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Claude vs. Microsoft Copilot: welches Werkzeug für welches Team

Die Frage klingt nach einem Modellvergleich, ist aber längst eine Vertragsfrage. Seit dem Sommer 2026 kannst du Claude in Microsoft Copilot auswählen, und Anthropic liefert eigene Add-ins für Word, Excel und PowerPoint. Was am Ende unterscheidet, sind Lizenzlogik, Datenverarbeitung und die Frage, wer dir die Rechnung schreibt.

Nächtliche Luftaufnahme eines Autobahnkreuzes mit mehreren beleuchteten Viadukten und einem Kreisverkehr

Ein Kreuz mit mehreren Auffahrten: Bei Claude und Copilot entscheidet weniger das Ziel als die Spur, auf der du auffährst. Foto: 隔壁光头老王 WangMing’Photo auf Pexels

Claude gegen Microsoft Copilot, kurz zusammengezogen: Microsoft 365 Copilot ist ein Aufsatz auf deine bestehende Microsoft-365-Lizenz und kostet als Enterprise-Add-on 26,00 Euro pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, für Firmen bis 300 Nutzer aktuell 15,60 Euro statt regulär 18,20 Euro. Claude ist ein eigenständiges Abo ab zwei Sitzplätzen, ein Standardsitz liegt bei 20 US-Dollar im Monat, ein Premium-Sitz bei 100 US-Dollar. Die Modellfrage hat sich weitgehend erledigt, weil Microsoft Anthropic als Subprozessor aufgenommen hat und Claude-Modelle in Copilot auswählbar sind, während Anthropic umgekehrt eigene Add-ins für Word, Excel und PowerPoint ausliefert. Übrig bleibt eine Entscheidung über Vertragspartner und Datenwege: Anthropic-Modelle in den Microsoft-Angeboten sind von der EU-Datengrenze ausgenommen und für EU-Tenants standardmäßig abgeschaltet. Wer viel in Office-Dokumenten und Teams arbeitet, fährt mit Copilot ruhiger. Wer Agenten bauen, lange Dokumente durchackern oder Modellanbieter unabhängig von der Office-Suite wählen will, ist bei Claude besser aufgehoben.

Warum dieser Vergleich seit Juni 2026 anders läuft

Bis vor kurzem ließ sich die Frage bequem beantworten: Copilot ist Microsofts KI in Office, Claude ist Anthropics KI im Browser. Diese saubere Trennung gibt es nicht mehr.

Microsoft hat Anthropic als Subprozessor in die eigenen Online-Dienste aufgenommen. Seither stehen Claude-Modelle in Microsoft Copilot, in Researcher, in Copilot Studio, in der Power Platform und in Copilot innerhalb der Microsoft-365-Apps zur Auswahl. In Copilot Studio wählt der Ersteller das Modell beim Bau eines Agenten aus, in Funktionen wie Researcher oder beim Bearbeiten mit Copilot wählen die Nutzer selbst. Microsoft kennzeichnet in der Oberfläche, wenn ein Claude-Modell antwortet.

Anthropic ist den umgekehrten Weg gegangen. Unter dem Namen Claude for Microsoft 365 laufen Add-ins für Excel, PowerPoint und Word, die auf allen bezahlten Plänen allgemein verfügbar sind, dazu ein Outlook-Add-in in der Beta-Phase. Claude bearbeitet Word-Dokumente mit nachverfolgten Änderungen, markiert geänderte Zellen in Excel und legt Outlook-Antworten als Entwurf ab, bis jemand auf Senden drückt.

Damit fällt das übliche Vergleichsraster in sich zusammen. Du entscheidest nicht mehr, welches Modell in deinem Word arbeitet, denn beide Anbieter können das inzwischen. Du entscheidest, mit wem du den Vertrag schließt, wo die Verarbeitung stattfindet und welche Rechnung du am Monatsende bekommst. Wer den breiteren Rundumblick über mehrere Anbieter sucht, findet ihn in unserem Vergleich der KI-Assistenten für den Mittelstand, und das Gegenstück mit Google steht im Praxisvergleich von Claude und Gemini.

Zwei Produktarten, die sich nur oberflächlich ähneln

Der wichtigste Unterschied steht in keinem Feature-Vergleich, weil er im Kleingedruckten der Bestellstrecke sitzt.

Copilot ist ein Add-on. Microsoft 365 Copilot lässt sich nur zu einem berechtigenden Microsoft-365-Plan hinzubuchen. Ohne diese Grundlizenz gibt es das Produkt nicht. Microsoft 365 Copilot Business richtet sich zusätzlich ausdrücklich an bestehende Microsoft-365-Kunden und ist auf Organisationen bis 300 Nutzer zugeschnitten. Deine Copilot-Rechnung ist also immer eine zweite Zeile unter einer ersten.

Claude ist ein eigener Arbeitsplatz. Der Team-Plan startet bei zwei Mitgliedern und reicht bis 150 Nutzer, danach übernimmt Enterprise. Er hängt an keiner Office-Suite. Läuft dein Betrieb auf Google Workspace, auf einer Branchenlösung oder auf einem Sammelsurium aus beidem, ändert das an der Claude-Rechnung nichts.

Was das konkret bedeutet: Rechne Copilot nie isoliert. Der belastbare Vergleich lautet nicht 26 Euro gegen 20 US-Dollar, sondern Microsoft-365-Lizenz plus Copilot gegen Microsoft-365-Lizenz plus Claude-Sitz. Bei Firmen, die ohnehin auf Business Premium sitzen, verschiebt das die Rechnung deutlich. Bei Firmen, die Microsoft 365 nur für Mail und Kalender halten, verschiebt es sie in die andere Richtung.

Die Preise, Stand 22. August 2026

Alle folgenden Werte stammen von den Anbieterseiten am 22. August 2026. Microsoft weist deutsche Preise zuzüglich Mehrwertsteuer aus, Anthropic rechnet in US-Dollar ohne Steuern.

ProduktJährliche AbrechnungMonatliche AbrechnungVoraussetzung
Microsoft 365 Copilot (Enterprise-Add-on)26,00 € je Benutzer/Monat27,30 € je Benutzer/MonatBerechtigender Microsoft-365-Plan erforderlich
Microsoft 365 Copilot Business15,60 € statt regulär 18,20 €21,84 € je Benutzer/MonatBestehende Microsoft-365-Kunden, bis 300 Nutzer
Business Standard plus Copilot Business20,36 € je Benutzer/Monat24,43 € je Benutzer/MonatGebündeltes Angebot inklusive Office-Apps
Business Premium plus Copilot Business27,73 € je Benutzer/Monat33,28 € je Benutzer/MonatGebündeltes Angebot inklusive Intune und Defender
Claude Team, Standardsitz20 $ je Mitglied/Monat25 $ je Mitglied/MonatAb zwei Mitgliedern, bis 150 Nutzer
Claude Team, Premium-Sitz100 $ je Mitglied/Monat125 $ je Mitglied/MonatFünffaches Nutzungsvolumen gegenüber Standard

Drei Beobachtungen dazu, die in den meisten Vergleichstabellen fehlen.

Erstens: Der Aktionspreis von 15,60 Euro für Copilot Business ist eine Reduktion vom Listenpreis 18,20 Euro. Wer heute einen Jahresvertrag schließt, sollte im Angebot nachlesen, was bei der Verlängerung gilt.

Zweitens: Claude erlaubt gemischte Sitztypen im selben Team. Zwei Vielnutzer auf Premium und acht Kollegen auf Standard kosten zusammen weniger als zehn Premium-Sitze, und die Umverteilung geht ohne Vertragsänderung. Copilot kennt diese Abstufung im Kern nicht, dort zahlt der Sachbearbeiter, der zweimal pro Woche eine Mail zusammenfasst, denselben Satz wie der Analyst mit Dauerlast.

Drittens: Für Copilot Business gilt die Grenze von 300 Nutzern. Wächst dein Unternehmen darüber hinaus, landest du beim Enterprise-Add-on und damit bei einem um rund zehn Euro höheren Preis pro Kopf. Diese Stufe gehört in jede Mehrjahresplanung, gerade wenn ihr in Zukäufen denkt. Wie sich die Microsoft-Grundpreise zuletzt entwickelt haben, steht in unserer Analyse zur Microsoft-365-Preiserhöhung im Juli 2026.

Der Punkt, an dem es für deutsche Firmen ernst wird

Hier trennt sich der Vergleich von allem, was englischsprachige Übersichten dazu schreiben. Sobald Claude-Modelle innerhalb der Microsoft-Welt genutzt werden, verlässt die Verarbeitung die EU-Datengrenze.

Microsoft formuliert das in der eigenen Dokumentation unmissverständlich.

Anthropic-Modelle, die in Microsoft-Angeboten wie Microsoft Copilot, Researcher, Copilot Studio, Power Platform und Copilot in Microsoft-365-Apps bereitgestellt werden, sind derzeit von der EU Data Boundary ausgenommen und, soweit anwendbar, von Zusagen zur Verarbeitung im Land. Kunden innerhalb der EU Data Boundary und Kunden im Vereinigten Königreich haben Anthropic-Modelle standardmäßig deaktiviert.

— Microsoft Learn, „Anthropic models in Microsoft Online Services”, abgerufen am 22.08.2026

Praktisch heißt das: In einem deutschen Tenant ist Claude in Copilot zunächst aus. Wer es einschalten will, braucht die Rolle AI Administrator oder Global Administrator und geht im Microsoft 365 Admin Center über Copilot, dann Einstellungen, dann Alle anzeigen auf die Seite mit den KI-Anbietern, die als Microsoft-Subprozessoren arbeiten. Dort wird Anthropic ausgewählt und anschließend festgelegt, welche Nutzer oder Entra-Sicherheitsgruppen Zugriff bekommen. Wer diesen Schalter früher schon einmal aktiviert hatte, muss ihn erneut setzen, denn er steht wieder auf Aus.

Zwei Feinheiten daran verdienen Aufmerksamkeit.

Die erste ist eine Entlastung. Weil Anthropic als Microsoft-Subprozessor aufgenommen wurde, gelten für diese Nutzung die Microsoft-Produktbedingungen und der Microsoft-Nachtrag zum Datenschutz. Auch die Microsoft Customer Copyright Commitment greift für Anthropic-Modelle in Produkten, die davon abgedeckt sind. Vertraglich sitzt du also weiter Microsoft gegenüber, nur eben mit einem Verarbeitungsort außerhalb der EU-Datengrenze.

Die zweite ist eine Fußangel. Für bestimmte fortgeschrittene Modelle, die Microsoft als Preview-Modelle mit Datenspeicherung führt und zu denen Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 gehören, gilt diese Konstruktion ausdrücklich nicht. Dort handelt Anthropic als eigenständiger Verarbeiter, es greifen die Anthropic-Geschäftsbedingungen und der Anthropic-Datenschutznachtrag, und die Speicherfristen sind andere: Anthropic bewahrt die meisten Ein- und Ausgaben bis zu 30 Tage auf, bei mutmaßlichen Verstößen gegen die Nutzungsrichtlinie bis zu zwei Jahre und die zugehörigen Bewertungswerte bis zu sieben Jahre. Ein Training auf diesen Daten findet ohne ausdrückliche Erlaubnis nicht statt. Diese Modelle bleiben immer standardmäßig aus, auch dann, wenn Anthropic als Subprozessor bereits freigegeben ist.

Was das konkret bedeutet: Wenn deine Datenschutz-Folgenabschätzung auf der EU-Datengrenze aufsetzt, ist der Copilot-Standardweg ohne Anthropic der ruhigere. Willst du Claude-Qualität innerhalb von Microsoft, brauchst du eine Übermittlungs-Folgenabschätzung und einen dokumentierten Beschluss, welche Gruppen den Zugang bekommen. Beides ist machbar, kostet aber Vorlauf. Die Grundlagen dazu haben wir in der Anleitung zur DSGVO-konformen Claude-Einführung aufgeschrieben.

Beim direkten Claude-Abo sieht die Lage nicht grundsätzlich besser aus. Anthropic weist für Team und Enterprise öffentlich keine EU-Datenresidenz aus, die Verarbeitung läuft auf US-Infrastruktur. Wer eine europäische Verarbeitung vertraglich braucht, kommt an den Umwegen über AWS Bedrock oder Google Vertex AI mit regionalen Endpunkten kaum vorbei. Für den Team-Plan gilt immerhin, dass Anthropic Inhalte standardmäßig nicht für das Modelltraining verwendet. Auch für Copilot Cowork mit Anthropic-Unterbau haben wir die Prüfpunkte bereits einmal sortiert, nachzulesen im Beitrag zum Start von Copilot Cowork.

Ein Sonderfall am Rande: In staatlichen und souveränen Microsoft-Clouds gibt es Anthropic-Modelle gar nicht. Für nicht-föderale Kunden in der Government Community Cloud existiert seit dem 22. Juli 2026 eine eigene Einstellung, in GCC High und in DoD-Umgebungen taucht die Option im Admin Center nicht einmal auf.

Wo Copilot die stärkere Wahl ist

Copilot gewinnt überall dort, wo der Wert aus dem Zugriff auf vorhandene Firmendaten entsteht statt aus der Formulierungsqualität einer einzelnen Antwort.

In Teams, SharePoint, Outlook und OneDrive liegt bei den meisten Mittelständlern die gesamte Betriebskommunikation. Copilot sitzt über dem Microsoft Graph und damit über Berechtigungen, die dein Admin ohnehin pflegt. Wer fragt, was in der Kalkulation für Kunde X zuletzt beschlossen wurde, bekommt eine Antwort aus Dateien, die er sehen darf. Diese Verbindung baut kein Fremdanbieter in derselben Tiefe nach.

Auch der administrative Teil spricht für Microsoft, wenn dein Haus dort schon verwaltet wird. Nutzerzuweisung, Gruppenrichtlinien, Auswertungen zur Nutzung und die Abrechnung landen im selben Portal wie alles andere. Es kommt kein zweiter Anbieter dazu, kein weiterer Auftragsverarbeitungsvertrag, kein separater Sicherheitsprozess für Zugänge.

Der dritte Punkt ist Copilot Studio. Wenn eure Automatisierung an Power Automate, Dataverse und Fachanwendungen im Microsoft-Umfeld hängt, ist ein Agent, der dort gebaut wird, näher an den Systemen. Dass sich in diesem Agenten inzwischen ein Claude-Modell auswählen lässt, macht die Sache eher besser.

Wo Claude die stärkere Wahl ist

Claude gewinnt dort, wo lange Texte, saubere Sprache und mehrstufige Arbeit im Vordergrund stehen, und überall dort, wo du dich vom Microsoft-Lizenzband lösen willst.

Der Team-Plan enthält Claude Code und Claude Cowork ohne Aufpreis. Damit bekommt ein Fachbereich Werkzeuge für autonome Arbeitsabläufe, ohne dass Entwickler ein Projekt aufsetzen müssen. Welche Aufgaben das im Alltag konkret sind, haben wir in der Übersicht zu sieben autonom laufenden Aufgaben beschrieben. Für den Anschluss an eigene Systeme steht das offene Protokoll MCP bereit, erklärt in unserem Beitrag zu MCP und Firmensystemen.

Die Preisstaffelung passt besser zu ungleicher Nutzung. Ein Team mit drei Vielnutzern und zwölf Gelegenheitsnutzern zahlt bei Claude für die Gelegenheitsnutzer den kleinen Satz. Bei Copilot ist der Sitzpreis flach.

Und Claude arbeitet trotzdem in Office. Die Add-ins für Excel, PowerPoint und Word sind auf allen bezahlten Plänen verfügbar, Outlook folgt in der Beta. Wie weit das in der Tabellenarbeit trägt, steht in unserer Anleitung zu Claude in Excel. Für die Planwahl innerhalb von Anthropic hilft der Vergleich von Team und Enterprise nach Firmengröße, und wer die Produktfamilie erst noch einordnen will, startet beim Claude-Überblick oder beim Zehn-Minuten-Guide für Entscheider.

Drei Konstellationen und die Entscheidung dazu

Statt einer allgemeinen Empfehlung drei Ausgangslagen, wie sie uns in Beratungsgesprächen ständig begegnen.

Fall 1: 40 Mitarbeiter, Business Premium, alles läuft über Teams und SharePoint. Hier trägt Copilot Business. Der Aufpreis ist überschaubar, die Datenbasis liegt bereits im richtigen System, und der Admin muss keinen zweiten Anbieter aufnehmen. Claude käme allenfalls für eine kleine Gruppe dazu, etwa Marketing und Angebotswesen, dort dann als eigener Team-Plan mit wenigen Sitzen.

Fall 2: 15 Mitarbeiter, Microsoft 365 nur für Mail und Kalender, gearbeitet wird in Branchensoftware. Hier lohnt Copilot selten. Der Graph enthält wenig Verwertbares, weil die eigentliche Arbeit woanders passiert. Ein Claude-Team-Plan mit gemischten Sitztypen bringt mehr, gerade wenn ihr über MCP an die Branchensoftware andocken wollt.

Fall 3: 250 Mitarbeiter, Betriebsrat aktiv, Datenschutzbeauftragte im Haus. Hier zählt zuerst der Verarbeitungsweg. Startet mit Copilot ohne freigeschaltete Anthropic-Modelle, bleibt innerhalb der EU-Datengrenze und sammelt sechs Monate Erfahrung. Parallel prüft ihr, ob eine abgegrenzte Claude-Gruppe die Übermittlungs-Folgenabschätzung wert ist. Diese Reihenfolge spart die Diskussion, die sonst am Anfang jedes Rollouts steht.

Das Wichtigste in zwei Sätzen: Copilot ist der ruhigere Weg für Firmen, deren Arbeit bereits vollständig in Microsoft 365 stattfindet, weil Datenzugriff, Verwaltung und Vertrag aus einer Hand kommen. Claude lohnt sich für Teams mit ungleicher Nutzung, viel Textarbeit oder eigenen Systemen und immer dann, wenn ihr euch die Modellwahl unabhängig von der Office-Lizenz offenhalten wollt.

Was du vor der Unterschrift prüfen solltest

Vier Punkte, die sich an einem Vormittag klären lassen und später viel Ärger sparen.

Öffne zuerst das Microsoft 365 Admin Center und sieh nach, ob Anthropic bei euch als Subprozessor aktiviert ist. In deutschen Tenants steht der Schalter auf Aus, aber es lohnt sich zu wissen, ob jemand ihn schon gedreht hat. Danach klärst du mit der Datenschutzbeauftragten, ob eine Übermittlungs-Folgenabschätzung vorliegt oder erst noch erstellt werden muss. Der dritte Punkt ist eine Zählübung: Wie viele eurer Leute nutzen ein solches Werkzeug wirklich täglich? Diese Zahl entscheidet zwischen flachem Copilot-Sitzpreis und gemischten Claude-Sitztypen. Zuletzt lässt du euch das Verlängerungsangebot für den Copilot-Aktionspreis schriftlich geben, bevor der Jahresvertrag steht.

Tagesaktuelle Leistungs- und Preiswerte der Modelle findest du in unserem KI-Leaderboard. Wenn du die Rechnung für dein Team durchspielen willst, hilft der Claude-Kostenrechner. Und wenn ihr die Entscheidung lieber mit jemandem durchgeht, der beide Wege schon aufgesetzt hat: Schreib uns kurz, was ihr heute nutzt und wie viele Leute betroffen sind, dann rechnen wir die zwei Varianten gegeneinander.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Claude und Microsoft Copilot?

Microsoft 365 Copilot ist ein Add-on auf eine bestehende Microsoft-365-Lizenz und lebt in Word, Excel, Outlook und Teams. Ohne berechtigenden Microsoft-365-Plan lässt es sich nicht buchen. Claude von Anthropic ist ein eigenständiges Abo ab zwei Sitzplätzen, das unabhängig von deiner Office-Suite funktioniert und über eigene Add-ins zusätzlich in Word, Excel, PowerPoint und Outlook arbeitet. Der Unterschied liegt also weniger im Modell als in Lizenzlogik, Vertragspartner und Datenverarbeitung.

Steckt in Microsoft Copilot inzwischen Claude?

Ja, in Teilen. Microsoft hat Anthropic als Subprozessor aufgenommen, seitdem stehen Claude-Modelle in Microsoft Copilot, Researcher, Copilot Studio, Power Platform und in Copilot in den Microsoft-365-Apps zur Auswahl. Für Kunden innerhalb der EU-Datengrenze und im Vereinigten Königreich sind diese Modelle allerdings standardmäßig abgeschaltet und müssen von einem Administrator mit der Rolle AI Administrator oder Global Administrator freigegeben werden.

Was kosten Claude und Microsoft 365 Copilot pro Nutzer?

Stand 22. August 2026 kostet Microsoft 365 Copilot als Enterprise-Add-on 26,00 Euro pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zuzüglich Mehrwertsteuer und zuzüglich der Microsoft-365-Grundlizenz. Microsoft 365 Copilot Business für Firmen bis 300 Nutzer steht regulär bei 18,20 Euro und läuft aktuell als Aktionspreis für 15,60 Euro. Ein Claude-Standardsitz kostet 20 US-Dollar pro Mitglied und Monat bei jährlicher Zahlung, ein Premium-Sitz mit fünffachem Nutzungsvolumen liegt bei 100 US-Dollar.

Welches Werkzeug ist für deutsche Unternehmen datenschutzseitig unkritischer?

Beim reinen Microsoft-Weg bleibst du innerhalb der EU-Datengrenze, sobald du die Anthropic-Modelle im Tenant nicht freischaltest. Aktivierst du sie, verlässt die Verarbeitung diesen Rahmen, denn Anthropic-Modelle in den Microsoft-Angeboten sind ausdrücklich davon ausgenommen. Ein direktes Claude-Abo bietet ebenfalls keine EU-Datenresidenz, hier führt der Weg über AWS Bedrock oder Google Vertex AI mit europäischen Endpunkten. Die Entscheidung gehört in eine Datenschutz-Folgenabschätzung, bevor Sitzplätze gekauft werden.

Können wir Claude und Copilot parallel einsetzen?

Ja, und in Häusern ab etwa 50 Mitarbeitern ist das häufig die praktikabelste Lösung. Copilot deckt die Breite in Teams, Outlook und SharePoint ab, ein kleiner Claude-Team-Plan bedient die Gruppen mit hoher Textlast oder eigenen Automatisierungen. Beide lassen sich getrennt verwalten und abrechnen. Achte darauf, die Zuständigkeiten sauber zu trennen, damit nicht zwei Werkzeuge dieselbe Aufgabe doppelt bearbeiten.

Quellen & Referenzen

  • Microsoft Learn: Anthropic-Modelle in Microsoft Online Services, Subprozessor-Status, Ausschluss aus der EU Data Boundary, Admin-Freischaltung und Preview-Modelle mit Datenspeicherung. learn.microsoft.com
  • Microsoft: Preisseite für Microsoft 365 Copilot Business und die gebündelten Business-Angebote, abgerufen am 22.08.2026. microsoft.com
  • Microsoft: Preisseite für Microsoft 365 Copilot im Enterprise-Umfeld, abgerufen am 22.08.2026. microsoft.com
  • Anthropic Hilfe-Center: Beschreibung des Team-Plans mit Sitzpreisen, Mindestgröße und Nutzungsstufen. support.claude.com
  • Anthropic: Plan- und Preisübersicht für Team und Enterprise, abgerufen am 22.08.2026. claude.com
  • Anthropic: Produktseite zu Claude for Microsoft 365 mit Verfügbarkeit der Add-ins für Excel, PowerPoint, Word und Outlook. claude.com
Arno Hoffrichter, Chief Technology Officer, Collective Brain
Chief Technology Officer, Collective Brain GmbH · Hamburg

CTO bei Collective Brain. Verantwortlich für die technische Umsetzung von Web-Projekten und SEO-Architektur.