Der KI-Bericht der Search Console ist keine Warteliste mehr. Seit dem 31. August 2026 sehen ihn Website-Betreiber weltweit, deutsche Properties eingeschlossen. Am selben Tag kam der Schalter global dazu, mit dem du deine Website aus AI Overviews und AI Mode abmelden kannst.

Auf der Landkarte des KI-Berichts gibt es seit Ende August keinen Wartebereich mehr, Deutschland eingeschlossen. Foto: Anthony Beck auf Pexels
Was der Bericht zeigt, und was noch fehlt
Bislang war KI-Sichtbarkeit für die meisten Mittelständler eine Blackbox. Man sah in der normalen Performance-Analyse, dass organische Klicks trotz stabiler Rankings einbrechen, konnte aber nicht sagen, ob die eigene Seite in einer AI Overview zitiert wurde oder einfach schlechter rankt. Genau diese Lücke schliesst der neue Bericht.
Der Generative-AI-Performance-Bericht misst laut Googles eigener Dokumentation ausschliesslich Impressionen, also wie oft ein Link zu deiner Seite innerhalb einer KI-Funktion auf Google eingeblendet wurde. Erfasst werden AI Overviews, die KI-Zusammenfassung über den klassischen Ergebnissen, und AI Mode, der vollständig KI-gesteuerte Suchmodus. Für Discover gibt es die Entsprechung im dortigen Leistungsbericht. Die Daten lassen sich nach Seite, Land, Gerät und Zeitraum filtern.
Was fehlt, ist mindestens so wichtig wie das, was da ist. Klicks, Klickrate und die konkrete Suchanfrage, die zur Einblendung geführt hat, liefert der Bericht bis heute nicht. Du siehst also Sichtbarkeit, aber nicht deren Wert in Traffic. Für ein Unternehmen, das seinen Marketing-Erfolg an Leads und Umsatz misst, ist das ein wichtiger Unterschied: Impressionen allein sagen noch nichts darüber, ob die KI-Antwort überhaupt einen Klick auf deine Seite auslöst oder die Nutzerin einfach zufrieden weiterscrollt.
Dazu kommen zwei Grenzen, die in der Praxis schneller beissen als erwartet. Es gelten die üblichen Beschränkungen des Leistungsberichts, also unter anderem das Limit von 1.000 Zeilen pro Abfrage. Und Properties mit zu wenig Impressionen in generativen KI-Funktionen bekommen gar keinen Bericht zu sehen. Wer also nach dem Rollout in die Search Console schaut und dort nichts findet, hat damit bereits eine Antwort auf die Frage nach der eigenen KI-Sichtbarkeit.
”Impressionen geben an, wie oft Links zu Ihrer Website einer Nutzerin oder einem Nutzer in einer generativen KI-Funktion in der Google Suche präsentiert wurden.”
Google Search Console Hilfe, Dokumentation zum Generative-AI-Performance-Bericht, abgerufen am 22. September 2026
Der Rollout ist durch, und mit ihm kam ein Schalter
Im Juli sah den Bericht nur, wer eine Property in Grossbritannien betreute. Diese Phase ist vorbei. Google notiert in der Search-Console-Hilfe seit dem 31. August 2026, dass die Statistiken für alle Websites weltweit verfügbar sind. Die Freischaltung ausserhalb Grossbritanniens begann bereits im Juli und war Ende August abgeschlossen.
Am selben Datum wurde eine zweite Neuerung global: die Einstellung “Generative KI in der Google Suche” unter Settings. Damit entscheidest du, ob deine Inhalte in AI Overviews, im AI Mode und in generativen Discover-Funktionen erscheinen dürfen. Meldest du dich ab, bekommst du aus diesen Flächen weder Impressionen noch Traffic, die klassische Suche bleibt davon unberührt. Google hält in der Hilfe ausdrücklich fest, dass die Einstellung nicht als Ranking- oder Aufnahmesignal für andere Bereiche der Suche verwendet wird. Der Haken liegt woanders: Der Schalter gilt für die gesamte verifizierte Property, eine einzelne Seite lässt sich damit nicht ausnehmen.
Hier lauert die Verwechslung, die uns in Gesprächen am häufigsten begegnet. Viele Unternehmen haben vor Monaten das Token Google-Extended in die robots.txt geschrieben, in der Annahme, damit aus KI-Antworten zu verschwinden. Google-Extended regelt aber nur das Training künftiger Gemini-Modelle und die Nutzung in Gemini Apps und Vertex AI. Auf AI Overviews und AI Mode hat es keine Wirkung. Umgekehrt gilt: Wer den neuen Schalter umlegt, verschwindet aus den KI-Flächen der Suche, bleibt aber Trainingsmaterial, solange Google-Extended nicht gesetzt ist. Zwei Schalter, zwei Zwecke, und die meisten Betriebe kennen nur einen davon.
Der Antrieb dahinter ist regulatorisch. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat Google zu Kontrollmöglichkeiten und zu Berichtsdaten für Publisher verpflichtet. Der Grossteil dieser Pflichten greift ab Dezember 2026, seitengenaue Steuerung muss Google bis März 2027 liefern. Zu den geforderten Daten gehören ausdrücklich auch Klicks aus generativen KI-Funktionen. Die Ankündigung vom 31. August enthielt dazu kein Wort, es gibt also bislang keinen Termin, auf den du planen könntest.
Für Mittelständler, deren Websites zuletzt Klicks an AI Overviews verloren haben, ist dieser Bericht kein Ersatz für Generative Engine Optimization, aber ein dringend benötigtes Messinstrument. Ohne Daten bleibt jede Anpassung an die neue Suchrealität ein Blindflug.
Was du in der ersten Stunde mit dem Bericht machst
Die Reihenfolge ist wichtiger als die Gründlichkeit, weil der erste Schritt die anderen wertlos machen kann.
- Zuerst den Schalter prüfen. Search Console öffnen, Einstellungen, “Generative KI in der Google Suche”. Steht deine Property dort auf ausgeschlossen, erklärt das jeden leeren Bericht, und alles Weitere kannst du dir sparen, bis die Entscheidung bewusst getroffen ist. In vielen Betrieben hat diesen Schalter nie jemand angefasst, in manchen jemand, der das Haus längst verlassen hat.
- Danach den Bericht gegen die Klickkurve legen. Nimm deine fünf wichtigsten Landingpages und stell die KI-Impressionen neben die organischen Klicks aus dem klassischen Leistungsbericht. Seiten mit vielen KI-Impressionen und fallenden Klicks sind die Kandidaten, bei denen die Antwort bereits oben steht. Wer dabei ohnehin gerade sein Search-Console-Reporting aufräumt, dokumentiert die Ausgangswerte gleich sauber.
- Bleibt der Bericht leer, wird die Frage grösser. Dann liegt das Problem eine Ebene tiefer, bei der Substanz im Netz. Unsere Messung an 193 Mittelständlern zeigt, welche sieben Muster sichtbare von unsichtbaren Unternehmen trennen, und die Gesamtauswertung der Studie ordnet ein, wie verbreitet das Problem ist.
Ein Punkt, der in der Euphorie über die neuen Zahlen untergeht: Der Bericht misst Google. Perplexity, ChatGPT und Copilot tauchen dort nicht auf, und in unserer Messung waren nur 60 von 193 Unternehmen in beiden geprüften Systemen sichtbar. Die Handprobe in einem zweiten System bleibt also Pflicht, auch wenn die Search Console jetzt endlich Zahlen liefert. Die zwölf Hebel aus unserem SEO-Leitfaden für den Mittelstand bleiben die Basis, auf der jede KI-Sichtbarkeit erst aufbaut.
Häufige Fragen
Ist der KI-Bericht in der deutschen Search Console verfügbar?
Ja. Google hat den Generative-AI-Bericht am 31. August 2026 für alle Websites weltweit freigeschaltet, deutsche Properties eingeschlossen. Du findest ihn in der Search Console in der Leistungsübersicht neben dem klassischen Suchbericht. Wenn du ihn trotzdem nicht siehst, liegt das an der Mindestschwelle: Properties mit zu wenig Impressionen in generativen KI-Funktionen bekommen keinen Bericht angezeigt. Ein leerer oder fehlender Bericht ist damit selbst schon ein Befund über deine Sichtbarkeit.
Zeigt der Bericht auch Klicks aus AI Overviews?
Nein. Der Bericht liefert ausschliesslich Impressionen, aufgeschlüsselt nach Seite, Land, Gerät und Datum. Klicks, Klickrate und die konkrete Suchanfrage fehlen weiterhin, auch nach dem weltweiten Rollout vom 31. August 2026. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA verlangt von Google ausdrücklich auch Daten zu Klicks aus generativen KI-Funktionen, einen Termin dafür hat Google bislang nicht genannt. Es gelten ausserdem die üblichen Beschränkungen des Leistungsberichts, etwa das Limit von 1.000 Zeilen.
Was passiert, wenn ich meine Seite von KI-Funktionen ausschliesse?
Dann erscheinen deine Inhalte nicht mehr in AI Overviews, im AI Mode und in den generativen Funktionen von Discover, und du erhältst aus diesen Flächen weder Impressionen noch Traffic. Die klassische Google-Suche bleibt unberührt, Google schreibt in der Hilfe ausdrücklich, dass die Einstellung nicht als Ranking- oder Aufnahmesignal für andere Bereiche der Suche verwendet wird. Wichtig: Der Schalter gilt für die gesamte verifizierte Property, einzelne Seiten lassen sich damit nicht ausnehmen.
Reicht Google-Extended in der robots.txt, um aus AI Overviews zu verschwinden?
Nein, das ist die häufigste Verwechslung. Das robots.txt-Token Google-Extended steuert, ob deine Inhalte für das Training künftiger Gemini-Modelle und für Antworten in Gemini Apps und Vertex AI genutzt werden. Auf AI Overviews und AI Mode in der Google-Suche hat es keine Wirkung. Dafür gibt es seit dem 31. August 2026 weltweit den eigenen Schalter in den Search-Console-Einstellungen. Wer beides verwechselt, glaubt entweder abgemeldet zu sein, obwohl er sichtbar ist, oder umgekehrt.
Quellen & Referenzen
- Google Search Console Hilfe: Generative-AI-Performance-Bericht, Metriken, Aufschlüsselungen und Einschränkungen, weltweite Verfügbarkeit seit 31. August 2026, abgerufen am 22. September 2026. support.google.com
- Google Search Console Hilfe: Einstellung “Generative KI in der Google Suche”, Wirkung des Opt-out, Property-Ebene und Klarstellung zum Ranking-Signal, abgerufen am 22. September 2026. support.google.com
- Google Search Central: Ankündigung der Search Generative AI Performance Reports in der Search Console, Juni 2026. developers.google.com
- Search Engine Journal: Bericht zum weltweiten Rollout am 31. August 2026 und zur weiterhin fehlenden Klick-Metrik. searchenginejournal.com
- Search Engine Journal: Einordnung der CMA-Auflagen, Fristen für Kontrollmöglichkeiten und die geforderten Klickdaten. searchenginejournal.com
- SEO Südwest: Analyse des KI-Berichts und seiner Einordnung ins bestehende Search-Console-Reporting, Stand Juni 2026. seo-suedwest.de