Die Frage kommt fast immer in derselben Form: Reicht uns der günstige Team-Tarif, oder müssen wir in den Enterprise-Vertrag? Zwei Dinge machen sie schwer zu beantworten. Den Team-Tarif gibt es unter diesem Namen seit fast einem Jahr nicht mehr, und der eigentliche Unterschied zwischen den verbliebenen Plänen hängt kaum an der Mitarbeiterzahl. Er hängt an drei Schwellen, die in der Dokumentation stehen und die du in einer Stunde für dein Unternehmen durchprüfen kannst.

Für den Nutzer sieht jeder Plan gleich aus. Der Unterschied liegt in der Verwaltung dahinter. Foto: Matheus Bertelli auf Pexels
Der Plan, den du suchst, heißt seit August 2025 anders
Wer heute nach einem Vergleich von ChatGPT Team und Enterprise sucht, sucht nach einem Produktnamen, den OpenAI selbst nicht mehr verwendet. Zum 29. August 2025 wurde der Tarif in ChatGPT Business umbenannt. Die eigens dafür angelegte Hilfe-Seite ist an dem Punkt unmissverständlich und nennt den Vorgang eine reine Namensänderung, ohne Auswirkung auf Funktionen, Preise, Nutzungslimits oder Sicherheit.
Das klingt nach einer Fußnote, verursacht in der Praxis aber echten Schaden. Ein großer Teil der deutschsprachigen Ratgeber, die im Suchergebnis oben stehen, beschreibt weiter einen Team-Plan mit Zahlen aus 2024. Wer danach ein Budget baut, kalkuliert mit einem Produktstand, den es so nicht mehr gibt. Und weil OpenAI im selben Zeitraum das Abrechnungsmodell umgestellt hat, ist der Fehler nicht kosmetisch.
Halte für die interne Diskussion also fest: Es gibt zwei Geschäftskundenpläne. Business ist der selbst buchbare, Enterprise der über den Vertrieb verhandelte. Alles, was du über den alten Team-Tarif weißt, gilt weiterhin für Business.
Was ChatGPT Business kostet und wo seine Grenze verläuft
Auf der Business-Preisseite nennt OpenAI 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, 25 US-Dollar bei monatlicher Zahlung, buchbar ab zwei Nutzern. Der Plan richtet sich an Arbeitsbereiche im Bereich von zwei bis 149 Nutzern, oberhalb davon führt der Weg zu Enterprise.
Enthalten sind die Dinge, an denen die IT üblicherweise zuerst hängt: Single Sign-on über SAML, Mehrfaktor-Authentifizierung, Domain-Verifizierung und ein Rollenmodell aus Member, Admin und Owner. Das ist mehr, als viele Entscheider erwarten, und es entwertet das häufigste Argument für einen Enterprise-Vertrag. Single Sign-on allein ist seit dem Rebrand kein Grund mehr, in die Verhandlung zu gehen.
Zwei Einschränkungen gehören trotzdem in jede Betrachtung. Die Business-Variante von SSO lässt sich zwar selbst einrichten, deckt aber nur ChatGPT ab. Enterprise und Edu können optional auch die Entwicklerplattform unter platform.openai.com in dieselbe Anmeldung einbeziehen. Wenn dein Entwicklungsteam dort eigene Projekte betreibt, bleibt dieser Bereich unter Business außerhalb deiner zentralen Anmeldung.
SSO hast du schon, SCIM nicht
Der schärfste Trennstrich zwischen den Plänen steht in der SSO-FAQ für ChatGPT Business, und er ist ein Satz lang: Auf dem Business-Plan gibt es kein SCIM und keine Synchronisierung von AD-Gruppen. Nutzerkonten werden dort von Hand angelegt und von Hand entzogen.
Für ein Unternehmen mit zwölf Zugängen ist das eine Fleißaufgabe. Ab etwa fünfzig Zugängen wird daraus ein Sicherheitsthema, weil der Moment zählt, in dem jemand das Unternehmen verlässt. Ohne SCIM überlebt der ChatGPT-Zugang die Deaktivierung im Verzeichnisdienst so lange, bis ein Mensch daran denkt. Genau diese Lücke prüfen Auditoren zuerst, und sie ist der Grund, warum die Frage nach Enterprise in der Praxis meistens aus der IT-Sicherheit kommt und nicht aus dem Fachbereich.
No SCIM / AD group sync on the Business plan.
— OpenAI Help Center, SSO for ChatGPT Business FAQ
Prüf das an einer einzigen Zahl: Wie viele Personen haben dein Unternehmen in den letzten zwölf Monaten verlassen, und wie lange blieb deren Zugang im Schnitt bestehen? Liegt die Antwort im Bereich von Tagen, ist manuelle Verwaltung tragbar. Liegt sie bei Wochen oder kennt niemand sie, hast du dein Argument für Enterprise gefunden, unabhängig von der Kopfzahl.
Was Enterprise darüber hinaus liefert
Neben SCIM sind zwei weitere Bereiche belegbar an Enterprise und Edu gebunden.
Der erste ist die Compliance-Plattform. Sie besteht aus einer Compliance-Logs-Plattform für unveränderliche, nur anfügbare Log-Ereignisse und einer zustandsbehafteten Compliance-API für Abfragen zum Zeitpunkt der Anfrage. Protokolliert werden unter anderem Administrationsvorgänge, Anmeldungen und Codex-Nutzung, und die Daten lassen sich an vorhandene Systeme für eDiscovery, Data Loss Prevention oder ins SIEM anbinden. OpenAI listet dafür Integrationspartner wie CrowdStrike, Palo Alto Networks, Varonis, Zscaler und Tenable.
Ein Detail daran wird regelmäßig übersehen und gehört in die Anforderungsliste: Die Compliance-Logs werden 30 Tage vorgehalten. Wer sie länger braucht, und das ist bei handelsrechtlichen oder branchenspezifischen Aufbewahrungspflichten die Regel, muss sie laufend selbst herunterladen und im eigenen Archiv ablegen. Der Enterprise-Vertrag liefert also die Datenquelle, die Aufbewahrung bleibt deine Aufgabe. Plan dafür einen Job ein, bevor der erste Prüfer fragt.
Der zweite Bereich ist die Datenresidenz. Berechtigte Kunden von ChatGPT Enterprise, ChatGPT Edu, ChatGPT für das Gesundheitswesen und der API-Plattform können sensible Kundeninhalte im Ruhezustand in Europa speichern. ChatGPT Business steht in dieser Aufzählung nicht. Für Unternehmen, die Datensouveränität schriftlich zusichern müssen, ist das der zweite harte Grund für Enterprise. Wie weit diese Zusage inhaltlich trägt, welche Funktionen sie ausdrücklich ausnimmt und warum sie nur bei Neuanlage greift, haben wir im Compliance-Artikel zu ChatGPT und der DSGVO im Detail auseinandergenommen.
Was Enterprise kostet, sagt OpenAI öffentlich nicht. Auf den offiziellen Seiten steht kein Listenpreis, der Plan läuft über den Vertrieb. Die Zahlen, die durch die Ratgeber wandern, also rund 60 US-Dollar pro Sitz, etwa 150 Mindestsitze und zwölf Monate Laufzeit, stammen aus Marktberichten und Beschaffungserfahrungen. Sie sind ein brauchbarer Anhaltspunkt für die Budgetplanung, aber keine bestätigte Kondition. Behandle sie im Angebotsvergleich entsprechend und lass dir jede davon schriftlich geben.
Die Rechnung, die kaum jemand aufmacht
Hier liegt die eigentliche Veränderung gegenüber dem alten Team-Tarif, und sie betrifft beide Pläne. Der Sitzpreis deckt den regulären Zugang ab. Die fortgeschrittenen Funktionen laufen darüber hinaus über ein Kontingent, das OpenAI in Credits ausweist.
Die Preisliste für Business und Enterprise beziffert das so: Eine Deep-Research-Aufgabe kostet 50 Credits, eine Nachricht an ein Thinking-Modell 10 Credits, eine Bildgenerierung 5 Credits, eine Minute Sprachnutzung 5 Credits. Codex wird tokenbasiert abgerechnet, laut Rate Card in Credits je Million Token, gültig seit dem 23. April 2026 für neue und bestehende Enterprise-, Edu-, Teachers- und Healthcare-Pläne. Für neue Enterprise-Verträge mit nutzungsbasierter Abrechnung gibt es zusätzlich eine tokenbasierte Preisliste in US-Dollar, in der etwa GPT-5.6 Sol mit 5,00 US-Dollar je Million Eingabe-Token und 30,00 US-Dollar je Million Ausgabe-Token steht, während GPT-5.6 Terra bei 2,00 und 12,00 US-Dollar liegt.
Die strukturelle Differenz zwischen den Plänen steckt darin, wer das Kontingent hält. Business-Nutzer bekommen Limits pro Sitzplatz für alle fortgeschrittenen Funktionen; überschreitet jemand sein Limit und hat der Arbeitsbereich Credits gekauft, zieht die Nutzung aus einem gemeinsamen Topf weiter. Enterprise- und Edu-Arbeitsbereiche kaufen diesen gemeinsamen Topf gleich auf Vertragsebene, alle Nutzer ziehen daraus, und Nutzungsobergrenzen je Sitzplatz gibt es standardmäßig nicht. Stattdessen können Owner und Admins über Rollenrechte Ausgabengrenzen für einzelne Gruppen setzen.
Das dreht die übliche Erwartung um. Business begrenzt den einzelnen Nutzer und schützt dich damit vor Überraschungen, kann aber im Alltag bremsen. Enterprise nimmt die Bremse heraus und verlagert die Kostenkontrolle in die Administration. Wenn dort niemand Ausgabengrenzen setzt, ist die Rechnung nach oben offen.
Wie schnell Verbrauchsmodelle die Kalkulation verschieben, haben wir am Beispiel der Token-Abrechnung schon einmal durchgerechnet, nachzulesen unter Token-Kosten im Unternehmen. Für einen ersten Überschlag auf Abo-Ebene hilft der ChatGPT-Kostenrechner. Ein aktuelles Beispiel für die Bewegung in dieser Preisliste: Die Nutzung von ChatGPT für PowerPoint war für Business- und Enterprise-Kunden bis zum 6. August 2026 kostenfrei, seitdem wird sie nach demselben tokenbasierten Modell abgerechnet wie die Excel-Integration.
Drei Schwellen statt einer Mitarbeiterzahl
Die Entscheidung lässt sich auf drei Fragen zusammenziehen. Jede davon beantwortest du mit Ja oder Nein, und ein einziges Ja genügt für Enterprise.
Erstens die Nutzerverwaltung. Müssen Konten automatisch aus dem Identity Provider entstehen und beim Austritt automatisch verschwinden? Dann brauchst du SCIM, und SCIM gibt es in Business nicht.
Zweitens der Speicherort. Musst du zusichern, dass Kundeninhalte im Ruhezustand in Europa liegen? Business ist in der Residenz-Zusage nicht enthalten.
Drittens der Nachweis. Brauchst du unveränderliche Protokolle für Audit, eDiscovery oder eine SIEM-Anbindung? Die Compliance-Plattform ist Enterprise und Edu vorbehalten.
Fällt dreimal ein Nein, dann bleib bei Business, auch bei 120 Mitarbeitenden. Der Plan reicht bis 149 Nutzer, und du sparst dir eine Jahresverpflichtung, deren Konditionen du erst in der Verhandlung erfährst. Fällt einmal ein Ja, dann ist die Kopfzahl gleichgültig, und ein Unternehmen mit dreißig Leuten in einer regulierten Branche landet zu Recht im Enterprise-Gespräch.
Wer denselben Abwägungspfad für den Wettbewerber prüfen will: Bei Anthropic verläuft die Trennlinie an ähnlichen Stellen, aber mit anderen Schwellen, das haben wir in Claude Team vs. Enterprise aufgeschrieben. Eine Übersicht über Modelle, Pläne und Einsatzfelder rund um OpenAI liegt im Hub ChatGPT im Unternehmen.
Wie du in zwei Wochen zur Entscheidung kommst
Nimm dir für den ersten Schritt eine Stunde und beantworte die drei Schwellenfragen schriftlich, gemeinsam mit der Person, die für IT-Sicherheit zuständig ist. Steht schon dort ein Ja, dann hol direkt ein Angebot ein. Ein Testlauf würde daran nichts mehr ändern.
Stehen drei Nein, dann buche Business für die Abteilung, die am lautesten danach fragt, und lass sie vier Wochen arbeiten. Miss in dieser Zeit genau zwei Dinge: wie oft jemand an ein Limit für fortgeschrittene Funktionen stößt, und wie viel Zeit das Anlegen und Entziehen von Konten gekostet hat. Beide Zahlen sind die Grundlage für alles Weitere, und beide bekommst du nur aus dem echten Betrieb.
Wenn nach diesen vier Wochen eine Verhandlung ansteht, geh mit vier konkreten Punkten hinein: dem Preis je Credit, dem im Sitzpreis enthaltenen Monatskontingent, der schriftlichen Bestätigung der Datenresidenz für deinen Anwendungsfall und der Frage, ob Mindestsitzzahl und Laufzeit verhandelbar sind. Diese vier Antworten entscheiden über die Gesamtkosten deutlich stärker als der Sitzpreis, über den in den meisten Angeboten zuerst gesprochen wird.
Häufige Fragen
Gibt es den ChatGPT-Team-Plan noch?
Unter diesem Namen nicht mehr. OpenAI hat den Tarif zum 29. August 2025 in ChatGPT Business umbenannt und hält in der zugehörigen Hilfe-FAQ fest, dass es sich ausschließlich um eine Namensänderung handelt: Funktionen, Preise, Nutzungslimits und Sicherheitsniveau blieben unverändert. Wer heute nach Team sucht, findet also dasselbe Produkt unter neuem Namen. Bestehende Abos liefen ohne Zutun weiter.
Was kostet ChatGPT Business pro Nutzer?
OpenAI nennt auf der Business-Preisseite 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung und 25 US-Dollar bei monatlicher Zahlung, buchbar ab zwei Nutzern im Self-Service. Für ChatGPT Enterprise veröffentlicht OpenAI keinen Listenpreis, dieser Plan läuft über den Vertrieb. Die kursierenden Werte von rund 60 US-Dollar pro Sitz bei etwa 150 Sitzen stammen aus Marktberichten, nicht aus einer OpenAI-Quelle.
Ab wann brauchen wir ChatGPT Enterprise statt Business?
Die Mitarbeiterzahl entscheidet das kaum. Ausschlaggebend ist die erste von drei Schwellen: wenn Nutzerkonten automatisch über SCIM aus dem Identity Provider bereitgestellt und beim Austritt entzogen werden müssen, wenn Kundeninhalte im Ruhezustand in Europa liegen sollen, oder wenn Compliance-Logs und die Compliance-API für Nachweise gebraucht werden. Alle drei Punkte sind laut OpenAI-Dokumentation Enterprise und Edu vorbehalten.
Hat ChatGPT Business Single Sign-on?
Ja. SSO über SAML ist im Business-Plan enthalten und lässt sich selbst einrichten, nachdem mindestens eine Domain verifiziert wurde. Was fehlt, ist die automatische Nutzerverwaltung: OpenAI schreibt für Business ausdrücklich, dass es kein SCIM und keine Synchronisierung von AD-Gruppen gibt. Zudem deckt Business-SSO nur ChatGPT ab, während Enterprise und Edu optional auch die Entwicklerplattform einschließen können.
Wie kalkulieren wir die laufenden Kosten realistisch?
Über den Verbrauch, nicht über den Sitzpreis. OpenAI rechnet fortgeschrittene Funktionen in Credits ab, in der Preisliste kosten eine Deep-Research-Aufgabe 50 Credits, eine Nachricht an ein Thinking-Modell 10 Credits, eine Bildgenerierung 5 Credits und eine Minute Sprachnutzung 5 Credits. Einen öffentlichen Geldwert je Credit nennt OpenAI in diesen Artikeln nicht, deshalb gehört die Umrechnung in Euro in jedes Angebot, bevor unterschrieben wird.
Quellen & Referenzen
- OpenAI Help Center: FAQ zur Umbenennung von ChatGPT Team in ChatGPT Business zum 29. August 2025. help.openai.com
- SSO-FAQ für ChatGPT Business im Hilfe-Center, Belegstelle zu fehlendem SCIM und AD-Gruppen-Sync sowie zum Geltungsbereich der Anmeldung. help.openai.com
- Preisseite für ChatGPT Business mit Sitzpreisen und Mindestnutzerzahl. openai.com
- Flexible Preisgestaltung für die Enterprise-, Edu- und Business-Pläne, Sitzplatz-Limits gegenüber gemeinsamem Credit-Pool. help.openai.com
- ChatGPT-Preisliste für Business und Enterprise/Edu mit den Credit-Werten je Funktion. help.openai.com
- Tokenbasierte Preisliste für neue Enterprise-Verträge mit nutzungsbasierter Abrechnung. help.openai.com
- Codex Rate Card, tokenbasierte Abrechnung in Credits je Million Token seit dem 23. April 2026. help.openai.com
- Compliance-Plattform für Enterprise- und Edu-Kunden, Logs-Plattform, Compliance-API und 30-Tage-Vorhaltung. help.openai.com
- Übersicht zu Unternehmensdaten, Sicherheitsfunktionen und Datenresidenz in Europa nach Plan. openai.com
- Verwaltung von Abrechnung und Benutzerlizenzen in ChatGPT Business. help.openai.com