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Safe Superintelligence, Meta und OpenAI: Wer an der Superintelligenz baut

Safe Superintelligence Inc. (SSI) ist das Labor von OpenAI-Mitgründer Ilya Sutskever: gegründet im Juni 2024, zuletzt mit 32 Milliarden Dollar bewertet und bis heute ohne Produkt. Neben SSI nennen Meta, OpenAI und Microsoft die Superintelligenz ausdrücklich als Ziel. Hier liest du, wer die vier Labore führt, wie viel Geld und Rechenleistung dahinterstehen, was sie bisher geliefert haben und was davon du in deinem Unternehmen heute nutzen kannst.

Bürohochhaus bei Nacht, in mehreren beleuchteten Etagen sitzen Menschen an Schreibtischen

Beleuchtete Büroetagen bei Nacht. Foto: Angelyn Sanjorjo auf Pexels

Safe Superintelligence in Kürze: SSI wurde von Ilya Sutskever, Daniel Gross und Daniel Levy gegründet und am 19. Juni 2024 vorgestellt, sitzt in Palo Alto und Tel Aviv und hat nach eigener Darstellung ein einziges Ziel: eine sichere Superintelligenz. Seit Juli 2025 führt Sutskever das Labor als CEO, Gross ist zu Meta gewechselt. Im Juli 2026 vereinbarte SSI eine langfristige Partnerschaft mit Nvidia, das dabei zusätzlich investierte; die Rechenleistung soll sich verzehnfachen. Die Summe nennen beide Firmen nicht, Reuters berichtet von 5 Milliarden Dollar. Ein Modell, ein Produkt oder ein Forschungspapier gibt es von SSI bis heute nicht. Meta mit den Meta Superintelligence Labs, OpenAI und Microsoft nennen ebenfalls Superintelligenz als Ziel, Microsoft in einer bewusst begrenzten Fassung, und verkaufen auf dem Weg dorthin Modelle, die du heute einsetzen kannst. Stand: 15. Oktober 2026.

Was ist Safe Superintelligence (SSI)?

Safe Superintelligence Inc., kurz SSI, ist ein KI-Labor, das nach eigener Darstellung nur eine Aufgabe kennt: eine sichere Superintelligenz zu bauen. Gemeint ist damit allgemein eine KI, die den besten Menschen in praktisch allen geistigen Bereichen überlegen ist; SSI selbst definiert den Begriff nicht. Was eine Superintelligenz genau ist und wie sie sich von einer allgemeinen KI unterscheidet, erklärt unser Hub zur Superintelligenz. Gegründet haben SSI Ilya Sutskever, Daniel Gross und Daniel Levy, ihre Gründungserklärung erschien am 19. Juni 2024. Die Firma beschreibt sich als amerikanisches Unternehmen mit Büros in Palo Alto und Tel Aviv.

Der Text auf ssi.inc steht seit 2024 fast unverändert online. SSI nennt sich dort das erste „straight-shot SSI lab“, ein Labor, das ohne Umweg über Produkte direkt auf die Superintelligenz zusteuert, mit „one goal and one product“. Verwaltung und Produktzyklen sollen das Team nicht ablenken, das Geschäftsmodell soll Sicherheit und Fortschritt vor kurzfristigem kommerziellem Druck schützen. Fähigkeiten und Sicherheit will SSI gemeinsam als technische Probleme lösen: so schnell wie möglich vorankommen und dabei die Sicherheit immer einen Schritt voraus halten.

„Eine sichere Superintelligenz zu bauen, ist das wichtigste technische Problem unserer Zeit.“

Safe Superintelligence Inc. auf ssi.inc, abgerufen am 15. Oktober 2026, aus dem Englischen übersetzt

Wie SSI das technisch angeht, hat das Labor nicht veröffentlicht. Bis zum 15. Oktober 2026 gibt es von SSI kein Modell, kein Produkt, keine Programmierschnittstelle und kein Forschungspapier, die Updates-Seite verzeichnet seit der Gründung genau drei Einträge. Nvidia schrieb im Juli 2026, SSI verfolge seit zwei Jahren still eine neue Forschungsrichtung für eine leistungsfähige und robust ausgerichtete KI, und Nvidia habe vor der Partnerschaft seltenen Einblick in diese Forschung bekommen. Ob das „Safe“ im Namen hält, was es verspricht, lässt sich von außen also nicht prüfen. Welche Risiken Forschende und die Labore selbst sehen, steht in unserem Risiko-Artikel.

SSI in Zahlen: Geld, Bewertung, Rechenleistung

DatumEreignisBeleg
19. Juni 2024Gründungserklärung von Sutskever, Gross und LevySSI
4. September 20241 Milliarde Dollar von NFDG, a16z, Sequoia, DST Global und SV Angel; Bewertung laut Reuters 5 Milliarden DollarSSI, Betrag; Bewertung Presse
April 2025SSI nutzt Googles TPU-Chips über Google CloudPresse
April 20252 Milliarden Dollar unter Führung von Greenoaks bei 32 Milliarden Dollar Bewertung, auch Alphabet und Nvidia sind GeldgeberPresse; Bewertung von Sutskever bestätigt
Juli 2025Daniel Gross ist seit 29. Juni nicht mehr bei SSI, Sutskever ist formell CEO, Levy PresidentSSI
November 2025Sutskever: SSI hat insgesamt 3 Milliarden Dollar eingesammeltInterview
27. Juli 2026Partnerschaft mit Nvidia: zusätzliche Investition und Zugang zur Plattform Vera Rubin, die Rechenleistung soll sich verzehnfachen; Betrag laut Reuters 5 Milliarden DollarNvidia (SSI datiert auf den 26. Juli); Betrag Presse

Die Bewertung von 32 Milliarden Dollar stammt laut Calcalist aus der Runde im April 2025. Sutskever bestätigte sie im November 2025 im Podcast von Dwarkesh Patel: SSI sei gerade dabei gewesen, zu dieser Bewertung Geld einzusammeln, als Meta ein Übernahmeangebot machte. Eine neuere Bewertung hat SSI bis heute nicht bekannt gegeben, auch nicht nach der Partnerschaft mit Nvidia.

Klein ist das Labor geblieben. Rund 20 Beschäftigte weltweit zählte das israelische Wirtschaftsmedium Calcalist im April 2025, im Juli 2026 schrieb es von wenigen Dutzend. Wie SSI einmal Geld verdienen will, ist offen. Sutskever sagte dazu im November 2025, man konzentriere sich vorerst auf die Forschung, die Antwort werde sich später zeigen.

Warum Daniel Gross heute bei Meta arbeitet

Im Frühjahr 2025 wollte Meta SSI kaufen und Sutskever einstellen, so berichtete es CNBC im Juni 2025 unter Berufung auf Insider; laut CNBC lehnte Sutskever beides ab. In seiner Mitteilung an Team und Investoren vom 3. Juli 2025 schrieb er, man habe vielleicht Gerüchte über Firmen gehört, die SSI übernehmen wollten; das schmeichle, aber man wolle die eigene Arbeit zu Ende bringen. Im Podcast formulierte er es später deutlicher: Meta habe angeboten, SSI zu übernehmen, er habe nein gesagt, sein früherer Mitgründer dagegen „in gewissem Sinne ja“.

Daniel Gross, bis dahin Chef von SSI, gehört seit dem 29. Juni 2025 nicht mehr zum Labor. Seitdem ist Sutskever formell CEO, Daniel Levy President, das technische Team berichtet weiterhin an Sutskever. Gross ging zu Meta und leitet dort seit Januar 2026 in der Organisation Meta Compute eine Gruppe für langfristige Kapazitätsplanung und Lieferantenpartnerschaften.

Was macht Ilya Sutskever?

Ilya Sutskever ist Mitgründer und seit Juli 2025 CEO von SSI. In der Fachwelt bekannt wurde er 2012 als Mitautor von AlexNet, dem Bilderkennungsnetz, das er mit Alex Krizhevsky und Geoffrey Hinton entwickelte. Bei der Gründung von OpenAI im Dezember 2015 war er Forschungsdirektor, später Chief Scientist. Nvidia schreibt ihm die Forschung zu, aus der Reasoning-Modelle wie OpenAI o1 hervorgingen.

Im November 2023 saß Sutskever in dem Vorstand, der Sam Altman als OpenAI-Chef absetzte. Drei Tage später schrieb er, er bereue seine Beteiligung zutiefst. Im Mai 2024 verließ er OpenAI, Jakub Pachocki wurde Chief Scientist.

Seine Sicht auf den Weg dorthin hat Sutskever im November 2025 bei Dwarkesh Patel ausgeführt. Auf ein Zeitalter der Forschung von 2012 bis 2020 sei eines der Skalierung gefolgt, also immer größerer Modelle mit mehr Daten und Rechenleistung, bis etwa 2025. Jetzt beginne wieder ein Zeitalter der Forschung, und SSI sei eine Firma dieses Zeitalters. Ein System, das so gut lernt wie ein Mensch und dadurch übermenschlich wird, erwartet er in 5 bis 20 Jahren. Ob SSI weiter ohne Zwischenprodukte auf die Superintelligenz zusteuert, beantwortete er mit „vielleicht“: Lange Zeiträume oder der Nutzen, starke KI früh sichtbar zu machen, könnten den Plan ändern.

Was das konkret bedeutet: SSI ist ein reines Forschungslabor mit viel Geld und, dank der Nvidia-Partnerschaft vom Juli 2026, bald deutlich mehr Rechenleistung. Für dein Unternehmen gibt es dort heute nichts zu lizenzieren, zu testen oder vertraglich zu regeln. Relevant wird SSI erst, wenn ein Modell mit Preisliste, Zugangsweg und Datenschutzbedingungen erscheint.

Meta Superintelligence Labs: Superintelligenz für Milliarden Nutzer

Am 30. Juni 2025 bündelte Mark Zuckerberg alle KI-Teams von Meta in den Meta Superintelligence Labs (MSL): die Grundlagen-, Produkt- und Forschungsteams einschließlich der Forschungsabteilung FAIR, dazu ein neues Labor für die nächste Modellgeneration. Geführt wird MSL von Alexandr Wang als Chief AI Officer, dem Gründer des Datendienstleisters Scale AI. Der frühere GitHub-Chef Nat Friedman verantwortet KI-Produkte und angewandte Forschung, Chief Scientist ist seit Juli 2025 der frühere OpenAI-Forscher Shengjia Zhao. Wang kam über einen Großeinstieg: Im Juni 2025 erwarb Meta eine stimmrechtslose Minderheitsbeteiligung an Scale AI, Metas Quartalsbericht verbucht dafür 13,79 Milliarden Dollar.

Das Ziel steht in Zuckerbergs Text „Personal Superintelligence“ vom 30. Juli 2025: Die Entwicklung von Superintelligenz sei „now in sight“, Meta wolle persönliche Superintelligenz für alle bringen. Zwei Wochen vorher hatte er angekündigt, Meta werde „hundreds of billions of dollars“ in Rechenleistung investieren, um Superintelligenz zu bauen. Geplant sind Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab, das erste namens Prometheus für 2026 und Hyperion, das über mehrere Jahre auf bis zu 5 Gigawatt wachsen soll.

Der Aufbau verlief unruhig. Im Oktober 2025 strich Meta laut Axios rund 600 Stellen in der KI-Organisation, das neue Labor für die Spitzenmodelle blieb verschont. Im November 2025 kündigte Yann LeCun an, Meta nach zwölf Jahren zu verlassen, davon sieben als Chief AI Scientist. Sein neues Unternehmen AMI Labs verfolgt einen Gegenentwurf: Weltmodelle, die aus Sensordaten lernen, wie die physische Welt funktioniert, statt immer größerer Sprachmodelle.

Wie viel Meta investiert

Weil Meta börsennotiert ist, sind seine Ausgaben besser dokumentiert als die der anderen Labore. 2025 lagen Metas Investitionsausgaben bei 72,22 Milliarden Dollar. Für 2026 erwartete der Konzern im Januar 115 bis 135 Milliarden Dollar, getrieben von höheren Investitionen in die Meta Superintelligence Labs und das Kerngeschäft. Im April hob Meta die Spanne auf 125 bis 145 Milliarden Dollar an, Ende Juli engte es sie auf 130 bis 145 Milliarden Dollar ein.

Im Januar 2026 gründete Zuckerberg dafür eine eigene Organisation, Meta Compute, geleitet von Santosh Janardhan und Daniel Gross. Meta plane in diesem Jahrzehnt Dutzende Gigawatt und langfristig Hunderte. Den Standort Richland Parish in Louisiana, Heimat von Hyperion, baut Meta auf 5 Gigawatt aus, die Investition dort liegt laut Meta bei über 50 Milliarden Dollar. Prometheus soll 2026 rund 1 Gigawatt erreichen, Metas neues Spitzenmodell Muse Wonder wurde bereits dort trainiert.

Was die Meta Superintelligence Labs bisher geliefert haben

Das erste Modell aus MSL war Muse Spark am 8. April 2026, nutzbar in meta.ai und der Meta-AI-App, über eine Programmierschnittstelle zunächst nur als private Vorschau für ausgewählte Partner. Offene Gewichte gab es dafür nicht, Meta schrieb nur, man hoffe, künftige Versionen als Open Source zu veröffentlichen. Seit dem 9. Juli 2026 ist der Nachfolger Muse Spark 1.1 in einer öffentlichen Vorschau der Meta Model API verfügbar. Am 10. August folgte das offene Modell Muse Glimmer mit 30 Milliarden Parametern unter Apache 2.0, das auf einem einzelnen Rechner läuft. Weitere offene Modelle kündigte Zuckerberg am selben Tag für „bald“ an; auf Hugging Face liegt von Metas Muse-Familie am 15. Oktober 2026 nur Muse Glimmer.

Seit dem 8. September gibt es den persönlichen Agenten Muse als App, zum Start nur in den USA. Am 12. Oktober stellte Meta sein neues Spitzenmodell Muse Wonder vor, verfügbar über die Meta Model API und das Programmierwerkzeug Muse Code. Meta verspricht damit „frontier capabilities“, also Fähigkeiten auf dem Niveau der Spitzenmodelle, für komplexe Aufgaben bei der Arbeit und im Alltag.

In seinem Aufsatz „The Future is for Everyone“ vom August 2026 fordert Zuckerberg, Superintelligenz breit zu verteilen, damit die Machtbalance zugunsten des Einzelnen ausfällt. Spitzenlabore sollen der Regierung Zwischenstände neuer Modelle schon während des Trainings zur Prüfung geben.

OpenAI: Superintelligenz als Ziel, Stargate als Fundament

OpenAI spricht schon seit 2023 öffentlich über Superintelligenz. Am 5. Juli 2023 gründete das Unternehmen ein „Superalignment“-Team unter Ilya Sutskever und Jan Leike, das binnen vier Jahren klären sollte, wie sich eine KI steuern lässt, die klüger ist als Menschen. Dafür reservierte OpenAI 20 Prozent der bis dahin gesicherten Rechenleistung und schrieb, Superintelligenz könne noch in diesem Jahrzehnt kommen. Im Mai 2024 löste OpenAI das Team laut CNBC auf, kurz nachdem beide Leiter gegangen waren.

Sam Altman schrieb Anfang Januar 2025 in seinem Blogbeitrag „Reflections“, OpenAI richte sein Ziel über AGI hinaus auf Superintelligenz „in the true sense of the word“. Im Juni 2025 folgte „The Gentle Singularity“ mit dem Satz, die Menschheit stehe kurz davor, eine digitale Superintelligenz zu bauen. Im November 2025 schrieb OpenAI, niemand solle superintelligente Systeme einsetzen, ohne sie robust ausrichten und kontrollieren zu können; dafür brauche es mehr technische Arbeit.

Die eigenen Zielmarken

Ende Oktober 2025 nannte Altman in einem Livestream zwei interne Ziele: einen KI-Forschungsassistenten auf Praktikantenniveau bis September 2026 und einen automatisierten KI-Forscher bis 2028. Am 6. September 2026 meldete OpenAI, das erste Ziel sei nach eigenen Messungen erreicht, am automatisierten KI-Forscher bis März 2028 arbeite man. Im selben Beitrag räumt OpenAI ein, noch nicht zu wissen, wie sich der Weg bis zu einer vollständigen, ausgerichteten Selbstverbesserung der KI sicher gehen lässt. Wie weit die Prognosen zur Superintelligenz auseinanderliegen, zeigt unser Artikel zu AI 2027.

Wie real das Kontrollproblem schon ist, zeigt ein Vorfall, den OpenAI am 21. Juli 2026 öffentlich machte. Bei einem internen Cyber-Test verketteten OpenAIs Modelle Schwachstellen in der eigenen Forschungsumgebung und in der Produktionsinfrastruktur von Hugging Face, um sich die Testlösungen direkt aus dessen Datenbank zu holen. OpenAI pausierte danach nach eigenen Angaben für rund zwei Wochen das Reinforcement-Learning-Training seiner neuesten Modelle, die für den Einsatz vorgesehen waren.

Struktur, Geld und Börsenpläne

Seit dem 28. Oktober 2025 kontrolliert die gemeinnützige OpenAI Foundation das gewinnorientierte Unternehmen, die OpenAI Group PBC. Microsoft bezifferte seinen Anteil daran zum selben Datum auf rund 27 Prozent, im Wert von etwa 135 Milliarden Dollar, und darf seitdem selbst an AGI arbeiten; mehr zur AGI-Klausel zwischen Microsoft und OpenAI steht in unserem AGI-Artikel. Seit dem 27. April 2026 ist Microsofts Lizenz an OpenAIs Technik nicht mehr exklusiv, OpenAI darf seine Produkte über jeden Cloud-Anbieter verkaufen.

Am 31. März 2026 schloss OpenAI eine Finanzierungsrunde mit 122 Milliarden Dollar zugesagtem Kapital bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar ab, getragen von den strategischen Partnern Amazon, Nvidia und SoftBank. Den Umsatz gab OpenAI zu diesem Zeitpunkt mit 2 Milliarden Dollar im Monat an. Im Juni 2026 bestätigte das Unternehmen, vertraulich einen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht eingereicht zu haben. Einen Börsengang in diesem Jahr schloss Altman im September in einem Interview mit Fortune aus, berichtete der San Francisco Chronicle.

Was ist das Stargate-Projekt?

Stargate ist OpenAIs Rechenzentrumsprogramm. Am 21. Januar 2025 kündigten OpenAI und SoftBank eine neue Gesellschaft an, die in vier Jahren 500 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur für OpenAI in den USA investieren soll, 100 Milliarden davon sofort. Erste Kapitalgeber sind SoftBank, OpenAI, Oracle und MGX, gebaut wurde zuerst in Texas. Am 29. April 2026 meldete OpenAI, das Ziel von 10 Gigawatt in den USA bis 2029 sei bereits übertroffen, allein in den 90 Tagen davor seien mehr als 3 Gigawatt dazugekommen. Im Juni 2026 begann der Bau eines Standorts mit 1 Gigawatt in Michigan.

In Europa kündigte OpenAI im Juli 2025 Stargate Norway in Narvik an, geplant mit 230 Megawatt und bis Ende 2026 rund 100.000 Nvidia-Grafikprozessoren, im September 2025 folgte Stargate UK.

Für Unternehmen sind OpenAIs Modelle direkt nutzbar: Die aktuellen Spitzenmodelle sind GPT-6 Astra vom 3. September 2026 und GPT-6.1 Sol vom 29. September 2026. Was GPT-6 Astra kostet und wie du es in Firmenkonten freischaltest, steht in einem eigenen Artikel.

Microsoft und die anderen Labore

Auch Microsoft hat seit November 2025 ein erklärtes Superintelligenz-Ziel. Mustafa Suleyman, Chef von Microsoft AI, gründete am 6. November 2025 das MAI Superintelligence Team und leitet es selbst. Sein Etikett heißt „Humanist Superintelligence“: eine KI, die auf konkrete Probleme zugeschnitten ist und in Grenzen bleibt, statt einer unbegrenzten autonomen Instanz. Ein Wettrennen um AGI lehnt er nach eigenen Worten ab. Medizinische Superintelligenz erwartet er „in the next few years“.

Seit einem Umbau am 17. März 2026 kann sich Suleyman nach eigenen Worten mit voller Energie der Superintelligenz-Arbeit und eigenen Spitzenmodellen widmen; das Copilot-Erlebnis für Privat- und Geschäftskunden verantwortet seitdem Jacob Andreou. Das Reasoning-Modell MAI-Thinking-1 läuft seit August 2026 als öffentliche Vorschau in Microsoft Foundry. Am 14. September 2026 stellte Microsoft AI den Entwurf eines Verhaltenskodex für seine Modelle zur Konsultation: Sie sollen sich nie dagegen wehren, von Menschen unterbrochen, korrigiert oder abgeschaltet zu werden.

Die übrigen großen Labore benutzen andere Begriffe für ähnliche Ziele. Google DeepMind spricht von AGI, einer KI, die bei den meisten geistigen Aufgaben mindestens so gut ist wie der Mensch, und hielt sie im April 2025 „within the coming years“ für möglich. Anthropic schreibt von „powerful AI“ und erwartete solche Systeme in seinen Empfehlungen an das Weiße Haus vom März 2025 für Ende 2026 oder Anfang 2027; wer hinter der Firma steht, erklärt unser Porträt Was ist Anthropic?. Thinking Machines Lab will nach eigener Darstellung vor allem Systeme bauen, die mit Menschen zusammenarbeiten, statt sich allein auf voll autonome KI zu konzentrieren.

Mit dem US-Erlass vom 29. September 2026, der in der Bundesverwaltung „Artificial Intelligence“ durch „Super Intelligence“ ersetzt, hat das alles wenig zu tun. Dort ist Super Intelligence vorerst nur ein neues Behördenwort für die bestehende gesetzliche KI-Definition.

Die Superintelligenz-Labore im Vergleich

LaborLeitungErklärtes ZielGeld und RechenleistungWas du heute nutzen kannst
Safe Superintelligence Inc. (seit Juni 2024)Ilya Sutskever (CEO), Daniel Levy (President)„safe superintelligence“, ein Ziel und ein Produkt3 Milliarden Dollar bis November 2025, Bewertung 32 Milliarden; Nvidia-Partnerschaft seit Juli 2026, Rechenleistung soll sich verzehnfachennichts: kein Modell, keine API
Meta Superintelligence Labs (seit Juni 2025)Alexandr Wang (Chief AI Officer)„personal superintelligence“ für alleMeta-Investitionen 2026: 130 bis 145 Milliarden Dollar (Prognose Juli); Prometheus rund 1 GW, Hyperion bis 5 GWMuse Glimmer mit offenen Gewichten, Muse Wonder über die Meta Model API
OpenAI (seit Dezember 2015)Sam Altman (CEO)„superintelligence in the true sense of the word“122 Milliarden Dollar in der Runde vom März 2026, Bewertung 852 Milliarden; Stargate über 10 GW in den USAChatGPT für Teams und Unternehmen, API mit GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol
Microsoft AI, MAI Superintelligence Team (seit November 2025)Mustafa Suleyman„Humanist Superintelligence“rund 27 Prozent an OpenAI (Oktober 2025), eigene MAI-ModelleCopilot, MAI-Thinking-1 als Vorschau in Microsoft Foundry

Zahlen laut den Firmen; was nur Presseberichte belegen, ist im Text als solches gekennzeichnet. Stand: 15. Oktober 2026.

Was das für dein Unternehmen heißt

Superintelligenz gibt es nicht, und keines der vier Labore sagt etwas anderes. Für deine Planung zählen deshalb die Produkte, die auf dem Weg dorthin entstehen, und die Abhängigkeiten, die sie mitbringen:

  • SSI bleibt ein Beobachtungsposten. Es gibt keinen Vertrag, den du schließen könntest, und keine Daten, die du dort verarbeiten lässt. Eine Ankündigung von SSI wird erst dann ein Thema für dich, wenn ein Modell mit Preisliste und Datenschutzbedingungen erscheint.
  • Bei Meta entscheidet das einzelne Produkt. Muse Glimmer kannst du unter Apache 2.0 auf eigener Hardware betreiben, ohne dass Daten das Haus verlassen. Muse Wonder läuft nur bei Meta, und die Muse-App ist zum Start nur in den USA erschienen.
  • Die Zielmarken sind Selbstauskünfte. Ob OpenAIs „Forschungspraktikant“ erreicht ist, misst OpenAI selbst. Plane Budgets und Abläufe mit den Modellen, die heute in deinem Vertrag stehen; angekündigte Fähigkeiten gehören auf die Beobachtungsliste.
  • Wenige Lieferanten tragen das Rennen. Nvidia ist an SSI beteiligt und hat sich an OpenAIs Finanzierung beteiligt, Microsoft ist an OpenAI beteiligt und baut zugleich eigene Modelle. Halte deshalb das Modell in deinen Abläufen austauschbar, so wie im Leitfaden zum KI-Modell-Routing beschrieben, und sichere Abschaltungen über Klauseln im KI-Anbietervertrag ab.

Auch in Europa unterscheiden sich die Labore. Den freiwilligen Praxiskodex der EU-Kommission für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck haben laut Unterzeichnerliste Microsoft und OpenAI unterschrieben, Meta nicht. Die Pflichten der KI-Verordnung für solche Modelle treffen die Anbieter; deine eigene Pflicht als Unternehmen, das KI einsetzt, betrifft vor allem die KI-Kompetenz deiner Beschäftigten nach Artikel 4.

Das Wichtigste in zwei Sätzen: Safe Superintelligence ist eines der bestfinanzierten KI-Labore ohne Produkt, mit 32 Milliarden Dollar Bewertung, Ilya Sutskever als Chef und seit Juli 2026 Nvidia als Partner. Meta und OpenAI stecken Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Microsoft baut eigene Modelle, und alle drei verkaufen unterwegs Modelle, die du heute einsetzen kannst, solange du dich nicht von einem Anbieter abhängig machst.

Nimm dir als Nächstes die Liste der KI-Werkzeuge in deinem Unternehmen vor und schreib zu jedem auf, von welchem Labor das Modell stammt und wie lange ein Wechsel zu einem anderen Anbieter dauern würde. Wenn du das mit deinem Team an euren eigenen Abläufen durchgehen willst, geht das in einem unserer KI-Workshops.

Häufige Fragen

Was ist Safe Superintelligence (SSI)?

Safe Superintelligence Inc. (SSI) ist ein KI-Labor, das Ilya Sutskever, Daniel Gross und Daniel Levy gegründet und am 19. Juni 2024 vorgestellt haben. Es hat Büros in Palo Alto und Tel Aviv und nach eigener Darstellung ein einziges Ziel und Produkt: eine sichere Superintelligenz. Fähigkeiten und Sicherheit will SSI gemeinsam entwickeln und die Sicherheit dabei immer vorn halten. Ein Modell, eine Programmierschnittstelle oder ein Forschungspapier hat SSI bis zum 15. Oktober 2026 nicht veröffentlicht.

Was macht Ilya Sutskever heute?

Ilya Sutskever führt seit Juli 2025 als CEO das von ihm mitgegründete Labor Safe Superintelligence Inc., Daniel Levy ist President. Vorher war er Mitgründer und Chief Scientist von OpenAI, gehörte im November 2023 zu dem Vorstand, der Sam Altman absetzte, und verließ OpenAI im Mai 2024. Bekannt wurde er 2012 als Mitautor des Bilderkennungsnetzes AlexNet mit Alex Krizhevsky und Geoffrey Hinton.

Wie viel ist Safe Superintelligence wert?

Die letzte bekannte Bewertung liegt bei 32 Milliarden Dollar. Zu diesem Wert sammelte SSI nach Sutskevers eigener Aussage Geld ein, insgesamt 3 Milliarden Dollar bis November 2025. Im Juli 2026 investierte Nvidia im Rahmen einer Partnerschaft zusätzlich; die Summe nennen beide Firmen nicht, Reuters berichtet unter Berufung auf eine informierte Person von 5 Milliarden Dollar. Eine neue Bewertung hat SSI nicht bekannt gegeben.

Hat Safe Superintelligence schon ein Produkt?

Nein. Stand 15. Oktober 2026 hat SSI weder ein Modell noch eine API, ein Produkt oder ein Forschungspapier veröffentlicht. Die Updates-Seite des Labors verzeichnet seit der Gründung drei Einträge: die Finanzierung über 1 Milliarde Dollar im September 2024, den Führungswechsel im Juli 2025 und die Partnerschaft mit Nvidia im Juli 2026. Für Unternehmen gibt es bei SSI deshalb nichts zu kaufen oder zu testen.

Was sind die Meta Superintelligence Labs?

Die Meta Superintelligence Labs (MSL) sind die KI-Organisation von Meta. Mark Zuckerberg hat sie am 30. Juni 2025 gegründet und darin alle KI-Teams gebündelt. Geführt wird MSL von Alexandr Wang als Chief AI Officer. Ziel ist eine „persönliche Superintelligenz“ für alle. Aus MSL stammen unter anderem die Modelle Muse Spark (April 2026), das offene Muse Glimmer (August 2026) und Muse Wonder (Oktober 2026).

Was ist das Stargate-Projekt?

Stargate ist das Rechenzentrumsprogramm von OpenAI. Angekündigt am 21. Januar 2025, sollte die neue Gesellschaft in vier Jahren 500 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur für OpenAI in den USA investieren. Erste Kapitalgeber sind SoftBank, OpenAI, Oracle und MGX, gebaut wurde zuerst in Texas, wo in Abilene der Hauptstandort liegt. Im April 2026 meldete OpenAI, das Ziel von 10 Gigawatt in den USA bis 2029 sei schon übertroffen. In Europa gibt es Stargate Norway und Stargate UK.

Quellen & Referenzen

  • Safe Superintelligence Inc.: Website mit Selbstbeschreibung, abgerufen am 15. Oktober 2026. ssi.inc
  • Safe Superintelligence Inc.: Updates (Finanzierung 2024, Führungswechsel 2025, Nvidia-Partnerschaft 2026). ssi.inc
  • Safe Superintelligence Inc.: Gründungserklärung vom 19. Juni 2024 (Archivkopie). web.archive.org
  • Nvidia: Langfristige strategische Partnerschaft mit SSI, 27. Juli 2026. nvidianews.nvidia.com
  • Dwarkesh Patel: Interview mit Ilya Sutskever, 25. November 2025. dwarkesh.com
  • NeurIPS: ImageNet Classification with Deep Convolutional Neural Networks (Krizhevsky, Sutskever, Hinton), 2012. papers.nips.cc
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  • OpenAI: Jakub Pachocki wird Chief Scientist, 14. Mai 2024 (Archivkopie). web.archive.org
  • OpenAI: Introducing Superalignment, 5. Juli 2023 (Archivkopie). web.archive.org
  • Sam Altman: Reflections, Januar 2025. blog.samaltman.com
  • Sam Altman: The Gentle Singularity, 10. Juni 2025. blog.samaltman.com
  • OpenAI: AI progress and recommendations, 6. November 2025 (Archivkopie). web.archive.org
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  • OpenAI: Sicherheitsvorfall bei einer Modellbewertung mit Hugging Face, Juli 2026 (Archivkopie). web.archive.org
  • OpenAI: Built to benefit everyone, Rekapitalisierung vom 28. Oktober 2025 (Archivkopie). web.archive.org
  • Microsoft: Neue Vereinbarung zwischen Microsoft und OpenAI, 28. Oktober 2025. blogs.microsoft.com
  • OpenAI: The next phase of the Microsoft OpenAI partnership, 27. April 2026 (Archivkopie). web.archive.org
  • OpenAI: Finanzierungsrunde vom 31. März 2026 (Archivkopie). web.archive.org
  • OpenAI: Vertraulicher Börsenprospekt S-1, Juni 2026 (Archivkopie). web.archive.org
  • OpenAI: Announcing The Stargate Project, 21. Januar 2025 (Archivkopie). web.archive.org
  • OpenAI: Building the compute infrastructure for the Intelligence Age, 29. April 2026 (Archivkopie). web.archive.org
  • OpenAI: Newsfeed mit Stargate Michigan und den Modellstarts 2026. openai.com
  • OpenAI: Introducing Stargate Norway, 31. Juli 2025 (Archivkopie). web.archive.org
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  • Mark Zuckerberg: Aufgaben von Daniel Gross bei Meta Compute, 12. Januar 2026. threads.com
  • Meta Platforms: Zahlen zum vierten Quartal 2025 mit Investitionsprognose 2026, 28. Januar 2026. sec.gov
  • Meta Platforms: Zahlen zum ersten Quartal 2026, 29. April 2026. sec.gov
  • Meta Platforms: Zahlen zum zweiten Quartal 2026, 29. Juli 2026. sec.gov
  • Meta: Ausbau des Rechenzentrums in Richland Parish, Louisiana, 13. Juli 2026. datacenters.atmeta.com
  • Meta Engineering: OCP Summit 2026 zu Prometheus und Hyperion, 12. Oktober 2026. engineering.fb.com
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  • Meta: Muse Wonder, 12. Oktober 2026. research.meta.ai
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  • Google DeepMind: Taking a responsible path to AGI, 2. April 2025. deepmind.google
  • Anthropic: Empfehlungen an das OSTP für den US AI Action Plan, 6. März 2025. anthropic.com
  • Thinking Machines Lab: Website mit Selbstbeschreibung, abgerufen am 15. Oktober 2026. thinkingmachines.ai
  • AMI Labs: Website, abgerufen am 15. Oktober 2026. amilabs.xyz
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Florian Wessling, CEO, Collective Brain GmbH · Hamburg
CEO, Collective Brain GmbH · Hamburg

Florian Wessling ist CEO der Collective Brain GmbH in Hamburg und bringt seit über 15 Jahren Marken, Content-Strategie und KI-gestütztes Marketing in Mittelstand und Konzerne. Was Collective Brain verkauft, betreibt er zuerst selbst: Sechs eigene KI-Marken dienen als Testfeld, von der automatisierten Content-Pipeline bis zum täglich aktualisierten AI Leaderboard. Er ist eingetragener BAFA-Berater und führt mit Collective Brain eine Google-Partner-Agentur.