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DALL-E GPT abgeschaltet: was in ChatGPT ausfällt und wie ihr eure Bilder sichert

Seit heute ist der offizielle DALL-E GPT in ChatGPT Geschichte. Bilder erzeugt ChatGPT weiterhin, nur eben nicht mehr unter diesem Namen. Interessant ist weniger die Abschaltung selbst als die Aufforderung, die OpenAI daran geknüpft hat: Ladet eure Bilder vorher herunter. Wer das in einem Unternehmen versucht, merkt schnell, dass es dafür keinen Knopf gibt.

Raster aus fünfzehn bunten abstrakten 3D-Objekten auf weißem Grund, wie eine Bildergalerie

Ein Raster sieht aus wie ein Archiv. In ChatGPT sind die Bilder darin trotzdem nur Teil einer Unterhaltung. Foto: Google DeepMind auf Pexels

DALL-E GPT, kurz gefasst: OpenAI hat die Abschaltung am 31. Juli 2026 in den Versionshinweisen angekündigt und zieht sie heute, am 30. August 2026, durch. Betroffen ist ausschließlich der offizielle DALL-E GPT im Verzeichnis. Bildgenerierung in ChatGPT läuft als ChatGPT Images auf den GPT-Image-Modellen weiter, selbst gebaute Custom GPTs mit Bildfunktion bleiben unangetastet. OpenAI bittet darum, Bilder vorher herunterzuladen, sagt aber nicht, was danach mit ihnen passiert. Einen Sammel-Export für Bilder gibt es nicht. In der API ist DALL-E schon seit dem 12. Mai 2026 abgeschaltet.

Was heute wegfällt und was bleibt

Der DALL-E GPT war eine vorkonfigurierte ChatGPT-Variante mit genau einem Zweck: Bilder erzeugen. Er stammt aus der Zeit, als Bildgenerierung in ChatGPT ein separates Werkzeug war, das man aufrufen musste. Diese Trennung hat OpenAI schrittweise aufgehoben. Seit Dezember 2025 erzeugt ChatGPT Bilder direkt im normalen Chat, unter dem Namen ChatGPT Images und auf Basis der GPT-Image-Familie. Der alte GPT lief seitdem als Karteileiche mit.

In den Versionshinweisen steht die Abgrenzung klar: Mit ChatGPT Bilder lassen sich weiterhin Bilder erstellen und bearbeiten, und von Nutzenden erstellte GPTs mit aktivierter Bildgenerierung sind von der Einstellung nicht betroffen. Wer also im Team einen eigenen GPT für Produktbilder oder Social-Grafiken gebaut hat, muss heute nichts tun. Wie weit man mit solchen eigenen GPTs im Firmeneinsatz überhaupt kommt und wo die Grenzen liegen, haben wir vor ein paar Tagen ausführlich aufgeschrieben.

Das Nachfolgemodell ist technisch der größere Sprung, als die Namensänderung vermuten lässt. GPT Image 1 kam im April 2025 in die API, GPT Image 2 im April 2026 mit zusätzlichen Denkschritten vor der Generierung. Der praktische Unterschied liegt bei Text im Bild und beim Bearbeiten vorhandener Bilder, zwei Dinge, an denen DALL-E 3 regelmäßig gescheitert ist. Die erweiterte Variante mit Denkschritten ist zunächst Plus-, Pro- und Business-Konten vorbehalten.

Was das konkret bedeutet: Wenn in eurem Team jemand noch aus Gewohnheit den DALL-E GPT aufruft, führt der Weg ab heute in den normalen Chat. Prompts müssen dafür nicht umgeschrieben werden, die Bildqualität steigt eher. Handlungsbedarf besteht nur bei den Altbeständen.

Der Satz, an dem sich die Arbeit entzündet

Die Aufforderung von OpenAI ist ein Halbsatz: Ladet alle Bilder, die ihr behalten möchtet, bitte vorher herunter. Was OpenAI nicht schreibt, ist, was nach dem 30. August mit den Bildern geschieht, die niemand heruntergeladen hat. Der Hinweis steht ohne Frist, ohne Zusage und ohne Erklärung im Raum.

Diese Lücke ist der eigentliche Aufreger, und sie trifft Firmen härter als Privatnutzer. Denn einen bequemen Weg, das zu erledigen, gibt es nicht.

Lade alle Bilder, die du behalten möchtest, bitte vorher herunter.

OpenAI, ChatGPT Versionshinweise, Eintrag vom 31. Juli 2026

Der Datenexport in den ChatGPT-Einstellungen klingt nach der Lösung, ist aber keine. Das ZIP, das dabei entsteht, enthält die Unterhaltungen als JSON, mit Verlauf, Zeitstempeln und Modellangaben. Erzeugte Bilder tauchen darin nach übereinstimmenden Nutzerberichten in der OpenAI-Community seit Ende 2025 nicht mehr auf. Ein Nutzer hat das im Dezember 2025 unter Verweis auf die Datenportabilität nach DSGVO angesprochen. Eine Antwort von OpenAI steht in dem Thread bis heute aus.

Bleibt der manuelle Weg: die Bilder-Ansicht in der Seitenleiste öffnen, jedes Motiv einzeln anklicken, speichern. Bei einer Handvoll Entwürfe ist das eine Kaffeepause. Bei einem Marketing-Team, das seit anderthalb Jahren Entwürfe in ChatGPT erzeugt, ist es ein Nachmittag, den heute niemand eingeplant hat.

Dazu kommt ein Mechanismus, den viele nicht auf dem Schirm haben und der unabhängig von der heutigen Abschaltung gilt: Ein Bild verschwindet auch dann, wenn die Unterhaltung gelöscht wird, aus der es stammt. Wer im Frühjahr beim Aufräumen alte Chats entsorgt hat, hat die Bilder gleich mit entsorgt.

Warum das kein OpenAI-Problem ist

Es liegt nahe, sich über die kurze Vorlaufzeit zu ärgern. 30 Tage sind wenig, verglichen mit den zwölf Monaten, die OpenAI der Assistants API eingeräumt hat, und immer noch mehr als beim ChatGPT Agent, der ohne Vorwarnung verschwand.

Nur ändert der Ärger nichts an der Ursache. Ein Bild, das ausschließlich in einem Chatverlauf liegt, ist nicht archiviert. Es liegt in einem Werkzeug, das für Unterhaltungen gebaut wurde und nicht für Bestände. Der Chat ist der Notizblock, nicht der Aktenschrank. Wenn ein Bild in eine Broschüre, auf eine Landingpage oder in eine Anzeige geht, gehört es in dieselbe Ablage wie jedes andere Bildmaterial, mit Dateinamen, Ordner und Nutzungsrechten daneben.

Genau dieser Schritt fällt bei KI-Bildern regelmäßig aus, weil sie so billig entstehen. Ein Fotoshooting landet selbstverständlich auf dem Firmenserver. Ein Bild, das in acht Sekunden aus einem Prompt fällt, bleibt liegen, wo es entstanden ist. Bis der Anbieter das Werkzeug abräumt.

Das Wichtigste in zwei Sätzen: Der offizielle DALL-E GPT ist seit heute abgeschaltet, Bildgenerierung in ChatGPT läuft als ChatGPT Images unverändert weiter und Custom GPTs mit Bildfunktion sind nicht betroffen. Wer alte Bilder aus dem DALL-E GPT braucht, muss sie einzeln aus der Bilder-Ansicht speichern, weil der offizielle Datenexport sie nicht mitliefert.

Was heute noch auf die Liste gehört

Fragt im Team nach, wer in den letzten anderthalb Jahren Bilder in ChatGPT erzeugt hat und ob davon etwas veröffentlicht wurde. Die Antwort fällt fast immer größer aus als erwartet, weil Social-Grafiken und Präsentationsbilder selten durch die Marketing-Freigabe laufen. Für alles, was tatsächlich draußen ist, muss die Originaldatei greifbar sein, spätestens wenn jemand eine höhere Auflösung braucht oder eine Nutzung belegen soll.

Danach die längerfristige Aufgabe: einen Ort festlegen, an dem KI-Bilder landen, bevor sie irgendwo eingesetzt werden. Ordnerstruktur, Prompt daneben als Textdatei, Datum. Das kostet pro Bild zehn Sekunden und macht die nächste Abschaltung zu einer Randnotiz. Wer beim Thema Ablage und Rechte gerade ohnehin aufräumt, findet die passenden Punkte in unserer Übersicht zum datenschutzkonformen ChatGPT-Einsatz, und einen Überblick über die Modell- und Preisstufen im ChatGPT-Hub.

Häufige Fragen

Was genau schaltet OpenAI am 30. August 2026 ab?

Nur den offiziellen DALL-E GPT, also die vorkonfigurierte ChatGPT-Variante mit dem DALL-E-Namen im GPT-Verzeichnis. Die Bildgenerierung in ChatGPT selbst bleibt bestehen, sie läuft unter dem Namen ChatGPT Images auf den neueren GPT-Image-Modellen. OpenAI hat die Abschaltung am 31. Juli 2026 in den Versionshinweisen angekündigt, die Vorlaufzeit betrug damit rund 30 Tage.

Sind selbst gebaute Custom GPTs mit Bildgenerierung betroffen?

Nein. OpenAI schreibt in den deutschen Versionshinweisen ausdrücklich, dass von Nutzenden erstellte GPTs mit aktivierter Bildgenerierung nicht betroffen sind. Diese greifen auf das aktuelle Bildmodell zu und nicht auf den abgeschalteten DALL-E GPT. Auch normale Unterhaltungen in ChatGPT laufen unverändert weiter.

Kann ich meine DALL-E-Bilder gesammelt exportieren?

Einen offiziellen Sammel-Export gibt es nicht. Der Datenexport in den ChatGPT-Einstellungen liefert ein ZIP mit den Unterhaltungen als JSON. Nutzerberichten aus der OpenAI-Community zufolge sind erzeugte Bilder darin seit Ende 2025 nicht mehr enthalten, eine offizielle Stellungnahme dazu steht in dem Thread aus. Praktisch bleibt der Weg über die Bilder-Ansicht in der Seitenleiste und das einzelne Speichern.

Was passiert nach dem 30. August mit bereits erzeugten Bildern?

Das sagt OpenAI nicht. Die Versionshinweise empfehlen nur, alle Bilder vorher herunterzuladen, die man behalten möchte. Sicher ist ein anderer Mechanismus, der unabhängig von der Abschaltung gilt: Wer eine Unterhaltung löscht, löscht die darin erzeugten Bilder mit. Wer auf Nummer sicher gehen will, lädt herunter und löscht die Chats vorerst nicht.

Was bedeutet das für Firmen, die DALL-E über die API genutzt haben?

Für die API ist der Zug längst abgefahren. OpenAI hat dall-e-2 und dall-e-3 am 14. November 2025 abgekündigt und am 12. Mai 2026 abgeschaltet. Als Ersatz nennt die Abkündigungsliste gpt-image-2, gpt-image-1 und gpt-image-1-mini. Wer heute noch ein hart verdrahtetes dall-e-3 im Code hat, hat den Ausfall bereits im Mai gemerkt.

Quellen & Referenzen

  • OpenAI: Abkündigungsliste der API mit dall-e-2 und dall-e-3, Ankündigung am 14. November 2025, Abschaltung am 12. Mai 2026, Ersatz gpt-image-2, gpt-image-1 und gpt-image-1-mini. developers.openai.com
  • OpenAI: Preisliste der Bildmodelle, gpt-image-2 mit 5 US-Dollar je Million Text-Eingabe-Token, 8 US-Dollar je Million Bild-Eingabe-Token und 30 US-Dollar je Million Ausgabe-Token. developers.openai.com
  • OpenAI Help Center: ChatGPT-Versionshinweise mit dem Eintrag vom 31. Juli 2026 zur Einstellung des offiziellen DALL-E GPT am 30. August 2026. help.openai.com
  • OpenAI Developer Community: Thread zum Datenexport, in dem Nutzer seit 2025 melden, dass erzeugte Bilder nicht mehr im Export enthalten sind, ohne offizielle Antwort. community.openai.com
  • connect.de: Bericht zur Abschaltung mit dem Ankündigungsdatum 31. Juli und der Einordnung von ChatGPT Images samt der Denkschritt-Variante für Plus, Pro und Business. connect.de
  • Notebookcheck: Hinweis darauf, dass ein Bild mit der zugehörigen Unterhaltung gelöscht wird, und Beschreibung des manuellen Speicherwegs. notebookcheck.net
Florian Wessling, CEO, Collective Brain GmbH · Hamburg
CEO, Collective Brain GmbH · Hamburg

Florian Wessling ist CEO der Collective Brain GmbH in Hamburg und bringt seit über 15 Jahren Marken, Content-Strategie und KI-gestütztes Marketing in Mittelstand und Konzerne. Was Collective Brain verkauft, betreibt er zuerst selbst: Sechs eigene KI-Marken dienen als Testfeld, von der automatisierten Content-Pipeline bis zum täglich aktualisierten AI Leaderboard. Er ist eingetragener BAFA-Berater und führt mit Collective Brain eine Google-Partner-Agentur.