung und die Frage, wer euch die Rechnung schreibt.

Nahaufnahme einer Serverreihe im Rechenzentrum mit nummerierten Einschüben und grünen Statusleuchten

Die Entscheidung zwischen Copilot und ChatGPT fällt im Rechenzentrum und im Vertrag, lange bevor jemand ein Chatfenster öffnet. Foto: panumas nikhomkhai auf Pexels

Copilot gegen ChatGPT, kurz zusammengezogen: Microsoft Copilot ist ein Aufsatz auf eure Microsoft-365-Lizenz und kostet Stand 27. August 2026 als Enterprise-Add-on 26,00 Euro je Benutzer und Monat im Jahresabo, für Firmen bis 300 Nutzer bis Ende September 15,60 Euro statt regulär 18,20 Euro. ChatGPT Business ist ein eigenständiger Arbeitsbereich ab zwei Sitzplätzen und liegt bei 20 US-Dollar im Jahresabo, seit dem 25. August gibt es zusätzlich einen Premium-Sitz für 100 US-Dollar. Die Modellfrage hat sich weitgehend erledigt: Microsoft hat OpenAI am 23. Juni 2026 auf die eigene Subprozessorenliste gesetzt, seit dem 24. Juli sind OpenAI-betriebene Modelle bei berechtigten Geschäftskunden für alle Nutzer aktiv, solange niemand sie abschaltet. Praktisch entscheiden drei andere Dinge: ob euer Wert aus dem Zugriff auf eigene Dokumente entsteht, ob europäische Datenhaltung eine belegbare Anforderung ist, und wie stark eure Leute die verbrauchsabhängigen Funktionen nutzen. Copilot spielt seine Stärke im Microsoft-Bestand aus, ChatGPT Business im freien Arbeiten mit Text, eigenen GPTs und Automatisierungen.

Der Vergleich hat im Juli 2026 seine Grundlage verloren

Jahrelang ließ sich die Sache in einem Satz erklären: Copilot ist OpenAI im Microsoft-Gewand, ChatGPT ist OpenAI direkt. Diese Erzählung stimmt seit dem Sommer 2026 in beide Richtungen nicht mehr sauber.

Microsoft hat OpenAI am 23. Juni 2026 auf die Liste der Subprozessoren für die eigenen Online-Dienste gesetzt. Seit dem 9. Juli 2026 lassen sich in Copilot Modelle nutzen, die OpenAI selbst betreibt, zusätzlich zu den GPT-Modellen, die Microsoft als Azure OpenAI im eigenen Haus fährt. Für Unternehmen ist das eine juristische Verschiebung mit praktischen Folgen: Die Microsoft-Produktbedingungen und das Microsoft-Datenschutz-Addendum gelten weiter, die Verarbeitung passiert aber auf OpenAI-Infrastruktur.

Der Punkt, den kaum ein deutscher Ratgeber nennt: Seit dem 24. Juli 2026 sind diese OpenAI-betriebenen Modelle bei berechtigten Geschäftskunden für alle Nutzer freigeschaltet, solange ein Administrator im Microsoft-365-Admin-Center nicht ausdrücklich „Keine Benutzer” auswählt. Wer den Schalter nie angefasst hat, arbeitet also mit der Voreinstellung, ohne es zu wissen.

Auf der anderen Seite ist Copilot längst kein reines OpenAI-Produkt mehr. In Word, Excel und PowerPoint kann Copilot Anthropic-Modelle verwenden, und auch dort ist die Voreinstellung bemerkenswert: Für Mandanten aus EU, EFTA und Großbritannien, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, steht dieser Schalter auf Ein. Wie sich Claude im direkten Zweiervergleich gegen Copilot schlägt, haben wir im Vergleich von Claude und Microsoft Copilot auseinandergenommen.

Dazu kommt eine Namensänderung, die in Angeboten und Ratgebern noch Monate für Verwirrung sorgen wird. Microsoft schreibt in der eigenen Dokumentation: Microsoft 365 Copilot heißt jetzt Microsoft Copilot, Microsoft 365 Copilot Chat heißt jetzt Microsoft Copilot Chat. Lizenzbezeichnungen und Oberflächen tragen während der Übergangszeit teilweise noch die alten Namen, an Sicherheit und Datenschutz ändert sich nichts.

Was das konkret bedeutet: Die Frage „Welches Modell steckt drin?” taugt 2026 nicht mehr als Auswahlkriterium, weil beide Anbieter mehrere Modelle mehrerer Häuser ausliefern und die Zuordnung sich quartalsweise verschiebt. Belastbar sind die Dinge, die im Vertrag und in der Rechnung stehen. Genau die schauen wir uns jetzt an.

Ein Add-on und ein eigener Arbeitsplatz

Der wichtigste Unterschied steht in keiner Funktionsliste, weil er in der Bestellstrecke sitzt.

Copilot bekommt ihr nicht allein. Microsoft schreibt auf beiden deutschen Preisseiten denselben Satz: Für den Erwerb ist die separate Lizenz eines berechtigenden Microsoft-365-Plans erforderlich. Ohne Grundlizenz gibt es das Produkt nicht. Copilot Business richtet sich zusätzlich an bestehende Microsoft-365-Kunden mit bis zu 300 Benutzern. Eure Copilot-Rechnung ist damit immer eine zweite Zeile unter einer ersten.

ChatGPT Business steht für sich. Der Plan ist ab zwei Nutzern im Selbstbedienungsverfahren buchbar und reicht bis 149 Nutzer, darüber führt der Weg zu Enterprise. Er hängt an keiner Office-Suite. Ob euer Betrieb auf Microsoft 365, auf Google Workspace oder auf einer Branchenlösung läuft, ändert an dieser Rechnung nichts. Die Details zu den Plänen stehen im Vergleich von ChatGPT Business und Enterprise und im ChatGPT-Hub für Unternehmen.

Aus dieser Bauform folgt der eigentliche inhaltliche Unterschied. Copilot holt seinen Wert aus Microsoft Graph, also aus euren Mails, Kalendern, Chats, Teams-Besprechungen und SharePoint-Dokumenten. Es antwortet ausschließlich auf Inhalten, für die der jeweilige Nutzer mindestens Leserechte hat. Das ist der Grund, warum Copilot in Häusern mit gepflegten Berechtigungen glänzt und in Häusern mit historisch gewachsenen SharePoint-Freigaben unangenehme Überraschungen produziert. ChatGPT Business kennt eure Ablage nicht, es sei denn, ihr ladet Inhalte hoch oder baut die Anbindung selbst.

Die Preise, Stand 27. August 2026

Alle folgenden Werte stammen von den Anbieterseiten am 27. August 2026. Microsoft weist deutsche Preise zuzüglich Mehrwertsteuer aus, OpenAI rechnet in US-Dollar ohne Steuern.

ProduktJährliche AbrechnungMonatliche AbrechnungVoraussetzung
Microsoft Copilot (Enterprise-Add-on)26,00 € je Benutzer/Monat27,30 € je Benutzer/MonatBerechtigender Microsoft-365-Plan erforderlich
Copilot Business (Add-on)15,60 € statt regulär 18,20 €21,84 € je Benutzer/MonatAktion 01.07. bis 30.09.2026, Jahresabo, erstes Jahr, bis 300 Nutzer
Business Standard plus Copilot Business20,36 € je Benutzer/Monat24,43 € je Benutzer/MonatGebündeltes Angebot inklusive Office-Apps
Business Premium plus Copilot Business27,73 € je Benutzer/Monat33,28 € je Benutzer/MonatGebündeltes Angebot inklusive Intune und Defender
Microsoft Copilot Chat0 €0 €Berechtigendes Microsoft-365-Abo plus Entra-Konto
ChatGPT Business, Standardsitz20 $ je Nutzer/Monat25 $ je Nutzer/MonatAb zwei Nutzern, bis 149 Nutzer
ChatGPT Business, Premium-Sitz100 $ je Nutzer/Monat125 $ je Nutzer/MonatFünffaches Nutzungsvolumen, ohne Fünf-Stunden-Limit
ChatGPT Enterprisekein öffentlicher ListenpreisNur über den Vertrieb

Zwei Zeilen davon verdienen einen zweiten Blick.

Die erste ist der Aktionspreis für Copilot Business. Der Rabatt läuft vom 1. Juli bis zum 30. September 2026, gilt nur für Jahresabonnements und nur im ersten Jahr. Wer im September unterschreibt, kalkuliert also mit 15,60 Euro und zahlt ab dem zweiten Jahr 18,20 Euro, was auf zehn Sitzplätze gerechnet 312 Euro Mehrkosten im Jahr sind. Lasst euch die Verlängerungskondition vor der Unterschrift schriftlich geben. Ein Vorgeschmack darauf, wie Microsoft mit Preisen umgeht, steht in unserer Analyse zur Microsoft-365-Preiserhöhung im Juli 2026.

Die zweite ist der Premium-Sitz bei ChatGPT Business. OpenAI hat ihn am 10. August 2026 angekündigt und seit dem 25. August ausgerollt. Er kostet das Fünffache des Standardsitzes, liefert das fünffache Nutzungsvolumen und hebt das Fünf-Stunden-Limit auf, an dem sich Vielnutzer bisher gestoßen haben. Warum dieses Limit für Firmen ein Planungsproblem war, hat Florian in seiner Kolumne zum Stundenlimit und der Planbarkeit aufgeschrieben.

Was das konkret bedeutet: Rechnet Copilot nie isoliert. Der belastbare Vergleich lautet Microsoft-365-Lizenz plus Copilot gegen Microsoft-365-Lizenz plus ChatGPT-Sitz. Bei einem Haus, das ohnehin auf Business Premium sitzt, kostet Copilot im gebündelten Angebot 27,73 Euro und deckt damit die Office-Lizenz mit ab. Ein ChatGPT-Sitz kommt zur Office-Lizenz obendrauf. Bei einem Haus, das Microsoft 365 nur für Mail und Kalender hält, dreht sich das Ergebnis.

Beide rechnen Verbrauch ab, nur unterschiedlich sichtbar

Der Sitzpreis ist in beiden Welten die halbe Wahrheit. Was darüber hinausgeht, läuft über Verbrauchseinheiten.

Bei Microsoft heißen sie Copilot Credits. Agenten aus Copilot Studio werden darüber abgerechnet, entweder nach tatsächlichem Verbrauch zu 0,01 US-Dollar je Credit oder über vorausbezahlte Pakete zu 200 US-Dollar für 25.000 Credits im Monat. Wer Agenten baut, verlässt damit die planbare Sitzplatzwelt und landet in einer Kostenstruktur, die eher an Cloud-Abrechnung erinnert.

Bei OpenAI heißen sie schlicht Credits, und die Preisliste für Business und Enterprise ist öffentlich: eine Deep-Research-Aufgabe kostet 50 Credits, eine Nachricht an ein Thinking-Modell 10 Credits, eine Bildgenerierung 5 Credits, eine Minute Sprachnutzung ebenfalls 5 Credits. Einen öffentlichen Geldwert je Credit nennt OpenAI in diesen Hilfeartikeln allerdings nicht.

Was das konkret bedeutet: Microsoft veröffentlicht den Credit-Preis, versteckt aber, wie viele Credits eine typische Agentenaufgabe frisst. OpenAI veröffentlicht den Verbrauch je Aufgabe, aber nicht den Preis je Credit. In beiden Angeboten fehlt also genau die Hälfte, die ihr für ein Jahresbudget braucht. Fordert die fehlende Hälfte schriftlich an, bevor ihr unterschreibt. Wer nur mit dem Sitzpreis kalkuliert, unterschätzt die Rechnung im ersten Agentenjahr regelmäßig.

Wo eure Prompts verarbeitet werden

Hier liegt der Unterschied, der eine Entscheidung tatsächlich kippen kann, und hier ist die Faktenlage auf beiden Seiten unbequemer, als die Marketingseiten vermuten lassen.

Microsoft-Seite. Copilot ist für EU-Kunden ein Dienst innerhalb der EU-Datengrenze, EU-Verkehr bleibt grundsätzlich dort. Microsoft schreibt außerdem klar, dass Eingaben, Antworten und über Microsoft Graph abgerufene Daten nicht zum Training der zugrunde liegenden Sprachmodelle verwendet werden. Von dieser Zusage gibt es zwei dokumentierte Ausnahmen, und beide sind Voreinstellungen, keine Sonderfälle.

Die erste sind die Anthropic-Modelle. Werden sie in Word, Excel oder PowerPoint genutzt, findet die Verarbeitung außerhalb der EU-Datengrenze statt. Für EU-, EFTA- und UK-Mandanten, die nach dem 25. März 2026 entstanden sind, ist der Schalter voreingestellt auf Ein.

Die zweite heißt Flex Routing. Microsoft beschreibt sie so, dass die Modellausführung bei Lastspitzen außerhalb der EU-Datengrenze passieren darf, konkret in den USA, in Kanada oder in Australien. Ruhende Daten bleiben in der EU, abgesehen von begrenzten pseudonymisierten Daten für Sicherheit und Betrieb. Auch hier gilt: eingeschaltet bei berechtigten Mandanten, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden.

Flex routing is on by default for eligible tenants that were created after March 25, 2026.

— Microsoft Learn, „Flex routing (EU and EFTA)”, Dokumentenstand 18.08.2026

Beides lässt sich abschalten. Zuständig ist eine Person mit der Rolle AI Administrator, der Weg führt im Microsoft-365-Admin-Center über Copilot, Einstellungen und Alle anzeigen. Wer die Einstellung auf „Flex Routing nicht zulassen” setzt, bekommt die Modellausführung auch bei Lastspitzen innerhalb der EU-Datengrenze, laut Microsoft ohne Einschränkung der übrigen Zusagen.

Ein dritter Punkt betrifft ausgerechnet die neuen OpenAI-betriebenen Modelle. Microsoft listet für sie ausdrückliche Ausschlüsse: Sie sind von Zusagen zur Verarbeitung im eigenen Land ausgenommen, sie sind nicht FedRAMP-High-zertifiziert, und für sie liegen weder eine PCI-DSS-Konformitätsbescheinigung noch ein HITRUST-Zertifikat noch ein SOC-1-Typ-2-Bericht vor. Wenn eure Wirtschaftsprüfung solche Nachweise einsammelt, gehört dieser Absatz in die Prüfliste.

OpenAI-Seite. Vertragspartner für Kunden aus dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz ist OpenAI Ireland Ltd. in Dublin, auf der ersten Ebene liegt damit keine Drittlandübermittlung vor. Auf Business-, Enterprise- und API-Daten wird standardmäßig nicht trainiert. Europäische Datenresidenz existiert seit dem 16. Januar 2026 sogar für die Modellausführung selbst, sie ist aber an ChatGPT Enterprise, Edu, Healthcare und geeignete API-Projekte gebunden. ChatGPT Business taucht in keiner dieser Aufzählungen auf, und die Residenz lässt sich nur beim Anlegen eines neuen Arbeitsbereichs setzen. Was das für die Dokumentation bedeutet, steht im Detail in unserem Leitfaden zu ChatGPT und der DSGVO.

Damit lässt sich der Datenschutzvergleich auf einen Satz eindampfen. Braucht ihr europäische Datenhaltung schriftlich, kommt ihr bei OpenAI erst ab Enterprise in die Nähe, während ihr bei Microsoft schon im Business-Add-on dort seid, allerdings nur nach dem Umlegen von zwei Schaltern, die auf Ein stehen.

Funktionsumfang: der Unterschied liegt im Zugriff

Beide Werkzeuge schreiben Text, fassen zusammen, erzeugen Bilder und arbeiten in Tabellen. Interessant wird es an den Rändern.

Copilot sitzt in der Anwendung, in der eure Leute ohnehin arbeiten. Es formuliert die Outlook-Antwort im Kontext des Mailverlaufs, fasst die Teams-Besprechung zusammen, an der jemand nicht teilnehmen konnte, und findet die Passage im SharePoint-Dokument, dessen Namen niemand mehr weiß. Der Wert entsteht aus dem Zugriff auf Bestandsdaten, nicht aus der Modellqualität. Purview greift auf die gespeicherten Interaktionen zu, Aufbewahrungsrichtlinien lassen sich darüber setzen, und Nutzer können ihren Copilot-Verlauf im eigenen Kontoportal löschen.

ChatGPT Business punktet dort, wo Arbeit vom Bestand weg entsteht. Eigene GPTs für wiederkehrende Aufgaben, Projekte mit hochgeladener Wissensbasis, Deep Research über offene Quellen, Codex für die Entwicklung, dazu die Anbindung an eure Systeme über die API. Der Preis dafür ist Verwaltungsaufwand: Der Business-Plan bringt SSO über SAML, Mehr-Faktor-Anmeldung und vier Rollen mit, aber kein SCIM und keine Synchronisierung von Verzeichnisgruppen. Konten werden von Hand angelegt und von Hand entzogen, was ab etwa fünfzig Zugängen zum Sicherheitsthema wird.

Einen Punkt sollte man nicht übersehen, weil er Budget spart: Microsoft Copilot Chat kostet nichts. Wer ein berechtigendes Microsoft-365-Abo und ein Entra-Konto hat, bekommt den Chat ohne zusätzliche Lizenz. Für Abteilungen, die vor allem freien Chat brauchen und selten an eigenen Dokumenten arbeiten, ist das oft die passende erste Stufe, bevor irgendjemand 26 Euro je Kopf freigibt. Den breiteren Blick über mehrere Anbieter hinweg liefert unser Vergleich der KI-Assistenten für den Mittelstand, das Gegenstück mit Google steht im Praxisvergleich von ChatGPT und Gemini.

Welches Werkzeug zu welchem Betrieb passt

Nach rund zwei Dutzend Einführungen in Hamburger und norddeutschen Betrieben fällt die Entscheidung fast immer an denselben drei Stellen.

Copilot passt, wenn euer Betrieb tief in Microsoft 365 steckt, die Berechtigungen in SharePoint gepflegt sind und der Nutzen aus dem Zugriff auf vorhandene Dokumente, Mails und Besprechungen entsteht. Typisch sind Häuser mit vielen Wissensträgern, viel interner Kommunikation und einer IT, die Admin-Center und Purview ohnehin bedient. Die Rechnung wird dann berechenbar, weil sie neben der Lizenz steht, die ihr sowieso zahlt.

ChatGPT Business passt, wenn viel Text entsteht, der nicht aus eurem Bestand kommt: Angebote, Marketing, Recherche, Dokumentation, Entwicklung. Auch wenn ihr eigene GPTs oder Automatisierungen bauen wollt, ohne durch Copilot Studio und dessen Credit-Abrechnung zu gehen. Und wenn eure Office-Welt gar nicht Microsoft ist, erübrigt sich der Vergleich ohnehin.

Beides passt, wenn ihr eine breite Belegschaft mit gelegentlichem Bedarf habt und eine kleine Gruppe mit hoher Last. Dann trägt Copilot Chat kostenlos die Breite, ein Dutzend ChatGPT-Business-Sitze bedient die Intensivnutzer, und Copilot-Vollsitze bekommt nur, wer nachweislich täglich an Dokumenten arbeitet. Diese Staffelung kostet in der Regel deutlich weniger als eine Vollausstattung mit einem einzigen Werkzeug.

Was in fast jeder Kalkulation fehlt, ist die Zählübung davor. Wie viele eurer Leute nutzen ein solches Werkzeug wirklich täglich, und wie viele haben es seit dem Rollout dreimal geöffnet? Diese Zahl entscheidet den Vergleich stärker als jeder Feature-Katalog, und sie steht in den Nutzungsberichten beider Anbieter.

Das Wichtigste in zwei Sätzen: Copilot und ChatGPT unterscheiden sich 2026 kaum noch im Modell, weil Microsoft OpenAI seit dem 23. Juni als Subprozessor führt und OpenAI-betriebene Modelle seit dem 24. Juli bei berechtigten Geschäftskunden voreingestellt aktiv sind. Entschieden wird an der Lizenzlogik (Add-on auf Microsoft 365 gegen eigenständiges Abo ab zwei Sitzen), an der Verbrauchsabrechnung, die beide Anbieter jeweils zur Hälfte offenlegen, und am Verarbeitungsort, wo Flex Routing und Anthropic-Modelle bei Copilot zwei voreingestellte Ausnahmen von der EU-Datengrenze bilden, während OpenAI europäische Residenz erst ab Enterprise anbietet.

Wenn ihr heute eine halbe Stunde investieren wollt, dann in diese vier Punkte. Öffnet zuerst das Microsoft-365-Admin-Center und schaut unter Copilot, Einstellungen, Alle anzeigen nach, wie bei euch die drei Voreinstellungen stehen: OpenAI als Subprozessor, Anthropic-Modelle in den Office-Apps und Flex Routing. Klärt danach mit eurer Datenschutzbeauftragten, ob die Verarbeitung außerhalb der EU-Datengrenze in eurer Folgenabschätzung überhaupt abgebildet ist. Zählt drittens, wie viele Menschen ein solches Werkzeug wirklich täglich öffnen, getrennt nach Dokumentenarbeit und freiem Text. Und holt euch viertens die beiden fehlenden Zahlen schriftlich: von Microsoft den typischen Credit-Verbrauch je Agentenaufgabe, von OpenAI den Geldwert je Credit. Wenn ihr die Rechnung für euer Team gegenrechnen wollt, hilft der ChatGPT-Kostenrechner, und tagesaktuelle Modellwerte stehen im KI-Leaderboard. Falls ihr die Entscheidung lieber mit jemandem durchgeht, der beide Wege schon aufgesetzt hat: Schreibt uns kurz, was ihr heute nutzt und wie viele Leute betroffen sind, dann rechnen wir die Varianten gegeneinander.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Microsoft Copilot und ChatGPT?

Microsoft Copilot ist ein Add-on auf eine bestehende Microsoft-365-Lizenz und arbeitet in Word, Excel, Outlook und Teams auf euren Firmendaten aus Microsoft Graph. ChatGPT Business ist ein eigenständiges Abo ab zwei Sitzplätzen, das unabhängig von eurer Office-Suite läuft. Modellseitig nähern sich beide an, denn Microsoft führt OpenAI seit dem 23. Juni 2026 als eigenen Subprozessor und liefert OpenAI-betriebene Modelle in Copilot aus. Der belastbare Unterschied liegt in Lizenzlogik, Vertragspartner, Verarbeitungsort und Funktionsumfang.

Was kosten Microsoft Copilot und ChatGPT Business pro Nutzer?

Stand 27. August 2026 kostet Microsoft Copilot als Enterprise-Add-on 26,00 Euro je Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung und 27,30 Euro bei monatlicher Zahlung, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer und zuzüglich der Microsoft-365-Grundlizenz. Copilot Business für Firmen bis 300 Nutzer steht regulär bei 18,20 Euro und läuft bis zum 30. September 2026 zum Aktionspreis von 15,60 Euro im ersten Jahr. Ein ChatGPT-Business-Standardsitz kostet 20 US-Dollar im Jahresabo und 25 US-Dollar bei monatlicher Zahlung, ein Premium-Sitz 100 beziehungsweise 125 US-Dollar.

Steckt in Microsoft Copilot wirklich OpenAI-Technik?

Ja, in zwei Varianten. Klassisch laufen die GPT-Modelle als von Microsoft betriebene Azure-OpenAI-Instanzen. Seit dem 9. Juli 2026 kommen zusätzlich Modelle dazu, die OpenAI selbst betreibt und für die OpenAI als Microsoft-Subprozessor auftritt. Seit dem 24. Juli 2026 sind diese OpenAI-betriebenen Modelle bei berechtigten Geschäftskunden für alle Nutzer freigeschaltet, solange ein Administrator sie nicht ausdrücklich abschaltet. Parallel dazu kann Copilot in Word, Excel und PowerPoint Anthropic-Modelle nutzen.

Wo werden unsere Prompts verarbeitet, wenn wir in der EU sitzen?

Bei Microsoft Copilot bleibt EU-Verkehr grundsätzlich in der EU-Datengrenze, mit zwei dokumentierten Ausnahmen: Anthropic-Modelle liegen außerhalb dieser Grenze, und die Einstellung Flex Routing erlaubt bei Lastspitzen eine Modellausführung in den USA, in Kanada oder in Australien. Flex Routing ist bei berechtigten Mandanten, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, standardmäßig eingeschaltet. Bei OpenAI gibt es europäische Datenresidenz nur für ChatGPT Enterprise, Edu, Healthcare und geeignete API-Projekte, der Business-Plan steht in keiner dieser Listen.

Können wir Copilot und ChatGPT parallel betreiben?

Ja, und ab etwa 30 Mitarbeitenden ist das oft die günstigere Variante. Copilot deckt die Breite in Outlook, Teams und SharePoint ab, wo der Wert aus dem Zugriff auf eure eigenen Dokumente entsteht. Ein kleiner ChatGPT-Business-Arbeitsbereich bedient die Gruppen mit hoher Textlast, eigenen GPTs oder Automatisierungen. Wichtig ist eine schriftliche Zuordnung, welche Aufgabe in welchem Werkzeug erledigt wird, damit ihr nicht zwei Sitzplätze für dieselbe Tätigkeit bezahlt.

Quellen & Referenzen

  • Microsoft Learn: OpenAI als Subprozessor in Microsoft Online Services, Aufnahme am 23.06.2026, Verfügbarkeit ab 09.07.2026, Voreinstellung für alle Nutzer seit 24.07.2026 sowie die Ausschlüsse zu FedRAMP, PCI, HITRUST und SOC 1. learn.microsoft.com
  • Microsoft Learn: Flex Routing für EU und EFTA, Voreinstellung Ein für Mandanten nach dem 25.03.2026, Modellausführung in den USA, Kanada oder Australien bei Lastspitzen. learn.microsoft.com
  • Microsoft Learn: Copilot in Microsoft-365-Apps mit Anthropic-Modellen, Verarbeitung außerhalb der EU-Datengrenze, Voreinstellung und Admin-Weg. learn.microsoft.com
  • Microsoft Learn: Daten, Datenschutz und Sicherheit für Microsoft Copilot, Umbenennung, kein Training auf Kundendaten, EU-Datengrenze. learn.microsoft.com
  • Microsoft: deutsche Preisseite für Copilot Business und die gebündelten Business-Angebote, abgerufen am 27.08.2026. microsoft.com
  • Microsoft: deutsche Preisseite für Microsoft Copilot im Enterprise-Umfeld inklusive kostenfreiem Copilot Chat, abgerufen am 27.08.2026. microsoft.com
  • Microsoft Learn: verbrauchsbasierte Abrechnung mit Copilot Credits, Pay-as-you-go zu 0,01 US-Dollar je Credit und Pakete zu 200 US-Dollar für 25.000 Credits. learn.microsoft.com
  • OpenAI: Preisseite für ChatGPT Business mit Standard- und Premium-Sitz sowie Mindestnutzerzahl, abgerufen am 27.08.2026. openai.com
  • OpenAI: Ankündigung der Premium-Sitze für ChatGPT Business vom 10.08.2026, fünffaches Nutzungsvolumen und Aufhebung des Fünf-Stunden-Limits. openai.com
  • OpenAI: Übersicht zu Unternehmensdaten, Trainingsausschluss und Datenresidenz in Europa nach Plan. openai.com
  • OpenAI Hilfe-Center: flexible Preisgestaltung für Enterprise-, Edu- und Business-Pläne mit dem Credit-Verbrauch je Aufgabentyp. help.openai.com
  • OpenAI Hilfe-Center: SSO-FAQ für ChatGPT Business, Belegstelle zum fehlenden SCIM und zur Gruppen-Synchronisierung. help.openai.com
Arno Hoffrichter, Chief Technology Officer, Collective Brain
Chief Technology Officer, Collective Brain GmbH · Hamburg

CTO bei Collective Brain. Verantwortlich für die technische Umsetzung von Web-Projekten und SEO-Architektur.