Unter dem Namen KI-Führerschein verkaufen Kammern, Bildungsträger, Hochschulen, eine Volkshochschule und Online-Akademien sehr verschiedene Kurse: ein E-Learning von rund 60 Minuten für 35 Euro, einen Präsenzvormittag für 250 Euro, eine Bildungsurlaubswoche für 360,50 Euro oder drei Stunden im eigenen Haus ab 2.500 Euro pro Gruppe. Ein gesetzlicher Begriff ist der KI-Führerschein nicht, und eine Pflicht, ihn zu machen, gibt es auch nicht. Wir haben am 19. Oktober 2026 die neun ersten Google-Treffer und 14 weitere Angebote geprüft: Preise, Abschlüsse und das, was die Anbieter über Artikel 4 der KI-Verordnung schreiben.

Vier Kolleginnen und Kollegen unterschiedlichen Alters arbeiten gemeinsam an einem Laptop. Foto: Andrea Piacquadio auf Pexels
Was ein KI-Führerschein ist und woher der Name kommt
Ein KI-Führerschein ist ein Einstiegskurs zum Umgang mit künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz, meist mit einer Bescheinigung oder einem Zertifikat am Ende. Inhalt, Dauer und Prüfung legt jeder Anbieter selbst fest. In der deutschen Fassung der KI-Verordnung kommt das Wort „Führerschein“ nicht vor, auch nicht in der Änderungsverordnung vom Juli 2026. Die Volltextsuche im Bundesrecht auf gesetze-im-internet.de findet „KI-Führerschein“ ebenfalls nicht.
Als Wortmarke ist der Name nicht eingetragen. Im Register des Deutschen Patent- und Markenamts steht eine Anmeldung der Wortmarke „KI-Führerschein“ vom 2. August 2024 für Schulungen, die zurückgenommen wurde. Die Unionsmarke „Europäischer KI Führerschein“, angemeldet im Juni 2024, wurde zurückgewiesen. Eingetragen ist seit Januar 2026 nur eine Wort-Bild-Marke mit dem Schriftzug „KI Führerschein Regensburg“, und zwar in Klasse 42, der Klasse für wissenschaftliche und technologische Dienstleistungen; Schulungen gehören in Klasse 41. Entsprechend bunt ist das Angebot: Denselben Namen tragen ein zweistündiger Termin bei der Handwerkskammer Dortmund und ein Videokurs eines Fachverlags für Steuerkanzleien.
Als Name für einen Kompetenznachweis kennt man „Führerschein“ aus der Computerschulung der Neunzigerjahre. Im August 1996 startete in Schweden die European Computer Driving Licence, kurz ECDL, entwickelt von einer Arbeitsgruppe europäischer Informatik-Fachverbände mit Unterstützung der EU-Kommission. In Deutschland zertifiziert die DLGI sie seit 1997 als Computerführerschein, heute unter dem Namen ICDL. Im Oktober 2025 hat die DLGI dafür ein Modul „Künstliche Intelligenz“ angekündigt, das auch die Vorgaben der KI-Verordnung behandelt. Wer eine standardisierte Prüfung sucht, wird dort fündig: Die ICDL-Prüfungen laufen in über 1.600 autorisierten Prüfungszentren in Deutschland.
Nicht verwechseln solltest du den KI-Führerschein mit dem Digitalführerschein (DiFü) des Vereins Deutschland sicher im Netz. Der ist kostenlos, richtet sich an Verbraucherinnen und Verbraucher aller Altersgruppen und hat ein Fokusmodul „Künstliche Intelligenz“. Entwickelt wurde er mit Fördermitteln des Bundesinnenministeriums.
Ist der KI-Führerschein Pflicht?
Nein. Eine Pflicht gibt es, sie trifft aber dein Unternehmen und schreibt keinen bestimmten Kurs vor.
Sie steht in Artikel 4 der KI-Verordnung, gilt seit dem 2. Februar 2025 und lautet seit dem 27. Juli 2026 anders als vorher. Neu gefasst hat sie die Verordnung (EU) 2026/1744, der Digital Omnibus zur KI. Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen danach Maßnahmen, „um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen zu unterstützen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind“. Zu berücksichtigen sind technische Kenntnisse, Erfahrung, Aus- und Fortbildung, der Einsatzkontext und die Personen oder Personengruppen, bei denen die Systeme eingesetzt werden. Der Absatz endet mit dem Satz: „Diese Verpflichtung verpflichtet Anbieter oder Betreiber nicht, für irgendeine Person ein bestimmtes Niveau an KI-Kompetenz zu garantieren.“ Betreiber ist dein Unternehmen, sobald dort jemand dienstlich mit ChatGPT, Copilot oder Claude arbeitet.
Ein Kurs mit bestimmtem Namen kommt in der Vorschrift nicht vor. Die EU-Kommission schreibt in ihren Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz, zuletzt aktualisiert am 27. Juli 2026: „There is no need for a certificate.“ Unternehmen können stattdessen intern aufzeichnen, welche Schulungen und anderen Maßnahmen stattgefunden haben. Strenge Vorgaben oder verpflichtende Trainings gibt es laut Kommission nicht, und Artikel 4 verpflichtet auch nicht dazu, das KI-Wissen der Beschäftigten zu messen. Die Bundesnetzagentur, seit dem 29. Juli 2026 in Deutschland für die KI-Verordnung zuständig, zählt auf, was für Artikel 4 nicht vorgeschrieben ist: garantierte Kompetenzniveaus, formalisierte oder standardisierte Trainings, externe Zertifizierungen und ein KI-Beauftragter.
„Die KI-VO sieht keine Zertifizierungspflicht für in Anspruch genommene Schulungen oder Qualifizierungsmaßnahmen vor. Die Maßnahmen können sowohl intern als auch extern durchgeführt werden.“
— Bundesnetzagentur, Seite „KI-Kompetenz“, abgerufen am 19. Oktober 2026
Die Bundesverwaltung hält es für ihre eigenen Leute genauso. In einem Papier des KI-Beratungszentrums am Bundesdigitalministerium und der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung mit Hinweisen für Grundlagen-Schulungen nach Artikel 4 heißt es: „Grundsätzlich ist ein Zertifikat nicht erforderlich“. Ein Verzeichnis der durchgeführten Schulungen könne aber sinnvoll sein. Bundesbeschäftigte können ihre Kenntnisse über einen KI-KompetenzSchein auf der Lernplattform Bund nachweisen.
Ein Bußgeld für fehlende Schulung sieht der Katalog nicht vor. Artikel 99 Absatz 4 der KI-Verordnung zählt die Pflichten auf, für die Geldbußen bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen; Artikel 4 gehört nicht dazu. Paragraf 15 des deutschen KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetzes (KI-MIG) ahndet Verstöße gegen die Artikel 21, 27, 45 und 86 mit bis zu 50.000 Euro, Artikel 4 fehlt auch dort. Folgenlos ist fehlende Kompetenz trotzdem nicht. Die Bundesnetzagentur schreibt, ein Mangel an KI-Kompetenz könne als Verletzung der Sorgfaltspflicht angesehen werden, insbesondere wenn dadurch ein Schaden entsteht. Die Kommission hält Sanktionen nach nationalem Recht für wahrscheinlicher, wenn ein Vorfall auf fehlende Schulung zurückgeht. Was du im Einzelnen belegen solltest, steht in unserem Beitrag zur KI-Schulungspflicht nach Artikel 4.
Was ein KI-Führerschein kostet: 23 Seiten im Vergleich
Für diesen Artikel haben wir am 19. Oktober 2026 die neun ersten Treffer der Google-Suche nach „ki führerschein“ geöffnet und dazu 14 weitere Kursangebote gesucht, die den Namen im Titel oder in der Beschreibung führen, zusammen 23 Seiten. Unter den neun Treffern stehen ein YouTube-Video, vier Seiten von Beratungsfirmen und Agenturen, eine IHK, zwei Bildungsträger und das Programm einer Universität. Einen Preis nennen nur zwei der neun. Über alle 23 Seiten nennen 16 einen Preis oder bieten den Kurs kostenlos an.
| Anbieter | Format und Dauer | Preis | Abschluss laut Seite |
|---|---|---|---|
| IHK-Akademie in Ostbayern | E-Learning, rund 60 Minuten | 35 Euro | Abschlussfragen, kein Zertifikat genannt |
| Online-Akademie | E-Learning, 60 bis 90 Minuten | 89 Euro netto | Zertifikat |
| Handwerkskammer Dortmund | Präsenz, 120 Minuten | 95 Euro | Teilnahmezertifikat |
| IHK Nordschwarzwald | Präsenz in Nagold, 9 bis 12.30 Uhr | 250 Euro pro Person | IHK-Teilnahmebescheinigung |
| vhs Rheingau-Taunus | Bildungsurlaub, fünf Tage live online | 360,50 Euro | Abschlussnachweis nach Wissenstest, Bestehensgrenze 80 Prozent |
| Schulungsinstitut | ein Tag live, Präsenz oder online | 690 Euro netto, Prüfung 79 Euro netto extra | Zertifikat nach freiwilliger Prüfung |
| Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft mit TU Darmstadt | ein Tag Präsenz in Bad Nauheim | 700 Euro inklusive Umsatzsteuer und Verpflegung | Bescheinigung der TU Darmstadt |
| Seminaranbieter | ein Tag live online | 840 Euro netto | Open Badge |
| Wirtschaftsverband mit Lernplattform | acht Wochen, 18 Stunden live plus Aufgaben | 2.000 Euro netto, für Mitglieder 1.500 Euro netto | Zertifikat |
| Hochschule Kempten | im eigenen Haus, 3 Stunden, bis 15 Personen | ab 2.500 Euro pro Gruppe, auf der Buchungsseite ab 2.700 Euro | Teilnahmezertifikat |
Stand: 19. Oktober 2026. Kammern und Volkshochschule geben auf ihren Seiten nicht an, ob der Preis netto oder brutto gilt. Beratungsfirmen und private Anbieter führen wir ohne Namen.
Im Umfang reicht das Feld von einer Stunde am Bildschirm bis zu vier Wochen Vollzeitunterricht, im Preis pro Person von null bis 2.000 Euro netto. Vom Preis auf den Umfang zu schließen, klappt dabei schlecht: Die fünf Kurstage der Volkshochschule kosten weniger als zwei Videokurse aus unserer Prüfung, die 497 und 590 Euro netto verlangen. Den größten Umfang hat Platz drei der Google-Treffer, und der passt selten zur Frage eines Geschäftsführers: 150 bis 160 Unterrichtseinheiten über vier Wochen in Vollzeit oder sechs Wochen in Teilzeit, live online, gedacht unter anderem für Arbeitsuchende und Berufsrückkehrer und über den Bildungsgutschein förderfähig.
Den KI-Führerschein kostenlos machen
Kostenlos waren in unserer Prüfung zwei Angebote mit dem Namen: ein Online-Kurs eines Bildungsunternehmens mit acht Einheiten zu je 15 Minuten, der kein Modul zu Recht oder Datenschutz enthält, und eine Seminarreihe der Koordinierungsstelle Frau und Beruf der Region Hannover mit zehn ganztägigen Terminen von Februar bis Dezember 2026, die sich an Frauen mit abgeschlossener Berufsausbildung richtet. Weitere kostenlose Kurse laufen ohne Führerschein im Titel. Der KI-Campus stellt alle eigenen Lernangebote kostenfrei bereit, darunter „EU AI Act Essentials“ mit acht Stunden und Leistungsnachweis. Den Kurs „Elements of AI“ der Universität Helsinki und des finnischen Unternehmens MinnaLearn gibt es auf Deutsch; die digitale Teilnahmebescheinigung bekommt, wer mindestens 90 Prozent der Übungen abschließt und mindestens die Hälfte richtig beantwortet. Die Bundesnetzagentur verweist außerdem auf die Mittelstand-Digital Zentren, in deren Netzwerk etwa 100 KI-Trainer zur Verfügung stehen.
Was die Anbieter versprechen und was davon stimmt
Auf Platz eins der Google-Treffer steht ein YouTube-Video vom Februar 2025 mit dem Titel „KI Führerschein Pflicht: Was Unternehmer jetzt wissen müssen!“. Die Beschreibung bewirbt einen dreistündigen Kurs, „der dir ein rechtssicheres Zertifikat bringt“. Der Ton ist typisch: Viele Seiten werben mit der Rechtslage, kaum eine gibt sie aktuell wieder. Nur eine der 23 Seiten erwähnt, dass Artikel 4 seit dem 27. Juli 2026 anders lautet, unter den neun ersten Google-Treffern ist es keine. Sieben Seiten beschreiben die Pflicht mit den Worten der alten Fassung: Kompetenz „sicherstellen“ oder ein „ausreichendes“ Maß davon.
Beim Zertifikat wird es großzügig. Sieben Seiten nennen ihr Zertifikat „offiziell“ oder „anerkannt“. Ein Fachverlag schreibt über sein Kurszertifikat „Ihr rechtssicherer Nachweis für die Schulungspflicht“, eine Hochschule nennt ihr Teilnahmezertifikat einen „Nachweis einer Pflichtschulung nach EU AI Act, Art. 4“. Da die Verordnung kein Zertifikat verlangt, gibt es auch keine Stelle, die eines für Artikel 4 anerkennen müsste. Belegen kann ein solches Papier, dass eine Person einen bestimmten Kurs besucht hat.
Drei Seiten verbinden den Kurs ausdrücklich mit Bußgeldern oder Sanktionen, das Video auf Platz eins warnt, ohne Führerschein „könnte es teuer werden“. Ein Schulungsinstitut nennt „Sanktionen (bis 13 Mio € / 3% weltw. Jahresumsatz)“. Diese Stufe gibt es in der KI-Verordnung nicht: Artikel 99 Absatz 4 sieht für die dort aufgezählten Pflichten bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent vor, und Artikel 4 gehört nicht zu ihnen. Ein Kurs für Steuerkanzleien schreibt, Artikel 4 verpflichte „jeden, der KI im Beruf nutzt“, über eine ausreichende KI-Kompetenz zu verfügen. Die Vorschrift richtet sich an Anbieter und Betreiber, also an dein Unternehmen und nicht an einzelne Beschäftigte.
Am klarsten formuliert ausgerechnet einer der günstigsten Online-Kurse: Der KI-Führerschein sei „ein umgangssprachlicher Begriff, keine amtliche Bezeichnung“, das Zertifikat am Ende ein privates Teilnahmezertifikat.
Was ein brauchbarer Nachweis enthält
Ein Kurszertifikat belegt den Besuch eines Kurses. Für Artikel 4 zählt, ob dein Unternehmen Maßnahmen ergriffen hat, die zu euren Werkzeugen, Aufgaben und Leuten passen. Die Bundesnetzagentur empfiehlt eine „ausreichende Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen, u.a. die Art der Maßnahmen, den inhaltlichen und zeitlichen Umfang, die teilnehmenden Personen“, dazu eine regelmäßige Auswertung und eine Auffrischung nach Bedarf. Die EU-Kommission nennt als Mindestschritte ein allgemeines Verständnis von KI im Unternehmen, die Klärung der eigenen Rolle als Anbieter oder Betreiber, den Blick auf die Risiken der konkret eingesetzten Systeme und darauf zugeschnittene Maßnahmen. Wer ChatGPT etwa für Werbetexte oder Übersetzungen nutzt, sollte laut Kommission über die konkreten Risiken informiert sein, zum Beispiel über Halluzinationen.
| Baustein der Schulungsakte | Was ein offener Kurs liefern kann | Was du selbst ergänzt |
|---|---|---|
| Art, Themen, Dauer und Datum der Maßnahme | die Bescheinigung, wenn sie diese Angaben enthält | eine Kopie in der Akte |
| Teilnehmende | eine Bescheinigung je Person | die Liste aller, die dienstlich mit KI arbeiten, mit Schulungsdatum |
| Eure Werkzeuge und eure Rolle als Betreiber | ohne Vorgespräch nur allgemeine Beispiele | die Liste der eingesetzten Systeme und eine kurze Einweisung in eure Regeln |
| Risiken eurer Anwendungen | allgemeine Risiken wie erfundene Fakten | Beispiele aus eurem Alltag: welche Daten nicht hinein dürfen, was vor dem Versand geprüft wird |
| Auswertung und Auffrischung | bei einem einmaligen Kurs nichts | eine Wiedervorlage im Kalender; neue Werkzeuge und neue Leute lösen eine eigene Runde aus |
Ein Test am Kursende schadet nicht, verlangt ist er nicht: Artikel 4 verpflichtet laut Kommission nicht dazu, das Wissen der Beschäftigten zu messen. Wie die ganze Schulungsakte aussieht, steht im Beitrag zur Schulungspflicht. Die Regeln, auf die eine Einweisung verweist, gehören in eure KI-Richtlinie.
Fünf Fragen an jeden Anbieter
| Frage | Warum sie zählt |
|---|---|
| Was steht auf der Bescheinigung? | Themen, Dauer, Datum und Name brauchst du für die Akte. |
| Welche Werkzeuge behandelt der Kurs? | Eine Übung mit Bildgeneratoren hilft wenig, wenn bei euch Copilot in Outlook läuft. |
| Welche Fassung von Artikel 4 legt der Anbieter zugrunde? | Wer noch „sicherstellen“ schreibt, arbeitet mit dem Stand vor dem 27. Juli 2026. |
| Mit welchem Bußgeld wird geworben? | Für Artikel 4 steht keines im Katalog von Artikel 99 und keines im KI-MIG. |
| Was kommt nach dem Kurs? | Neue Leute und neue Werkzeuge brauchen eine eigene Runde. |
Welcher Weg zu deinem Betrieb passt
Wie viel Schulung du brauchst, hängt daran, wie eng KI in eure Arbeit eingebunden ist. Der Name des Kurses sagt darüber wenig.
| Deine Ausgangslage | Passender Weg |
|---|---|
| Einzelne Beschäftigte nutzen ChatGPT oder Copilot gelegentlich für Texte | kostenloser Kurs oder kurzes E-Learning, dazu eine halbe Stunde zu euren Regeln und ein Eintrag in der Schulungsakte |
| Ganze Abteilungen arbeiten täglich mit KI | Kurs mit Trainer an euren eigenen Aufgaben, im Haus oder in kleiner Gruppe, aufgeteilt nach Rollen |
| Eine Person soll KI im Haus verantworten | Zertifikatslehrgang wie der KI-Manager (IHK) für diese Person; die übrigen Beschäftigten schult ihr trotzdem |
| KI entscheidet mit über Bewerbungen oder Personal | Hochrisiko-Bereich nach Anhang III: Ab dem 2. Dezember 2027 verlangt Artikel 26 Absatz 2 für die menschliche Aufsicht Personen mit der erforderlichen Kompetenz, Ausbildung und Befugnis |
Für die Beschäftigten ist eine vom Arbeitgeber bezahlte Weiterbildung steuerfrei, wenn sie der Beschäftigungsfähigkeit dient und keinen überwiegenden Belohnungscharakter hat (Paragraf 3 Nummer 19 EStG). Ob es für eure Schulung Zuschüsse gibt, steht in unserem Überblick zur Förderung von KI-Schulungen. Wie du ein Programm mit Stunden je Rolle aufbaust, zeigt unsere Blaupause für die KI-Schulung von Mitarbeitern.
Schreib diese Woche auf, welche KI-Werkzeuge bei euch dienstlich laufen und wer damit arbeitet. Mit dieser Liste fragst du jeden Anbieter, ob sein Kurs genau diese Werkzeuge behandelt und was auf der Bescheinigung steht. Wenn dein Team an euren eigenen Aufgaben lernen soll: Unsere KI-Workshops kosten als Festpreis pro Gruppe ab 1.290 Euro netto für einen halben Tag mit bis zu acht Personen, in Hamburg, in Herrnhut oder bei euch im Haus, und jeder endet mit einem Schulungsnachweis mit Themen, Datum und Teilnehmenden.
Häufige Fragen
Ist der KI-Führerschein Pflicht?
Nein. Artikel 4 der KI-Verordnung verpflichtet Unternehmen, deren Beschäftigte dienstlich mit KI arbeiten, Maßnahmen zu ergreifen, die die Entwicklung der KI-Kompetenz unterstützen. Einen bestimmten Kurs, ein Zertifikat oder eine Prüfung schreibt die Vorschrift nicht vor. Die EU-Kommission schreibt dazu: „There is no need for a certificate.“ Eine interne Aufzeichnung über Schulungen genügt. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, Art, Inhalt und zeitlichen Umfang der Maßnahmen und die Teilnehmenden zu dokumentieren.
Was kostet ein KI-Führerschein?
In unserer Prüfung von 23 Seiten am 19. Oktober 2026 reichten die Preise von kostenlos bis 2.000 Euro netto pro Person; Mitglieder eines Wirtschaftsverbands zahlen für diesen Kurs 1.500 Euro. E-Learning-Kurse von 60 bis 90 Minuten gab es für 9,90 bis 89 Euro netto pro Person, Präsenztermine bei Kammern für 95 und 250 Euro, Seminartage für 690 und 840 Euro netto oder 700 Euro inklusive Umsatzsteuer und Verpflegung. Eine Hochschule bietet drei Stunden im eigenen Haus für bis zu 15 Personen ab 2.500 Euro an.
Gibt es den KI-Führerschein kostenlos?
Ja, vereinzelt. In unserer Prüfung waren zwei Angebote mit diesem Namen kostenlos: ein Online-Kurs mit acht Einheiten zu je 15 Minuten und eine Seminarreihe der Koordinierungsstelle Frau und Beruf der Region Hannover. Weitere kostenlose Kurse laufen ohne den Namen: Der KI-Campus bietet „EU AI Act Essentials“ mit acht Stunden und Leistungsnachweis an, „Elements of AI“ gibt es auf Deutsch mit digitaler Teilnahmebescheinigung. Artikel 4 unterscheidet nicht zwischen bezahlten und kostenlosen Maßnahmen.
Gibt es einen KI-Führerschein bei der IHK?
Ja, einzelne Kammern bieten Kurse unter diesem Namen an. Die IHK Nordschwarzwald veranstaltet einen Präsenzvormittag in Nagold für 250 pro Person mit IHK-Teilnahmebescheinigung, die IHK-Akademie in Ostbayern ein E-Learning von rund 60 Minuten für 35 Euro. Die Handwerkskammer Dortmund bietet einen zweistündigen KI-Führerschein für Handwerksbetriebe für 95 Euro an. Ein bundesweit einheitliches Kammerprodukt mit diesem Namen haben wir nicht gefunden. Deutlich umfangreicher ist der Zertifikatslehrgang KI-Manager (IHK).
Ist das Zertifikat eines KI-Führerscheins offiziell anerkannt?
Für Artikel 4 braucht es keine Anerkennung, weil die KI-Verordnung kein Zertifikat verlangt. Die Bundesnetzagentur schreibt, die KI-VO sehe keine Zertifizierungspflicht für Schulungen vor. Nennt ein Anbieter sein Zertifikat „offiziell“ oder „anerkannt“, frag nach, wer es anerkennt. Ein Kurszertifikat belegt, dass eine Person einen Kurs besucht hat. Für deine Schulungsakte zählt, ob Art und Themen, Umfang und Teilnehmende festgehalten sind, am besten mit Datum.
Was ist der Unterschied zwischen KI-Führerschein und Digitalführerschein?
Der Digitalführerschein, kurz DiFü, ist ein kostenloses Lern- und Zertifizierungsangebot des Vereins Deutschland sicher im Netz für Verbraucherinnen und Verbraucher, entwickelt mit Fördermitteln des Bundesinnenministeriums. Er deckt digitale Alltagskompetenzen ab und hat ein Fokusmodul Künstliche Intelligenz. KI-Führerschein ist dagegen ein Kursname, unter dem Kammern, Bildungsträger, Hochschulen und Online-Akademien Einsteigerkurse für den Arbeitsplatz anbieten.
Quellen & Referenzen
- EU-Kommission, AI Act Service Desk: Artikel 4 KI-Verordnung (KI-Kompetenz), konsolidierte Fassung mit Stand 27. Juli 2026. ai-act-service-desk.ec.europa.eu
- EU-Kommission, AI Act Service Desk: Artikel 99 KI-Verordnung (Sanktionen). ai-act-service-desk.ec.europa.eu
- EU-Kommission, AI Act Service Desk: Artikel 26 KI-Verordnung (Pflichten der Betreiber von Hochrisiko-Systemen). ai-act-service-desk.ec.europa.eu
- EU-Kommission, AI Act Service Desk: Artikel 113 KI-Verordnung (Geltungsbeginn). ai-act-service-desk.ec.europa.eu
- Amt für Veröffentlichungen der EU: Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), Amtsblatt vom 24. Juli 2026. publications.europa.eu
- EU-Kommission: AI Literacy, Questions & Answers, zuletzt aktualisiert am 27. Juli 2026. digital-strategy.ec.europa.eu
- Bundesnetzagentur: KI-Kompetenz nach Artikel 4, keine Zertifizierungspflicht, Hinweise zur Dokumentation und zu Lernangeboten. bundesnetzagentur.de
- Bundesnetzagentur: Pressemitteilung vom 29. Juli 2026 zur Rolle als Marktüberwachungsbehörde nach dem KI-MIG. bundesnetzagentur.de
- KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG), Paragraf 15 Bußgeldvorschriften. gesetze-im-internet.de
- Einkommensteuergesetz, Paragraf 3 Nummer 19 (Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers). gesetze-im-internet.de
- Beratungszentrum für Künstliche Intelligenz (BeKI) am Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung und Bundesakademie für öffentliche Verwaltung: Kompetenzaufbau gemäß Art. 4 AI Act, Hinweise für Grundlagen-Schulungen (PDF). bmds.bund.de
- DPMAregister: Anmeldung der Wortmarke „KI-Führerschein“, Aktenzeichen 3020241147985, Anmeldung zurückgenommen. register.dpma.de
- DPMAregister: Unionsmarke „Europäischer KI Führerschein“, Nummer 019047881, Anmeldung zurückgewiesen. register.dpma.de
- DPMAregister: Wort-Bild-Marke, Registernummer 302025009960, Klasse 42. register.dpma.de
- ICDL Africa (ICDL Foundation): Geschichte der European Computer Driving Licence seit 1996. icdl.org.za
- DLGI: ICDL in Deutschland seit 1997, „Der Computerführerschein“. dlgi.de
- ICDL Deutschland: Neues ICDL-Modul Künstliche Intelligenz (13. Oktober 2025). icdl.de
- ICDL Deutschland: Häufige Fragen, Prüfungszentren. icdl.de
- Deutschland sicher im Netz: DsiN-Digitalführerschein (DiFü), Häufige Fragen. difue.de
- Deutschland sicher im Netz: DiFü-Lernzentrale, Fokusmodul Künstliche Intelligenz. difue.de
- KI-Campus: Häufige Fragen zu Kosten und Nachweisen. ki-campus.org
- KI-Campus: Kurs EU AI Act Essentials. ki-campus.org
- Elements of AI: Kurs auf Deutsch und Bedingungen der Teilnahmebescheinigung. elementsofai.de
- IHK Nordschwarzwald: KI-Führerschein, Ihr Einstieg in die Welt der Künstlichen Intelligenz. ihk.de
- IHK-Akademie in Ostbayern: KI-Führerschein (E-Learning). ihk-wissen.de
- Handwerkskammer Dortmund: KI-Führerschein für Handwerksbetriebe. hwk-do.de
- vhs Rheingau-Taunus: Onlineangebot Bildungsurlaub KI-Führerschein. vhs-rtk.de
- Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft: KI-Führerschein, Kompetenz mit Künstlicher Intelligenz, mit der TU Darmstadt. bwhw-gruppe.de
- Hochschule Kempten, Institut für angewandte KI und Robotik: KI-Führerschein. hs-kempten.de
- Fortbildungsakademie der Wirtschaft: KI-Führerschein, Grundlagen für den Beruf. faw.de
- Koordinierungsstelle Frau und Beruf Region Hannover: KI-Führerschein, Seminarprogramm 2026. frau-und-beruf-hannover.de