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4 von 10 Mittelständlern sind für KI unsichtbar: die Ergebnisse unserer Messung

Wenn ein Einkäufer wissen will, wer Sondermaschinen baut, fragt er immer öfter eine KI. Die Antwort kommt als fertiger Text mit einer Handvoll Firmennamen. Wir wollten wissen, wie oft der deutsche Mittelstand in dieser Handvoll steckt. Also haben wir gemessen, was sonst nur behauptet wird.

Infografik: 39,9 Prozent des Mittelstands tauchen in keiner KI-Antwort auf, dargestellt als Raster aus 10 Firmen-Kacheln, von denen 4 nur als Umriss erscheinen

Die Kernzahl des KI-Sichtbarkeits-Reports Mittelstand 2026. Grafik: Collective Brain

Stand dieser Auswertung: Alle Zahlen stammen aus der ersten Messwelle mit Erhebungsstichtag 17. Juli 2026. Die nächste Welle läuft im vierten Quartal 2026 mit identischen Fragen, damit die Werte vergleichbar bleiben. Drei Befunde haben wir inzwischen einzeln aufgearbeitet: das Branchengefälle von 10 bis 70 Prozent, die Verdrängung der Firmen-Websites durch Verzeichnisse und die 7 Muster, die sichtbare von unsichtbaren Unternehmen trennen.
Das Wichtigste vorab: Für den KI-Sichtbarkeits-Report Mittelstand 2026 haben wir Perplexity und Google Gemini 986 Antworten zu 193 unabhängigen Mittelständlern aus 10 Branchen entlockt. Ergebnis: 39,9 % der Unternehmen tauchen in keiner einzigen Antwort zu ihrer eigenen Branche auf. 61 % der Antworten zitieren Verzeichnisse wie Wer liefert was statt der Firmen-Websites. Und die KIs kennen fast jede Firma, sie empfehlen sie nur nicht. Der komplette Report steht als kostenloses PDF bereit.

Unsere interne Schätzung vor der Messung lag bei einem Viertel. Gemessen sind es 4 von 10.

Was wir gemacht haben

Für den Report haben wir 193 unabhängige, familien- oder eigentümergeführte Unternehmen aus 10 Branchen ausgewählt, jede Aufnahme mit öffentlicher Quelle belegt. Dann haben wir Perplexity und Google Gemini die Fragen gestellt, die echte Entscheider stellen: „Welche Anbieter für Montage-Automation gibt es in Deutschland?” Jede der 100 Fragen dreimal pro System, dazu ein Direktcheck je Firma. Insgesamt 986 Antworten mit über 12.000 zitierten Quellen.

Die Fragen nennen keine Firmennamen. Kein Unternehmen wusste von der Messung, keines ist Kunde bei uns.

Die 5 Befunde

39,9 % sind unsichtbar. 77 der 193 Firmen kommen in keiner der 60 Antworten zu ihrer Branche vor, weder als Nennung noch als Quelle. Jede hatte 60 Chancen.

Das Branchen-Gefälle ist drastisch. Metall- und Kunststoff-Zulieferer: 70 % unsichtbar. Logistik: 63 %. Medizintechnik: 10 %. Wer Produktmarken, Fachpresse-Präsenz und Wikipedia-Artikel hat, wird gefunden. Wer eine Website mit Maschinenpark und Zertifikaten hat, nicht.

Verzeichnisse besetzen den Platz der Firmen. 61 % aller Antworten zitieren Plattformen wie Wer liefert was, Europages oder IndustryStock statt der Unternehmens-Websites. Nur 54 der 193 Firmen werden überhaupt je über die eigene Website belegt. Wer da zitiert wird, lohnt einen zweiten Blick: wlw und Europages gehören beide der Hamburger Visable GmbH. Bei der ist am 14. November 2023 Alibaba.com eingestiegen, die B2B-Sparte des chinesischen Konzerns, geführt über dessen International Digital Commerce Group. Visable selbst spricht in der Mitteilung von einer Investition und betont, als eigenständiges Unternehmen mit eigener Marke weiterzuarbeiten; von einer Anteilsmehrheit berichten Presse und Wikipedia, die Pressemitteilung beziffert den Anteil nicht. Der Sichtbarkeitsplatz, den deine Website in der KI-Antwort nicht bekommt, liegt also bei einer Plattform, deren größter Anteilseigner im Ausland sitzt.

Sichtbarkeit ist zersplittert. Nur 60 Firmen sind in beiden KI-Systemen sichtbar, 56 nur in einem. Wer seine Lage nur in einem System prüft, kennt sie nicht.

Bekannt sein reicht nicht. Das ist der vielleicht wichtigste Befund: Fragt man die KI direkt nach einer Firma, kennt sie praktisch jede. 0 % unbekannt. Empfohlen wird trotzdem nur, wer zitierfähiges Material an den richtigen Stellen hat. Die Information ist da, sie wird nur nicht abgerufen, wenn es zählt.

Die KI liest den Mittelstand nicht direkt. Sie liest, was Plattformen über ihn schreiben.

Was das für dich heißt

Die kaufnahen Fragen sind die verlorensten: Bei konkreten Beschaffungsfragen („unsere Stromkosten steigen, welche Anbieter kommen infrage?”) enthielten nur 42 % der Antworten überhaupt eine Firma aus unserem Panel. Genau da, wo Aufträge entstehen, empfehlen KIs am seltensten konkrete Mittelständler.

Die gute Nachricht: Was sichtbare Firmen anders machen, ist reproduzierbar. Im Report beschreiben wir 7 Muster, von Seiten, die Kundenfragen beantworten, über gepflegte Verzeichnisprofile bis zum konsistenten Firmennamen, und übersetzen sie in 7 konkrete Schritte. Nichts davon braucht ein Millionenbudget.

Der komplette Report, kostenlos: Alle Ergebnisse, die offene Methodik, der Branchenvergleich und die 7 Schritte stehen im vollständigen KI-Sichtbarkeits-Report Mittelstand 2026 (14 Seiten PDF). Die Messung wiederholen wir quartalsweise mit identischen Fragen.

Wenn du wissen willst, wie sichtbar dein Unternehmen in KI-Antworten ist: Genau diese Messung machen wir auch für einzelne Firmen, als Teil unserer Arbeit an KI-Sichtbarkeit und GEO. Welche 22 Faktoren dabei über ein Zitat entscheiden, haben wir in einer eigenen Auswertung aufgeschlüsselt. Einen Überblick über das KI-Angebot der Gruppe findest du unter AI Services.

Häufige Fragen

Wie wurde die KI-Sichtbarkeit des Mittelstands gemessen?

Wir haben 193 unabhängige, familien- oder eigentümergeführte Unternehmen aus 10 Branchen ausgewählt und jede Aufnahme mit einer öffentlichen Quelle belegt. Dazu kamen 100 branchentypische Beschaffungsfragen, die keine Firmennamen enthalten, jede davon dreimal in Perplexity und dreimal in Google Gemini, plus ein Direktcheck je Firma in beiden Systemen. Zusammen sind das 986 Antworten mit über 12.000 zitierten Quellen. Erhebungsstichtag war der 17. Juli 2026. Kein Unternehmen wusste von der Messung, keines ist Kunde bei uns.

Warum empfiehlt die KI mein Unternehmen nicht, obwohl sie es kennt?

Weil Kennen und Empfehlen zwei verschiedene Dinge sind. Fragt man direkt nach einer einzelnen Firma, kennt die KI praktisch jede: 0 Prozent kamen im Direktcheck als unbekannt zurück. Bei der offenen Anbieterfrage zieht das System aber nur heran, wofür es zitierfähige Belege an den Stellen findet, die es als Quelle nutzt. In 61 Prozent der Antworten waren das Verzeichnisse wie Wer liefert was oder Europages, und nur 54 der 193 Firmen wurden überhaupt je über die eigene Website belegt.

Welche Branchen sind am stärksten betroffen?

Das Gefälle zwischen den Branchen ist größer als der Unterschied zwischen einzelnen Firmen. Bei Metall- und Kunststoffzulieferern sind 70 Prozent unsichtbar, in der Logistik 63 Prozent, in der Medizintechnik dagegen nur 10 Prozent. Ausschlaggebend sind Produktmarken, Fachpresse-Präsenz und Wikipedia-Einträge, also Material, aus dem ein KI-System zitieren kann. Die Firmengröße allein sagt dagegen wenig aus. Die Ursachen im Detail stehen in unserer Branchenauswertung.

Was hilft kurzfristig, um in KI-Antworten aufzutauchen?

Zwei Hebel wirken schnell, weil sie genau an den zitierten Quellen ansetzen: gepflegte Profile in den Verzeichnissen, die tatsächlich zitiert werden, und eigene Seiten, die die Fragen deiner Kunden im Wortlaut beantworten statt Maschinenpark und Zertifikate aufzuzählen. Wichtig ist außerdem, die Lage in mehreren Systemen zu prüfen: Nur 60 der 193 Firmen waren in Perplexity und Gemini gleichzeitig sichtbar, 56 nur in einem der beiden. Die vollständige Systematik steht in den 7 Mustern sichtbarer Unternehmen.

Quellen & Referenzen

  • Collective Brain: KI-Sichtbarkeits-Report Mittelstand 2026, vollständiger Report mit Methodik-Dokumentation und Branchenvergleich. collectivebrain.de
  • Wikipedia: Wer liefert was, Markengeschichte und Zugehörigkeit zur Visable GmbH. de.wikipedia.org
  • Beschaffung aktuell: wlw und Europages unter der Dachmarke Visable. beschaffung-aktuell.industrie.de
  • Visable: Pressemitteilung vom 14. November 2023 zum Einstieg von Alibaba.com, Primärquelle für Zeitpunkt und Eigenständigkeitszusage. visable.com
Florian Wessling, CEO, Collective Brain GmbH · Hamburg
CEO, Collective Brain GmbH · Hamburg

Florian Wessling ist CEO der Collective Brain GmbH in Hamburg und bringt seit über 15 Jahren Marken, Content-Strategie und KI-gestütztes Marketing in Mittelstand und Konzerne. Was Collective Brain verkauft, betreibt er zuerst selbst: Sechs eigene KI-Marken dienen als Testfeld, von der automatisierten Content-Pipeline bis zum täglich aktualisierten AI Leaderboard. Er ist eingetragener BAFA-Berater und führt mit Collective Brain eine Google-Partner-Agentur.