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KI-Bilder erstellen im Unternehmen: Tools, Rechte und Kennzeichnung

Ein Motiv für den Messe-Post, ein neuer Hintergrund fürs Produktfoto, ein Bild für die Stellenanzeige: Mit KI entsteht so etwas in einer Minute, und fast jedes Werkzeug hat einen kostenlosen Einstieg. Im Unternehmen ist das Erzeugen der leichte Teil. Schwieriger sind die Fragen, die in keiner Tool-Liste stehen: Mit welchem Konto darf dein Team arbeiten, wem gehört das Ergebnis, und wann braucht ein Bild seit dem 2. August 2026 einen sichtbaren KI-Hinweis? Hier bekommst du die Anleitung und die Antworten, Stand 7. Oktober 2026.

Grafiktablett mit bunter Stadtillustration, daneben Eingabestift und Brille, dahinter ein Monitor mit Code

Eine comicartige Stadtillustration auf dem Grafiktablett. Wer solche Motive heute per Prompt erzeugt, sollte vorher wissen, mit welchem Konto. Foto: Kevin Williams auf Pexels

KI-Bilder erstellen in Kürze: Bilder erzeugst du per Textbeschreibung in ChatGPT, in der Gemini-App mit Nano Banana 2, in Adobe Firefly, Canva, Midjourney oder Microsofts Bing Image Creator. Bis auf Midjourney haben alle einen Gratis-Zugang mit Kontingent. Für Firmen entscheidet das Konto: Microsofts Gratis-Dienste sind laut Bedingungen für den privaten Gebrauch beziehungsweise zur Unterhaltung gedacht, im Privatkonto von ChatGPT darf OpenAI Eingaben zum Training nutzen, und eine Freistellung von Ansprüchen Dritter gibt es, wenn überhaupt, nur in Unternehmens- oder API-Verträgen. Seit dem 2. August 2026 musst du nach Artikel 50 Absatz 4 der KI-Verordnung offenlegen, wenn ein Bild ein Deepfake ist; die unsichtbaren Markierungen der Anbieter ersetzen diesen Hinweis nicht.

So erstellst du ein KI-Bild: der Ablauf in fünf Schritten

Ob ChatGPT, Gemini oder Firefly, der Ablauf ist überall derselbe, nur die Oberfläche unterscheidet sich. In ChatGPT und der Gemini-App schreibst du in den Chat, was du sehen willst. Firefly und Canva haben ein eigenes Eingabefeld für Bilder.

  1. Werkzeug und Konto zuerst. Für einen Test reicht der Gratis-Zugang. Sobald ein Bild nach außen geht, auf die Website, in eine Anzeige oder einen Firmenpost, sollte es aus einem Firmenkonto stammen, dessen Bedingungen ihr kennt.
  2. Ein Briefing statt eines Stichworts. Ein Prompt funktioniert wie ein Auftrag an eine Fotografin. Je genauer Zweck, Motiv, Umgebung, Licht, Perspektive und Format beschrieben sind, desto weniger Runden brauchst du. Text, der im Bild stehen soll, gehört wörtlich in Anführungszeichen.
  3. Nachschärfen im selben Verlauf. ChatGPT und Gemini arbeiten im Dialog. Statt neu anzufangen, sagst du, was sich ändern soll, etwa wärmeres Licht oder größere Schrift, und das Modell behält den Rest weitgehend bei. Verlassen kannst du dich darauf nicht: OpenAI weist selbst darauf hin, dass Änderungen über den markierten Bereich hinausgehen können.
  4. Die Kontrolle vor der Freigabe. Hände, Schrift, Produktdetails, Logos und Gesichter prüfen. Modelle erfinden gern Details, die es am echten Produkt nicht gibt, und in der Werbung wird genau das zum Problem.
  5. Ablage mit Entstehungsweg. Werkzeug, Modell, Datum und Prompt zum finalen Motiv speichern, dazu die Originaldatei mit ihren Metadaten. Spätestens wenn jemand fragt, wie das Bild entstanden ist, brauchst du sie.
Beispiel-Prompt für einen Messe-Post: „Fotorealistisches Bild für einen LinkedIn-Beitrag im Querformat 1,91:1. Ein Messestand eines Maschinenbauers, im Zentrum eine CNC-Fräse aus gebürstetem Edelstahl, im Hintergrund unscharf Besucher in Businesskleidung. Helles, kühles Hallenlicht, leichte Untersicht, viel Freiraum oben links für Text. Keine Logos, keine lesbaren Schriftzüge, keine erkennbaren Gesichter.“ Folge-Prompt im selben Chat: „Mach den Hintergrund ruhiger und setz oben links in schlichter weißer Schrift den Text ‚Halle 7, Stand B12‘.“ Ob dieses Bild später einen KI-Hinweis braucht, klärt der Abschnitt zur Kennzeichnung.

Welche Werkzeuge Unternehmen 2026 nutzen

Welches Modell gerade die besten Bilder liefert, ändert sich mit jedem Release; den aktuellen Stand zeigt unser täglich aktualisiertes AI Leaderboard. Die Vertragslage bleibt länger stabil, deshalb sortiert diese Tabelle nach Zugang und Bedingungen. Stand 7. Oktober 2026, Preise laut Anbieterseiten:

WerkzeugKostenloser ZugangBezahlter EinstiegWas Firmen wissen müssen
ChatGPT (OpenAI)Ja, mit eigenem Bildlimit ohne veröffentlichte ZahlPlus für 20 US-Dollar im MonatBilder tragen Content Credentials und SynthID; Training auf Eingaben im Privatkonto nur per Opt-out abschaltbar
Gemini-App mit Nano Banana 2 (Google)Ja, mit Google-Konto, Limit nach RechenaufwandGoogle AI Plus für 4,99 € im MonatFreistellung nur über Workspace oder Google Cloud, nicht für die private App
Adobe FireflyJa, tägliche Gratis-Generierungen ohne AboFirefly Standard für 10,98 € im MonatAdobe-eigene Modelle laut Adobe kommerziell nutzbar, Partnermodelle in derselben App nicht abgesichert
CanvaBis zu 20 KI-Nutzungen im MonatPro und Business mit größerem KI-KontingentOutput gehört dir, Nutzung laut Bedingungen auf eigenes Risiko; Freistellung nur für Enterprise
MidjourneyKein Gratis-TarifBasic für 10 US-Dollar im MonatBilder standardmäßig öffentlich; Firmen über 1 Million US-Dollar Umsatz brauchen Pro oder Mega
Bing Image Creator (Microsoft)15 schnelle Erstellungen am Tag, bis zu 200 Prompts in 24 StundenEntfälltBedingungen nennen die Dienste „for entertainment purposes“

Bei OpenAI heißen die aktuellen Bildmodelle in der API gpt-image-2.5-sunburst, gedacht für präzises Bearbeiten, und gpt-image-2.5-flare für schnelle Alltagsbilder. In ChatGPT selbst heißt die aktuelle Fassung ChatGPT Images 2.5; welchem der beiden API-Modelle sie entspricht, schreibt OpenAI nicht. DALL-E spielt keine Rolle mehr; was nach dem Aus des DALL-E GPT in ChatGPT gilt, haben wir separat aufgeschrieben. In der Gemini-App erzeugt Nano Banana 2 die Bilder, laut Google mit verlässlicher Textdarstellung und mehreren Referenzbildern als Vorlage. Die stärkere Variante Nano Banana Pro gibt es nur mit einem Google-AI-Abo.

Wer ohnehin in Adobe-Programmen arbeitet, landet bei Firefly; Tarife und Absicherung stehen im Artikel zu Adobe Firefly mit geklärten Rechten. Wer Bilder direkt in Layouts für Social Media oder Flyer braucht, erzeugt sie in Canva. Midjourney bleibt ein Werkzeug für stilisierte Kampagnenbilder. Wer im Firmenkonto bereits ChatGPT oder Gemini hat, fängt dort an. Was Bilder in beiden Firmenkonten kosten, steht im Praxisvergleich von ChatGPT und Gemini.

KI-Bilder kostenlos erstellen: was die Gratis-Zugänge hergeben

Wie viel die Gratis-Zugänge hergeben, verraten die Anbieter unterschiedlich genau.

ChatGPT erzeugt auch im kostenlosen Tarif Bilder. OpenAI nennt dafür keine feste Zahl, die Bildgenerierung hat ein eigenes Nutzungslimit, und ChatGPT meldet sich, wenn es erreicht ist. In der Gemini-App reicht ein Google-Konto. Google rechnet die Grenzen nach Rechenaufwand: Das Kontingent erneuert sich alle fünf Stunden, bis ein Wochenlimit erreicht ist; eine Bildzahl nennt Google auch hier nicht. Adobe Firefly erlaubt ohne Abo tägliche Gratis-Generierungen, die Limits setzen sich täglich zurück. Canva gibt im Free-Tarif bis zu 20 Nutzungen der Standard- oder Premium-KI im Monat. Am großzügigsten wirkt Microsofts Bing Image Creator mit täglich 15 schnellen Erstellungen.

Für ein Unternehmen ist die Zahl der Bilder aber selten das Problem. Microsofts Gratis-Angebote lassen sich mit dem Firmeneinsatz schwer vereinbaren: Die Nutzungsbedingungen des Bing Image Creator beschreiben die Dienste als „for entertainment purposes“, und die Verbraucher-Bedingungen von Copilot erlauben die Nutzung nur „for your own personal use“. Mit einem Arbeitskonto (Entra ID) gelten für Copilot die Bedingungen eures Unternehmensvertrags; den Bing Image Creator gibt es mit einem Arbeitskonto gar nicht.

Ganz ohne Kontingent arbeiten nur offene Modelle auf eigener Hardware. Dort entscheidet die Lizenz. FLUX.1 [dev] von Black Forest Labs steht unter einer Non-Commercial-Lizenz, für den Firmeneinsatz braucht ihr eine kommerzielle Lizenz des Herstellers. Die Community-Lizenz von Stability AI für Stable Diffusion erlaubt die kommerzielle Nutzung kostenlos nur bis 1 Million US-Dollar Jahresumsatz und nach Registrierung. Grafikkarte, Einrichtung und Pflege kommen dazu, kostenlos ist das nur auf dem Papier.

Was das konkret bedeutet: Kostenlos heißt fast immer Privatkonto. Für Moodboards und interne Entwürfe ist das in Ordnung, solange niemand Kundendaten oder unveröffentlichte Produkte hochlädt. Alles, was unter eurem Namen erscheint, gehört in ein Firmenkonto, dessen Bedingungen ihr gelesen habt.

Privatkonto, Firmenkonto oder API: was sich ändert

Beim selben Anbieter gelten je nach Konto andere Regeln. Vor der Freigabe eines Werkzeugs klärst du deshalb, wem das Bild vertraglich zusteht, ob der Anbieter eure Eingaben zum Training verwenden darf und wer zahlt, wenn ein Dritter Rechte geltend macht.

Die erste Frage ist schnell beantwortet. OpenAI überträgt dir in den EU-Nutzungsbedingungen seine Rechte am Output, schon im Privatkonto. Google beansprucht kein Eigentum an generierten Inhalten. Bei Canva gehört dir der Output, es sei denn, er bearbeitet oder enthält Inhalte aus der Canva-Bibliothek, etwa ein Bibliotheksfoto; dann bekommst du nur eine Lizenz. Midjourney verlangt von Firmen und ihren Beschäftigten ab 1 Million US-Dollar Jahresumsatz den Pro- oder Mega-Tarif, sonst gehören ihnen die Bilder nicht.

Bei den anderen beiden Fragen liegen Privat- und Firmenkonto weit auseinander:

AnbieterTraining auf euren EingabenFreistellung bei Ansprüchen Dritter
OpenAIPrivatkonto: erlaubt, per Opt-out abschaltbar. Business und API: nur mit ausdrücklicher ZustimmungFür den Output bei API- und Enterprise-Kunden; ChatGPT Business wird in dieser Klausel nicht genannt
GoogleWorkspace: nur mit vorheriger Erlaubnis des KundenFür Gemini in Workspace, Gemini Enterprise und die Agent Platform API (früher Vertex AI) mit Imagen; nicht für die private Gemini-App
MicrosoftVerbraucher-Copilot: Microsoft darf Inhalte zum Betrieb und zur Verbesserung nutzenCustomer Copyright Commitment für bezahlte kommerzielle Copilot-Dienste wie Microsoft 365 Copilot
CanvaIn den Datenschutzeinstellungen steuerbarCanva Shield nur für berechtigte Enterprise-Kunden
MidjourneyUnbefristete, unwiderrufliche Lizenz an Eingaben und BildernKeine; umgekehrt stellt der Kunde Midjourney frei

Auffällig ist die Richtung der Haftung im Privatkonto. OpenAI verlangt in den EU-Bedingungen von Unternehmen, die den Dienst geschäftlich nutzen, dass sie OpenAI von Ansprüchen Dritter freistellen; Midjourney regelt das für alle Kunden genauso. Wer also mit einem privaten Gratis-Konto ein Kampagnenmotiv baut, trägt das Risiko allein. Auch die Zusagen in Firmenverträgen haben Ausschlüsse; Microsoft etwa knüpft sein Customer Copyright Commitment daran, dass die eingebauten Schutzfilter genutzt werden. Für Adobe steht die Abgrenzung zwischen eigenen Modellen und Partnermodellen im Firefly-Artikel.

Wem gehört ein KI-Bild?

Dass der Anbieter dir das Bild überlässt, macht dich noch nicht zum Urheber. Das Urheberrechtsgesetz schützt nach § 2 Absatz 2 nur „persönliche geistige Schöpfungen“, und dafür braucht es einen Menschen. Ein Bild, das ein Modell aus deinem Prompt errechnet, ist deshalb in Deutschland in aller Regel nicht geschützt.

Außerhalb Deutschlands sehen Gerichte und Behörden das ähnlich. Das Stadtgericht Prag hat 2023 ein KI-Bild nicht als Werk anerkannt und den Prompt als bloße Idee eingeordnet. Das US Copyright Office kam im Januar 2025 zu dem Ergebnis, dass Prompts allein für Urheberrechtsschutz nicht ausreichen. Und in den USA ist seit März 2026 rechtskräftig, dass eine KI nicht Urheber sein kann: Der Supreme Court hat die Revision im Fall Thaler abgelehnt.

Die praktische Folge: Ein Wettbewerber darf ein rein KI-generiertes Motiv grundsätzlich übernehmen. Für ein Social-Media-Bild ist das egal. Für Logo, Maskottchen oder Key Visual, die jahrelang tragen sollen, nicht. Dort liefert die KI Entwürfe und Varianten, die schöpferischen Entscheidungen trifft nachweisbar ein Mensch.

Umgekehrt kann ein KI-Bild fremde Rechte verletzen. Lädst du ein fremdes Foto als Vorlage hoch und lässt es umgestalten, darfst du das Ergebnis nach § 23 UrhG nur mit Zustimmung des Urhebers veröffentlichen, solange es keinen hinreichenden Abstand zum Original hält. Ein fremdes Logo auf dem generierten Produkt ist ein Fall für § 14 MarkenG. Und wer echte Mitarbeiter oder Kunden ins Bild bringt, braucht für die Veröffentlichung nach § 22 KUG deren Einwilligung. Solche Fotos sind zugleich personenbezogene Daten und gehören nur in ein Firmenkonto, für das ihr die Datenverarbeitung geregelt habt.

Wann du KI-Bilder kennzeichnen musst

Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der KI-Verordnung. Er verteilt die Pflichten auf zwei Adressaten, und wer die beiden verwechselt, hält seine Pflicht für erledigt, obwohl sie offen ist.

Absatz 2 trifft die Anbieter der Werkzeuge. Sie müssen die Ausgaben maschinenlesbar als künstlich erzeugt markieren. OpenAI und Google setzen dafür zwei Signale: Content Credentials nach dem C2PA-Standard in den Metadaten und ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen im Bild. Adobe fügt in Firefly automatisch Content Credentials hinzu. Für Systeme, die schon vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren, gibt der Digital Omnibus den Anbietern bis zum 2. Dezember 2026 Zeit.

Absatz 4 trifft euch als Betreiber. Ist ein Bild ein Deepfake, müsst ihr offenlegen, dass es künstlich erzeugt oder manipuliert ist. Die Definition in Artikel 3 Nummer 60 reicht weiter, als das Wort klingt: ein KI-Bild, das „wirklichen Personen, Gegenständen, Orten, Einrichtungen oder Ereignissen ähnelt“ und einer Person „fälschlicherweise als echt oder wahrheitsgemäß erscheinen würde“. Die Leitlinien der EU-Kommission vom 20. Juli 2026 legen das weit aus: Es genügt, dass ein Motiv etwas ähnelt, das es gibt oder plausibel geben könnte. Gehört das Bild zu einem offensichtlich künstlerischen, satirischen oder fiktionalen Werk, entfällt die Pflicht nicht; es reicht dann ein Hinweis, der das Werk nicht stört. Nach Absatz 5 muss die Information spätestens beim ersten Kontakt klar und eindeutig erfolgen.

Für den Alltag lässt sich die Prüfung, angelehnt an die Leitlinien, auf drei Merkmale verdichten. Treffen alle drei zu, gehört ein sichtbarer Hinweis an das Bild:

  • KI-Anteil: Das Bild ist mit KI erzeugt oder inhaltlich verändert. Retusche, Licht- und Farbkorrektur oder das Entfernen eines Passanten zählen laut Kommission in der Regel nicht dazu.
  • Realistisches Motiv: Es zeigt Personen, Orte, Gegenstände oder Ereignisse, die es gibt oder plausibel geben könnte. Erfundene, aber echt wirkende Menschen gehören dazu, eine fliegende Sphinx über dem Eiffelturm nicht.
  • Wirkung auf Betrachter: Im geplanten Umfeld könnte jemand das Bild für echt oder wahrheitsgemäß halten. Fotorealismus macht das wahrscheinlicher, entscheidet nach den Leitlinien aber nicht allein.

Ein paar Fälle aus dem Mittelstand zeigen, wie das ausgeht. Die Stellenanzeige mit einem fotorealistischen Team, das es nicht gibt, das aber wie eure Belegschaft aussehen soll, braucht einen Hinweis; fürs Recruiting ist ein echtes Foto ohnehin die bessere Wahl. Das Messebild aus dem Beispiel-Prompt oben braucht einen Hinweis, wenn es als Foto eures Auftritts in Halle 7 erscheint; als erkennbar gestaltete Illustration nicht. Bei Produkten zieht die Kommission die Grenze selbst: Ein echtes Produkt vor einem KI-Hintergrund ist kein Deepfake, solange die Anzeige nicht über Aussehen, Eigenschaften oder Verwendung des Produkts täuscht. Ein KI-Produktbild, das die Ware anders, ansprechender oder hochwertiger zeigt, als sie ist, führt sie dagegen ausdrücklich als Deepfake auf. Und die Pflicht endet nicht am Werkstor: Als Beispiel nennt die Kommission auch den KI-Avatar eines Geschäftsführers, der der Belegschaft zu den Jahreszahlen gratuliert.

Die Metadaten erfüllen die Pflicht des Anbieters. Eure Pflicht erfüllt nur ein Hinweis, den Menschen lesen.

Auf die unsichtbaren Signale könnt ihr euch dabei nicht verlassen. OpenAI schreibt selbst, dass Content Credentials schon durch einen Screenshot oder eine Dateikonvertierung verloren gehen können und starkes Zuschneiden oder Komprimieren auch das Wasserzeichen unlesbar machen kann. Absatz 4 verlangt einen Hinweis, den Menschen wahrnehmen: eine Bildunterschrift, eine Zeile im Anzeigentext. Die EU-Kommission hat dafür Symbole entwickelt, die Betreiber verwenden können. Sie gehören zum freiwilligen Verhaltenskodex vom 10. Juni 2026, den bis Ende Juli rund 190 Organisationen unterzeichnet hatten. Wie wir das in der eigenen Redaktion lösen, steht in unserer KI- und Transparenz-Policy.

Auch vertraglich verlangen die Anbieter Transparenz. OpenAI und Google verbieten in ihren Bedingungen, KI-Ergebnisse als menschengemacht auszugeben; Microsoft und Canva untersagen, Content Credentials zu entfernen. Verstöße gegen Artikel 50 können nach Artikel 99 mit bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, für KMU gilt der jeweils niedrigere Betrag. Zuständig ist in Deutschland die Bundesnetzagentur auf Grundlage des KI-MIG, das am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist. Fristen, Leitlinien und Bußgeldstufen im Detail stehen im Artikel zur Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte seit dem 2. August 2026.

Was Plattformen und Werbesysteme zusätzlich verlangen

Neben dem Gesetz setzen die Plattformen eigene Regeln, und die greifen oft automatisch. LinkedIn zeigt bei Bildern mit Content Credentials ein C2PA-Symbol, über das jeder die Herkunftsdaten aufrufen kann, auch bei Anzeigen mit hochgeladenem Einzelbild. YouTube verlangt eine Offenlegung, wenn KI realistische Inhalte erzeugt oder wesentlich verändert, und kann Videos mit C2PA-Metadaten selbst kennzeichnen. Wie die einzelnen Netzwerke das handhaben, steht im Abschnitt zur Kennzeichnung in sozialen Netzwerken.

Für Shops zählt Google Merchant Center. Google verlangt dort für KI-generierte Produktbilder das IPTC-Metadaten-Tag DigitalSourceType mit dem Wert TrainedAlgorithmicMedia und bittet ausdrücklich, eingebettete Metadaten nicht zu entfernen. Prüft deshalb, ob euer Shopsystem oder Bildoptimierer Metadaten beim Hochladen löscht.

Werbung bringt eine weitere Grenze mit, die unabhängig von der KI-Verordnung gilt. Nach § 5 UWG zählen auch bildliche Darstellungen als Angaben. Ein KI-Produktbild, das Ausführung oder Beschaffenheit anders zeigt, als die Ware ist, kann deshalb irreführende Werbung sein, auch mit KI-Hinweis.

Freigaberegeln fürs Team: welcher Einsatz mit welchem Konto

Die meisten Probleme mit KI-Bildern entstehen unter Zeitdruck, wenn bis 16 Uhr ein Motiv fehlt. Eine Matrix nach Einsatzzweck nimmt die Entscheidung vorweg:

EinsatzKontoSichtbarer KI-HinweisWorauf du achtest
Moodboard, interne EntwürfeGratis-Zugang genügtIn der Regel nicht, wenn allen klar ist, dass es KI-Entwürfe sindKeine Kundendaten, keine unveröffentlichten Produkte hochladen
Social-Media-Post, BlogbildFirmenkontoWenn das Motiv realistisch ist und für echt gehalten werden könnteModell, Prompt und Datum ablegen
Anzeige, Produktseite, ShopFirmenkonto oder API, möglichst mit FreistellungWenn das Motiv realistisch ist oder über das Produkt täuschen könnteProdukt so zeigen, wie es ist; Metadaten erhalten
Logo, Maskottchen, Key VisualKI nur für EntwürfeEntfälltGestaltung durch Menschen, sonst kein Urheberrecht
Bilder mit Mitarbeitern oder KundenNur FirmenkontoJa, wenn inhaltlich verändert; Retusche und Lichtkorrektur in der Regel nichtEinwilligung nach § 22 KUG

Wer daraus einen festen Produktionsweg für Bilder, Video und Text machen will, findet den Rahmen bei unserer Content Creation. Welche Werkzeuge ihr für welche Aufgaben freigebt, üben wir in den KI-Workshops an Beispielen aus eurem Marketing. Und wer Bilder in größerer Menge über die API erzeugen will, etwa Produktvarianten für den Shop, findet den Einstieg im Leitfaden zur KI-Automatisierung.

Zur Methode: Dieser Artikel stützt sich auf die Preis-, Hilfe- und Bedingungsseiten von OpenAI, Google, Microsoft, Adobe, Canva, Midjourney, Black Forest Labs und Stability AI sowie auf den Text der KI-Verordnung, der Digital-Omnibus-Verordnung, die Leitlinien der EU-Kommission zu Artikel 50 und die genannten deutschen Gesetze, jeweils Stand 7. Oktober 2026. Einen eigenen Bildvergleich mit gemessenen Kontingenten haben wir nicht durchgeführt. OpenAI und Google veröffentlichen für ihre Gratis-Tarife keine feste Bildzahl, und Preise ändern sich häufig; prüf sie vor dem Kauf auf der Seite des Anbieters.
Das Wichtigste in zwei Sätzen: KI-Bilder erstellst du in ChatGPT, Gemini, Firefly, Canva oder Midjourney in wenigen Minuten, doch für den Firmeneinsatz entscheidet das Konto, weil Gratis-Zugänge oft nur privat gedacht sind, Eingaben fürs Training freigeben und keine Freistellung enthalten. Seit dem 2. August 2026 müsst ihr KI-Bilder sichtbar kennzeichnen, die realistische Personen, Orte, Produkte oder Ereignisse zeigen und für echt gehalten werden könnten, denn die Metadaten der Anbieter ersetzen diesen Hinweis nicht.

Häufige Fragen

Wo kann ich kostenlos KI-Bilder erstellen?

Stand 7. Oktober 2026 erzeugen ChatGPT im Gratis-Tarif, die Gemini-App mit Nano Banana 2, Adobe Firefly ohne Abo, Canva Free mit bis zu 20 KI-Nutzungen im Monat und Microsofts Bing Image Creator Bilder ohne Bezahlung, jeweils mit Kontingent. Midjourney hat keinen Gratis-Tarif. Für Firmen zählen die Bedingungen mehr als das Kontingent: Microsoft beschreibt den Bing Image Creator als Dienst zur Unterhaltung und erlaubt den Verbraucher-Copilot nur für den persönlichen Gebrauch.

Kann ChatGPT kostenlos Bilder erstellen?

Ja, auch im kostenlosen Tarif, aber mit einem eigenen Nutzungslimit für die Bildgenerierung. Eine feste Zahl veröffentlicht OpenAI nicht, ChatGPT meldet sich, wenn das Limit erreicht ist. Die Bilder tragen Content Credentials und ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen. Im Privatkonto darf OpenAI eure Eingaben zum Training nutzen, solange ihr das in den Einstellungen nicht abschaltet.

Darf ich KI-Bilder kommerziell nutzen?

In den meisten Fällen ja, die großen Anbieter überlassen dir den Output vertraglich. Die Ausnahmen stecken im Detail: Midjourney verlangt von Firmen mit mehr als 1 Million US-Dollar Jahresumsatz den Pro- oder Mega-Tarif, Microsofts Verbraucherdienste sind nicht für den Geschäftseinsatz gedacht, und das offene Modell FLUX.1 [dev] steht unter einer Non-Commercial-Lizenz. Eine Freistellung gegen Ansprüche Dritter gibt es nur in Unternehmens- oder API-Verträgen, bei Midjourney gar nicht.

Muss ich KI-Bilder kennzeichnen?

Nicht jedes. Seit dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 Absatz 4 der KI-Verordnung eine Offenlegung, wenn ein Bild ein Deepfake ist, also Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen ähnelt und fälschlich für echt gehalten werden könnte. Laut den Leitlinien der EU-Kommission reicht dafür schon die Ähnlichkeit mit etwas, das es plausibel geben könnte, etwa ein erfundenes, aber echt wirkendes Team; erkennbar gestaltete Illustrationen und kleine Korrekturen wie Licht oder Farbe fallen regelmäßig nicht darunter. Die unsichtbaren Markierungen der Anbieter erfüllen deren eigene Pflicht aus Absatz 2 und ersetzen euren sichtbaren Hinweis nicht.

Wem gehören KI-generierte Bilder?

Vertraglich in der Regel dir: OpenAI überträgt seine Rechte am Output, Google beansprucht kein Eigentum, Canva weist dir den Output zu. Urheberrechtlich geschützt ist ein rein KI-erzeugtes Bild in Deutschland aber regelmäßig nicht, weil § 2 Absatz 2 UrhG eine persönliche geistige Schöpfung verlangt. Wettbewerber können ein solches Motiv deshalb grundsätzlich übernehmen, Logos und Markenfiguren sollten Menschen gestalten.

Quellen & Referenzen

  • OpenAI: EU-Nutzungsbedingungen mit Rechteübertragung am Output, Training-Opt-out und Freistellungspflicht bei geschäftlicher Nutzung, Stand 07.10.2026. openai.com
  • OpenAI: Service Terms mit Output-Freistellung für API- und Enterprise-Kunden. openai.com
  • OpenAI: Services Agreement, Ziffer 4.2 zur Nutzung von Kundeninhalten, gültig ab 01.01.2026. openai.com
  • OpenAI Hilfe: Content Credentials und SynthID in Bildern aus ChatGPT und API, Grenzen der Markierung. help.openai.com
  • OpenAI Hilfe: Nutzungslimits im kostenlosen ChatGPT-Tarif. help.openai.com
  • OpenAI Hilfe: ChatGPT Plus für 20 US-Dollar im Monat. help.openai.com
  • OpenAI Hilfe: Bilder in ChatGPT mit ChatGPT Images 2.5 und Hinweisen zum Bearbeiten. help.openai.com
  • OpenAI: API-Dokumentation zur Bildgenerierung mit gpt-image-2.5-sunburst und gpt-image-2.5-flare. platform.openai.com
  • Google: Gemini-Abos in Deutschland mit Preisen und Bildfunktionen, Stand 07.10.2026. gemini.google
  • Google Hilfe: Nutzungslimits der Gemini-App, Erneuerung alle fünf Stunden. support.google.com
  • Google Hilfe: Bilder erstellen mit Nano Banana 2 und Nano Banana Pro. support.google.com
  • Google Hilfe: SynthID, Content Credentials und sichtbares Wasserzeichen in der Gemini-App. support.google.com
  • Google: Nutzungsbedingungen, gültig ab 30.07.2026. policies.google.com
  • Google Cloud: Liste der Dienste mit Freistellung für generative KI. cloud.google.com
  • Google Workspace Hilfe: kein Training auf Kundendaten ohne Erlaubnis. support.google.com
  • Microsoft: Nutzungsbedingungen für Copilot für Privatpersonen. microsoft.com
  • Microsoft: Hilfe und Nutzungsbedingungen des Bing Image Creator mit Tageskontingent. bing.com
  • Microsoft: Nutzungsbedingungen des Bing Image Creator. bing.com
  • Microsoft: Ankündigung des Copilot Copyright Commitment für bezahlte kommerzielle Copilot-Dienste einschließlich Microsoft 365 Copilot, 07.09.2023. blogs.microsoft.com
  • Microsoft Learn: Customer Copyright Commitment und seine Voraussetzungen. learn.microsoft.com
  • Canva: AI Product Terms, gültig ab 26.06.2026. canva.com
  • Canva: Canva Shield mit Freistellung für Enterprise-Kunden. canva.com
  • Canva: Preise und KI-Kontingente je Tarif. canva.com
  • Midjourney: Tarifvergleich mit Preisen und Stealth Mode. docs.midjourney.com
  • Midjourney: Nutzungsbedingungen, gültig ab 27.05.2026. docs.midjourney.com
  • Adobe: Firefly-Tarife mit Gratis-Generierungen und Content Credentials, Stand 07.10.2026. adobe.com
  • Black Forest Labs: FLUX.1 [dev] Non-Commercial License. github.com
  • Stability AI: Community License mit Umsatzgrenze von 1 Million US-Dollar. stability.ai
  • EUR-Lex: Verordnung (EU) 2024/1689, Artikel 3 Nummer 60, Artikel 50 und Artikel 99. eur-lex.europa.eu
  • EUR-Lex: Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus), Übergangsfrist für Artikel 50 Absatz 2. eur-lex.europa.eu
  • Europäische Kommission: Verhaltenskodex zur Markierung und Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. digital-strategy.ec.europa.eu
  • Europäische Kommission: Leitlinien zu den Transparenzpflichten nach Artikel 50, C(2026) 5054 vom 20.07.2026, mit Beispielen für Deepfakes. digital-strategy.ec.europa.eu
  • Gesetze im Internet: KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG). gesetze-im-internet.de
  • Gesetze im Internet: § 2 und § 23 Urheberrechtsgesetz. gesetze-im-internet.de
  • Gesetze im Internet: § 14 Markengesetz. gesetze-im-internet.de
  • Gesetze im Internet: § 22 Kunsturhebergesetz. gesetze-im-internet.de
  • Gesetze im Internet: § 5 UWG, irreführende geschäftliche Handlungen. gesetze-im-internet.de
  • Stadtgericht Prag: Urteil vom 11.10.2023, Az. 10 C 13/2023. msp.gov.cz
  • US Copyright Office: Bericht zur Schutzfähigkeit von KI-Ergebnissen, 29.01.2025. copyright.gov
  • Supreme Court der USA: Ablehnung der Revision im Fall Thaler gegen Perlmutter, 02.03.2026. supremecourt.gov
  • LinkedIn Hilfe: Content Credentials und C2PA-Symbol. linkedin.com
  • YouTube Hilfe: Offenlegung realistischer KI-Inhalte. support.google.com
  • Google Merchant Center Hilfe: Metadaten für KI-generierte Produktbilder. support.google.com
Learoy Eichholz, Lead KI-Automation & Digitale Businessentwicklung, Collective Brain
Lead KI-Automation & Digitale Businessentwicklung, Collective Brain GmbH · Hamburg

Learoy Eichholz verantwortet bei Collective Brain die KI-Automation und die digitale Businessentwicklung. In 15 Jahren E-Commerce hat er Online-Geschäfte von innen kennengelernt, vom Shopsystem über Logistik und Daten bis zur Conversion. Diese Praxis bringt er heute in KI-gestützte Automatisierung ein: Er verzahnt Tools, Daten und Abläufe so, dass Mittelständler manuelle Arbeit abbauen und schneller wachsen. Sein Anspruch ist Automatisierung mit messbarem Geschäftseffekt statt Technik um der Technik willen.