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KI-Readiness-Check: 24 Fragen, an denen du siehst, wo dein Unternehmen steht

Ein KI-Readiness-Check zeigt dir, ob dein Unternehmen die Voraussetzungen für den Einsatz von KI erfüllt: klare Ziele, nutzbare Daten, geregelte Werkzeuge, die rechtlichen Grundlagen, geschulte Leute und ein Budget. Unsere Checkliste hat 24 Fragen in diesen sechs Feldern. Du hakst nur ab, was du heute belegen kannst, und die Auswertung steht offen in diesem Artikel, ohne Mailadresse und ohne Beratungstermin. Die Felder folgen den Hürden, die Unternehmen in den Erhebungen des Statistischen Bundesamts und des Bitkom selbst nennen.

Zwei Mitarbeiterinnen gehen in einem Lager mit blauen Regalen eine Liste auf einem Klemmbrett durch

Ein Haken zählt nur, wenn ihn jemand im Betrieb belegen kann, etwa mit einer Liste, einem Vertrag oder einem Namen. Foto: Centre for Ageing Better auf Pexels

KI-Readiness-Check, in Kürze: Ein KI-Readiness-Check prüft die Voraussetzungen für den KI-Einsatz in sechs Feldern: Ziele, Daten, Werkzeuge, Recht, Kompetenz und Budget. Laut Statistischem Bundesamt nutzte 2025 gut ein Viertel der Unternehmen ab zehn Beschäftigten KI; wer darüber nachgedacht, sie aber nicht eingeführt hatte, nannte am häufigsten fehlendes Wissen (72 Prozent) und Unklarheit über die rechtlichen Folgen (62 Prozent). Unsere Checkliste hat 24 Fragen, ein Haken zählt nur mit Beleg, und die Auswertung nach Summe und schwächstem Feld steht offen im Artikel. Rechtlich verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung seit Februar 2025 Maßnahmen zur KI-Kompetenz; seit dem 27. Juli 2026 gilt er in einer neuen Fassung, ein Zertifikat ist nicht nötig. Von den fünf bestplatzierten Seiten zu „KI-Readiness-Check“ nannte bei unserer Prüfung am 1. November 2026 keine diese Neufassung, und keine nannte die Gewichte oder Schwellen, nach denen sie ihr Ergebnis berechnet.
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Was ein KI-Readiness-Check prüft

KI-Readiness beschreibt, wie gut ein Unternehmen vorbereitet ist, KI-Anwendungen einzuführen und im Alltag zu nutzen. Ein Readiness-Check macht daraus eine Bestandsaufnahme: Was ist schon da, was fehlt, und was muss zuerst passieren? Er beantwortet nicht, welches Werkzeug das beste ist oder ob sich ein bestimmtes Projekt rechnet. Dafür gibt es die Potenzialanalyse, die nach lohnenden Abläufen sucht, und den Pilot mit einer messbaren Kennzahl.

Drei Begriffe laufen in der Suche oft durcheinander. Der Readiness-Check fragt nach Voraussetzungen. Ein Reifegradmodell ordnet das Ergebnis auf einer Stufenleiter ein, der Check des Mittelstand-Digital Zentrums Kaiserslautern zum Beispiel in fünf Stufen. Die Potenzialanalyse sucht Anwendungsfälle. Unser Check verbindet die ersten beiden und verweist für den dritten auf das Feld Ziele.

Wo der Mittelstand steht

Wie verbreitet KI ist, hängt stark davon ab, wer zählt. Das Statistische Bundesamt erfasst Unternehmen ab zehn Beschäftigten: 2025 nutzten 26 Prozent KI, bei 10 bis 49 Beschäftigten 23 Prozent, bei 50 bis 249 Beschäftigten 36 Prozent und ab 250 Beschäftigten 57 Prozent. Im EU-Schnitt waren es laut Eurostat 20 Prozent. Der Digitalverband Bitkom hat im Sommer 2026 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt und kommt auf 57 Prozent, nach 36 Prozent ein Jahr zuvor. Die Zahlen beruhen auf verschiedenen Stichproben und Jahren und lassen sich nicht direkt als Trend lesen. Die amtlichen Werte für 2026 will das Statistische Bundesamt im November oder Dezember veröffentlichen.

Von den Unternehmen ohne KI hatte 2025 jedes fünfte einen Einsatz bereits erwogen. Diese Betriebe nannten als Hürden:

Hürde laut Statistischem Bundesamt (2025)AnteilFeld im Check
Fehlendes Wissen72 %Kompetenz
Unklarheit über die rechtlichen Folgen62 %Recht
Bedenken beim Datenschutz und der Privatsphäre60 %Recht, Daten
Inkompatibilität mit vorhandenen Geräten, Software und Systemen45 %Werkzeuge
Schwierigkeiten mit Verfügbarkeit oder Qualität der Daten44 %Daten
Zu hohe Kosten32 %Budget

Basis: Unternehmen ab zehn Beschäftigten, die KI erwogen, aber nicht genutzt haben. Quelle: Statistisches Bundesamt, IKT-Erhebung 2025.

Bei kleinen Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten liegen fehlendes Wissen (73 Prozent) und rechtliche Unklarheit (64 Prozent) noch etwas höher. Bitkom kommt 2026 bei den Unternehmen ohne KI auf ein ähnliches Bild: 85 Prozent fehlt technisches Know-how, 66 Prozent schrecken rechtliche Hürden ab, 63 Prozent schwer zu kalkulierende Kosten, 40 Prozent fehlen die nötigen Daten. Das Feld Ziele hat eine eigene Begründung: 30 Prozent dieser Unternehmen sehen laut Bitkom keine Anwendungsfälle, und KfW Research folgert im Juli 2026 aus seinen Daten, dass die Suche nach ersten praxistauglichen Anwendungen eine zentrale Hürde im Mittelstand ist. Und wer KI schon nutzt, holt oft wenig heraus. Laut Bitkom sagen 59 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen, dass sie das Potenzial überhaupt nicht ausschöpfen, 28 Prozent eher wenig.

Was das konkret bedeutet: Die drei häufigsten Hürden sind Wissen, Rechtslage und Datenschutz, also Dinge, die du in deinem Betrieb selbst klären kannst. Die Anbindung an vorhandene Systeme und die Datenqualität folgen mit 45 und 44 Prozent fast gleichauf. Deshalb fragt der Check nach Belegen im eigenen Haus, bevor es um neue Software geht.

So funktioniert der Check

Die 24 Fragen verteilen sich auf sechs Felder mit je vier Fragen. Jede Frage ist eine Aussage, die du abhakst, wenn sie heute für dein Unternehmen zutrifft. Dabei gilt eine strenge Regel: Ein Haken zählt nur, wenn du einen Beleg zeigen kannst, etwa ein Dokument, einen Namen oder eine Zahl. „Haben wir eigentlich“ oder „ist geplant“ zählt nicht.

Unter jeder Liste zählt der Artikel deine Haken mit, und über den Knopf „Als Liste kopieren“ nimmst du das Feld samt Haken in eine Mail oder ein Protokoll mit. Deine Haken werden nicht gespeichert. Am besten geht ihr die Fragen zu dritt durch: Geschäftsführung, IT und eine Fachabteilung, die KI schon nutzt oder nutzen will.

Feld 1: Ziele und Anwendungsfälle

Ohne benannte Abläufe bleibt jedes KI-Projekt ein Werkzeugtest. Laut KfW Research steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mittelständler KI nutzt, wenn er eine Digitalisierungsstrategie verfolgt.

Ob ein Ablauf als erster Kandidat taugt, prüfst du mit den drei Punkten im Prozess-Check zur KI-Automatisierung.

Feld 2: Daten

44 Prozent der Unternehmen, die KI erwogen und nicht eingeführt haben, nennen Probleme mit Verfügbarkeit oder Qualität ihrer Daten. Bei den Anwendern ist die Aufbereitung der Daten laut Bitkom für 50 Prozent ein großer Kostenpunkt.

Wie aus verstreuten Dokumenten eine Wissensbasis wird, auf die eine KI zugreifen kann, steht in unserem Leitfaden zur KI-Wissensdatenbank.

Feld 3: Werkzeuge und IT

Laut einer im Oktober 2025 veröffentlichten Bitkom-Umfrage unter 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten berichten 8 Prozent von weit verbreiteter Nutzung privater KI-Zugänge im Job, 17 Prozent von Einzelfällen, weitere 17 Prozent vermuten sie. Wer nicht weiß, welche Werkzeuge laufen, kann sie weder absichern noch schulen.

Wie so eine Werkzeugliste als KI-Register mit 13 Spalten aussieht und wie ein Freigabeweg in drei Stufen funktioniert, steht im Beitrag zur KI-Governance im Mittelstand. Welches Werkzeug zu welcher Aufgabe passt, zeigt unser Vergleich nach Aufgabe.

„Ein Agent, der eigenständig handelt, braucht verlässliche Daten, verbundene Systeme und Regeln, was er darf und was er zu lassen hat.“

— Dr. Ralf Wintergerst, Präsident des Bitkom (14. September 2026)

Feld 4: Recht und Regeln

Die KI-Verordnung trifft jedes Unternehmen, das KI beruflich nutzt; eine Größenschwelle gibt es nicht. Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025, seit dem 27. Juli 2026 in neuer Fassung: Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen, „um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen zu unterstützen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind“. Die Offenlegungspflichten aus Artikel 50 gelten grundsätzlich seit dem 2. August 2026, die Pflichten für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III, etwa in der Bewerberauswahl, ab dem 2. Dezember 2027. Laut Bitkom sehen sich 37 Prozent der Unternehmen als Anwender vom AI Act betroffen, 34 Prozent prüfen das noch.

Der Betriebsrat hat dabei zwei Arten von Rechten. Nach § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG muss der Arbeitgeber ihn rechtzeitig über die Planung von Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufen „einschließlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz“ unterrichten und die Maßnahmen nach Absatz 2 mit ihm beraten. Bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen, hat er nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht, dann reicht die bloße Unterrichtung nicht. Ob ein System unter die KI-Verordnung fällt und in welche Risikoklasse es gehört, schätzt der frei zugängliche KI-Compliance Kompass der Bundesnetzagentur ab; verbindlich ist das Ergebnis nicht. Welche Entscheidungen in die Richtlinie gehören, zeigt unser Beitrag zur KI-Richtlinie für Unternehmen.

Feld 5: Kompetenz und Team

Fehlendes Wissen ist die häufigste Hürde überhaupt. Laut Bitkom schätzen 66 Prozent der Unternehmen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering ein. 70 Prozent schulen inzwischen, jedes vierte Unternehmen bietet gar keine Schulung an.

Ein Zertifikat verlangt Artikel 4 nicht. Die Bundesnetzagentur empfiehlt aber, die Maßnahmen zur KI-Kompetenz gut zu dokumentieren, um jederzeit nachweisen zu können, dass die Anforderungen erfüllt sind. Was in diese Akte gehört, steht im Beitrag zur KI-Schulungspflicht nach Artikel 4. Warum Sprachmodelle Fakten erfinden und wie ihr das im Betrieb abfangt, erklärt unser Artikel zu KI-Halluzinationen.

Feld 6: Budget und Ressourcen

Zu hohe Kosten nennen in der amtlichen Erhebung 32 Prozent der zögernden Unternehmen, bei Bitkom sprechen 63 Prozent der Unternehmen ohne KI von schwer kalkulierbaren Kosten. Bei den Anwendern fällt das Geld vor allem außerhalb der Lizenzen an: Laut Bitkom nennen 51 Prozent die Infrastruktur als großen Kostenpunkt, 50 Prozent die Aufbereitung von Daten und 41 Prozent die Integration in bestehende Systeme. Abos und Lizenzen sind nur für 21 Prozent ein großer Posten, die Schulung für 19 Prozent.

Für die Lizenzrechnung reichen die Preisseiten der Anbieter. Vier gängige Firmentarife im Überblick:

TarifPreis je Person und Monat bei JahresvertragHinweis
Claude Team, Standard20 US-Dollar25 US-Dollar bei monatlicher Zahlung; für 2 bis 150 Personen
ChatGPT Business20 US-Dollar25 US-Dollar bei monatlicher Zahlung; ab zwei Personen
Microsoft 365 Copilot Business18,20 €Zusatz zu einer Microsoft-365-Business-Lizenz; 21,84 € im Monatsabo. Bestehende Kunden zahlen im Jahresabo bei Abschluss bis 31. Dezember 2026 im ersten Jahr 15,60 €
Google Workspace Business Standard mit Gemini13,60 €Komplettpaket mit Mail und Büroanwendungen, für bis zu 300 Personen

Stand: 1. November 2026 laut den Preisseiten der Anbieter. Claude und ChatGPT nennen ihre Preise in US-Dollar; Claude, Microsoft und Google nennen sie ohne Umsatzsteuer.

Bei 20 Personen und 20 US-Dollar je Sitz sind das 4.800 US-Dollar Lizenzkosten im Jahr. Groß ist dieser Posten laut Bitkom nur für jeden fünften Anwender. Was Abo oder API für dein Team kosten, rechnet der Claude-Kostenrechner durch. Für den letzten Punkt der Liste lohnt der Blick in unseren Überblick zu Zuschüssen für KI-Schulungen: Die Arbeitsagentur fördert nach § 82 SGB III nur zugelassene Weiterbildungen mit mehr als 120 Stunden, kurze Workshops bezuschussen einige Länderprogramme. Für Beratungen durch Unternehmensberater gibt es die BAFA-Förderung; ihre Richtlinie wird laut BAFA mit geänderten Bedingungen bis Ende 2028 verlängert.

Auswertung: Summe und schwächstes Feld

Zähl die Haken je Feld und dann die Summe. Die Stufen in der Tabelle sind unsere redaktionelle Einordnung aus der Logik der Fragen. Es sind keine Vergleichswerte anderer Unternehmen, solche Durchschnittswerte für den deutschen Mittelstand gibt es für diese 24 Fragen nicht.

Haken gesamtWo ihr stehtNächster Schritt
0 bis 8Grundlagen fehlen. KI läuft, wenn überhaupt, über Einzelne und private Konten.Eine verantwortliche Person benennen, zwei Abläufe auswählen, eine kurze Richtlinie zu Werkzeugen und Datenklassen beschließen, eine erste Schulung an diesen Werkzeugen.
9 bis 16Bereit für einen Piloten in einem Ablauf. Einzelne Felder haben noch Lücken.Einen Pilot mit Kennzahl und Laufzeit von acht bis zwölf Wochen starten, Werkzeugliste und Verträge vervollständigen, die Schulung dokumentieren.
17 bis 24Bereit, KI in mehrere Abläufe auszurollen.Freigabeweg und KI-Register verbindlich machen, das Budget auf ein Jahr planen, die nächsten Abläufe nach Nutzen und Risiko priorisieren.

Wichtiger als die Summe ist die Engpass-Regel: Hat ein Feld 0 oder 1 von 4 Haken, beginnt ihr dort, auch wenn die Summe hoch ist. 20 Haken mit einem leeren Feld Recht bedeuten, dass ein gut vorbereitetes Projekt an der ersten Datenschutzfrage hängen bleibt. Bei den Feldern Daten und Recht gilt das besonders, weil Lücken dort nicht durch Engagement in anderen Feldern aufzuholen sind.

Ein Rechenbeispiel: Ein Großhändler mit 60 Beschäftigten kommt auf 5 Haken bei Werkzeugen und Zielen zusammen, 3 bei Daten, 4 bei Budget, aber nur 1 bei Recht und 1 bei Kompetenz, insgesamt 14. Nach der Summe wäre er bereit für einen Pilot. Nach der Engpass-Regel kommen zuerst eine Richtlinie, die Verträge mit den Anbietern und eine Schulung am Werkzeug, danach der Pilot. Wie ein solcher Pilot aufgebaut ist, zeigt unsere Roadmap für KI-Pilotprojekte.

Kostenlose Checks und Anlaufstellen

Unser Check ist nicht der einzige. Von Behörden, öffentlich geförderten Zentren und der OECD gibt es diese Angebote:

AngebotBetreiberUmfangGut für
KI-Readiness-CheckMittelstand-Digital Zentrum Handel15 Fragen, etwa 5 Minuten, drei ErgebnisstufenHändler, die einen schnellen ersten Eindruck wollen
KI-Readiness-Check (KIRC)Mittelstand-Digital Zentrum Kaiserslautern, Fragebogen von Fachleuten des DFKIvier Themenfelder, fünf Reifegrade mit Empfehlungeneine Einordnung auf einer Stufenleiter; die Förderung des Zentrums endete Ende Juli 2026
SME AI Readiness ToolOECD18 Fragen, etwa 5 Minuten, englisch, Pilotversion für kleine und mittlere Unternehmen in den G7-Staaten, speichert keine Datenein Readiness-Profil mit Hinweisen auf Förderprogramme
KI-Compliance KompassBundesnetzagenturEinschätzung je KI-Systemdie Frage, ob ein System unter die KI-Verordnung fällt und in welche Risikoklasse

Dazu kommen die Zukunftszentren, ein Programm des Bundesarbeitsministeriums und des Europäischen Sozialfonds Plus, die kleinen und mittleren Unternehmen kostenfreie Beratung und Qualifizierung anbieten.

Große Studien messen KI-Readiness anders. Für den AI Readiness Index des Netzwerkausrüsters Cisco wurden in der Ausgabe 2025 rund 8.000 Führungskräfte aus Organisationen mit mehr als 500 Beschäftigten befragt; zur Spitzengruppe, bei Cisco „Pacesetters“ genannt, zählen rund 13 Prozent. Für einen Betrieb mit 40 Leuten taugt dieser Wert als Vergleich nicht. Unsere Felder Recht und Budget sind die Stellen, an denen ein Mittelständler andere Fragen hat als ein Konzern.

Wir haben am 1. November 2026 die fünf bestplatzierten Seiten der Google-Suche zu „KI-Readiness-Check“ gelesen, ermittelt über eine Abfrage beim Datendienst DataForSEO. Nur zwei führen zu einem Fragebogen, die übrigen drei beschreiben ein Beratungsangebot und liefern das Ergebnis erst nach Kontakt, Termin oder Auftrag. Keine der fünf nennt die Neufassung von Artikel 4 oder die verschobenen Fristen für Hochrisiko-Systeme, keine fragt nach dem Betriebsrat oder nach einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung, und keine nennt die Gewichte oder Schwellen, nach denen aus den Antworten ein Ergebnis wird.

Das Wichtigste in zwei Sätzen: Ein KI-Readiness-Check zeigt in sechs Feldern, was vor dem ersten Projekt fehlt; die häufigsten Hürden laut amtlicher Statistik sind fehlendes Wissen, rechtliche Unklarheit und Datenschutzbedenken. Zähl nur Haken, die du belegen kannst, und fang beim schwächsten Feld an, auch wenn die Summe gut aussieht.

Der erste Schritt für dein Unternehmen

Setz dich diese Woche eine Stunde mit Geschäftsführung, IT und einer Fachabteilung zusammen, geht die 24 Fragen durch und kopiert jedes Feld mit seinen Haken ins Protokoll. Das Feld mit den wenigsten Haken ist euer erstes Projekt. Liegt es bei Kompetenz, ist ein Workshop an euren eigenen Aufgaben der direkte Weg; er kann zugleich als Maßnahme nach Artikel 4 zählen, und wir protokollieren ihn mit Datum, Themen und Teilnehmenden. Wenn du das für dein Team angehen willst, sprich uns an. Diese Checkliste ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Was ist ein KI-Readiness-Check?

Ein KI-Readiness-Check prüft, ob ein Unternehmen die Voraussetzungen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz erfüllt: klare Ziele und Anwendungsfälle, nutzbare Daten, geregelte Werkzeuge, die rechtlichen Grundlagen, geschulte Beschäftigte und ein Budget. Das Ergebnis zeigt, welches Feld zuerst angegangen werden muss, bevor sich ein Pilotprojekt lohnt.

Was ist der Unterschied zwischen KI-Readiness-Check und KI-Potenzialanalyse?

Der Readiness-Check fragt, ob dein Unternehmen bereit ist: Daten, Regeln, Kompetenz, Budget. Die Potenzialanalyse fragt, wo KI im Unternehmen Nutzen bringt, also welche Abläufe sich lohnen. Beides gehört zusammen. Ohne benannte Anwendungsfälle bleibt ein Readiness-Check abstrakt, und eine Potenzialanalyse ohne Readiness-Check endet oft bei Ideen, für die Daten oder Freigaben fehlen.

Gibt es einen kostenlosen KI-Readiness-Check?

Ja. Die 24 Fragen in diesem Artikel kannst du ohne Anmeldung abhaken und kopieren. Kostenfrei ist auch der KI-Readiness-Check des Mittelstand-Digital Zentrums Handel mit 15 Fragen. Die OECD bietet kleinen und mittleren Unternehmen in den G7-Staaten das englischsprachige SME AI Readiness Tool an, eine Pilotversion mit 18 Fragen, die ohne Anmeldung läuft. Ob ein KI-System unter die KI-Verordnung fällt, schätzt der frei zugängliche KI-Compliance Kompass der Bundesnetzagentur ab.

Wie lange dauert ein KI-Readiness-Check?

Allein schaffst du die 24 Fragen in einer halben Stunde. Aussagekräftiger wird es, wenn Geschäftsführung, IT und eine Fachabteilung sie gemeinsam durchgehen, dann plan eine Stunde ein. Die Diskussion über einen fehlenden Beleg zeigt oft mehr als der Haken selbst.

Ist AI Readiness dasselbe wie KI-Readiness?

Ja. AI Readiness ist der englische Begriff, KI-Readiness die deutsche Form. Gemeint ist in beiden Fällen, wie gut ein Unternehmen vorbereitet ist, KI einzuführen und zu nutzen. Große Studien wie der AI Readiness Index von Cisco messen das bei Organisationen mit mehr als 500 Beschäftigten, für den Mittelstand sind ihre Vergleichswerte deshalb nur bedingt aussagekräftig.

Muss ein Unternehmen vor dem KI-Einsatz etwas nachweisen?

Wer übliche KI-Werkzeuge nutzt, braucht dafür weder eine Zulassung noch ein Zertifikat. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt seit Februar 2025, in der seit dem 27. Juli 2026 geltenden Fassung, dass Anbieter und Betreiber Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals und weiterer Personen in ihrem Auftrag zu unterstützen. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, diese Maßnahmen gut zu dokumentieren. Werden personenbezogene Daten verarbeitet, gelten zusätzlich die DSGVO-Pflichten, etwa der Vertrag zur Auftragsverarbeitung, wenn der Anbieter die Daten in eurem Auftrag verarbeitet, und das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten.

Quellen & Referenzen

Arno Hoffrichter, Chief Technology Officer, Collective Brain
Chief Technology Officer, Collective Brain GmbH · Hamburg

CTO bei Collective Brain. Verantwortlich für die technische Umsetzung von Web-Projekten und SEO-Architektur.