Magazin

KI im Projektmanagement: 7 Tools, die Mittelständlern Stunden pro Woche sparen

Projektmanager in deutschen Mittelstandsbetrieben verbringen im Schnitt die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit Statusberichten, Protokollen und manueller Aufgabenverfolgung. KI-Assistenten in modernen PM-Tools können genau diesen Block um bis zu 80 Prozent reduzieren. Sechs bis zehn Stunden pro Woche, pro Projektleiter. Das ist keine Zukunftsmusik mehr.

Abstrakte Darstellung neuronaler Netze mit leuchtenden Verbindungslinien auf dunklem Hintergrund

KI-gestütztes Projektmanagement verknüpft Daten, Aufgaben und Teams in Echtzeit. Foto: Google DeepMind auf Pexels

Update 11. September 2026: Die Abrechnung hat sich gedreht. Atlassian, monday.com, Asana, Notion, ClickUp und Make verkaufen KI im Projektmanagement inzwischen über Guthaben: Zum Sitzpreis kommt ein monatliches Credit-Kontingent, aufgebrauchtes Guthaben kostet extra. Atlassian stellt Mehrverbrauch ab dem 3. Dezember 2026 in Rechnung. Alle Preise unten stehen auf dem Stand vom 11. September 2026, dazu ist der neue Abschnitt zur Verbrauchsabrechnung dazugekommen. Die Preiskorrekturen vom Juli zu ClickUp Brain und Notion AI sind im Text weiterhin eingearbeitet.
Das Wichtigste vorab: Der Markt für KI-gestütztes Projektmanagement wächst bis 2032 auf rund 22 Milliarden US-Dollar. Unternehmen, die KI-PM-Tools einsetzen, liefern Projekte zu 61 Prozent pünktlich, ohne KI sind es nur 47 Prozent. Für den Mittelstand sind vor allem ClickUp Brain, Asana AI, Monday.com Sidekick, Notion AI und Microsoft Project mit Copilot relevant. Der Einstieg gelingt in drei Schritten, und der häufigste Fehler ist derselbe wie bei allen KI-Einführungen: das Tool vor den Use Case stellen. Seit Sommer 2026 kommt eine zweite Budgetfrage dazu, weil die Anbieter KI über verbrauchsabhängige Credits abrechnen.

Was KI im Projektmanagement wirklich veraendert

Die meisten Projektmanager kennen das Szenario: Freitagsnachmittag, das wöchentliche Status-Update muss raus. Wer hat was fertig? Wo hängt es? Was kommt nächste Woche? Wer ist ausgelastet, wer hat Luft? Diese Fragen kosten Zeit, weil die Antworten in drei verschiedenen Systemen stecken und niemand sie automatisch zusammenzieht.

Genau hier greift KI an. Moderne PM-Plattformen können Aufgabenstatus, Kommentare, Kalendereinträge und Fortschrittsdaten in Echtzeit auswerten und daraus in Sekunden einen lesbaren Statusbericht generieren. Kein manuelles Zusammentragen mehr, kein Copy-Paste aus unterschiedlichen Boards.

Das ist erst der Anfang. Aktuelle Plattformen erkennen auch Muster: Welche Aufgaben bleiben immer länger liegen als geplant? Welche Teammitglieder sind regelmäßig überlastet? Wo drohen Engpässe, bevor sie zum Problem werden? Studien zeigen, dass 47 Prozent der Projektteams keinen Zugriff auf Echtzeit-KPIs haben. KI schließt genau diese Lücke.

Das Ergebnis in Zahlen: Unternehmen, die KI-PM-Tools produktiv einsetzen, erreichen in 90 Prozent der Fälle einen positiven ROI. Ihre Projekte werden zu 61 Prozent pünktlich abgeliefert, verglichen mit 47 Prozent bei Teams ohne KI-Unterstützung. Und 69 Prozent dieser Teams realisieren 95 Prozent oder mehr des geplanten Geschäftswerts, während es ohne KI nur 53 Prozent sind.

7 KI-PM-Tools im Vergleich

Nicht jedes Tool passt zu jedem Betrieb. Die folgende Auswahl deckt unterschiedliche Anforderungen ab, vom kleinen Projektteam bis zum strukturierten PMO.

1. ClickUp Brain

ClickUp hat mit Brain sein KI-Angebot im Juni 2026 grundlegend neu aufgestellt. Die neue Version heißt intern Brain 2 und bringt sogenannte Super Agents mit mehr als 500 vortrainierten Fähigkeiten mit. Dazu kommt eine MCP-Integration, die Claude, ChatGPT und Gemini direkt in den Arbeitsablauf einbindet.

Besonders praktisch für Mittelstandsteams: Der AI Notetaker sitzt in jedem Meeting, transkribiert automatisch und erzeugt danach eine strukturierte Zusammenfassung mit Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Was früher 20 Minuten Nacharbeit war, passiert jetzt selbst.

Preis (Stand 11.09.2026): ClickUp-Basispläne ab 7 US-Dollar (Unlimited) bzw. 12 US-Dollar (Business) pro Nutzer und Monat bei Jahreszahlung, monatlich 10 bzw. 19 US-Dollar. Brain bleibt ein separates Add-on für 9 US-Dollar pro Nutzer und Monat, rund 7,71 Euro. Neu darüber liegt die Stufe Everything AI für 28 US-Dollar, rund 24 Euro, die den KI-Notetaker, KI-Felder, Bildgenerierung und die Super Agents enthält.

2. Asana AI

Asana hat im Frühjahr 2026 seine AI Teammates eingeführt, 30 vortrainierte Assistenten für konkrete Aufgaben: Kampagnenbriefings schreiben, Workflows optimieren, Compliance-Checklisten prüfen. Dazu kommt AI Studio, mit dem sich eigene Automatisierungen per Spracheingabe konfigurieren lassen, ohne eine Zeile Code.

Asana Dash liefert täglich eine persönliche Prioritätenliste, die aus Projektdaten, Deadlines und Abhängigkeiten berechnet wird. Für Teams, die nach Methode arbeiten und klare Strukturen brauchen, ist Asana oft die bessere Wahl gegenüber flexibleren Tools.

Preis (Stand 11.09.2026): Starter 10,99 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei Jahreszahlung (13,49 monatlich), Advanced 24,99 US-Dollar (30,49 monatlich). AI Studio Basic ist inzwischen schon im Starter-Plan dabei, mit 50.000 Credits je Abrechnungskonto und Monat, im Advanced sind es 75.000, im Enterprise 200.000. Die AI Teammates laufen als kostenpflichtiges Zusatzpaket über den Vertrieb.

3. Monday.com mit Sidekick

Monday.com hat seinen KI-Assistenten Sidekick Anfang 2026 aus der Beta entlassen. Er sitzt als fester Gesprächspartner in der Oberfläche und beantwortet Fragen zu laufenden Projekten, schreibt Aufgabenbeschreibungen und baut auf Wunsch ganze Automationen auf.

Der AI Automation Builder ist dabei besonders interessant: Er erreicht eine Erfolgsquote von 80 Prozent, ohne dass Nutzer die automatisch erstellten Regeln manuell nachbearbeiten müssen. Für visuell orientierte Teams, die viel mit Boards und Timelines arbeiten, ist Monday.com eine starke Option.

Preis (Stand 11.09.2026): Basic 9 Euro, Standard 12 Euro, Pro 19 Euro je Platz und Monat bei Jahreszahlung. Die KI läuft über Credits: 1.000 im Basic, 2.000 im Standard, 3.000 im Pro. monday.com selbst beziffert den typischen Bedarf eines Dreierteams auf 800 bis 1.200 Credits im Monat.

4. Microsoft Project mit Copilot

Wer bereits auf Microsoft 365 setzt, kommt um diese Option kaum herum. Copilot ist seit Mai 2026 auch in Project und Dynamics 365 Project Operations vollständig integriert. Er fasst Projektstände zusammen, priorisiert Risiken, generiert Berichte und kann über Spracheingabe Aufgaben erstellen oder verschieben.

Besonders für Mittelständler, die Microsoft Teams als Kommunikationszentrale nutzen, entsteht so ein durchgängiger Workflow ohne Systemwechsel. Wer mehr zu Copilot in Microsoft 365 wissen will, findet in unserem Artikel über Copilot GA und M365 für KMU den aktuellen Stand.

Preis (Stand 11.09.2026): Die viel zitierten 30 US-Dollar gelten für die Enterprise-Lizenz Microsoft 365 Copilot. Betriebe unter 300 Arbeitsplätzen zahlen für Microsoft 365 Copilot Business regulär 21 US-Dollar pro Nutzer und Monat, bis zum 31. Dezember 2026 gilt ein Aktionspreis von 18 US-Dollar, rund 15,43 Euro. Als Paket kostet Business Standard mit Copilot 23,50 und Business Premium mit Copilot 32 US-Dollar.

5. Notion AI

Notion positioniert sich nicht als klassisches PM-Tool, füllt diese Rolle in vielen Mittelstandsbetrieben aber trotzdem aus. Die KI-Funktionen wurden zuletzt deutlich erweitert: Custom Agents kompilieren automatisch Feedback aus mehreren Datenbanken, Live Summaries aktualisieren sich beim Öffnen einer Seite, und AI Autofill befüllt Datenbankfelder aus verknüpften Quellen.

Für Teams, die Projekte nah an Dokumentation und Wissen verwalten wollen, ist Notion eine pragmatische Wahl. Reine PM-Strukturen wie Gantt-Ansichten oder Ressourcenplanung sind jedoch begrenzt.

Preis (Stand 11.09.2026): Plus 9,50 Euro, Business 19,50 Euro je Nutzer und Monat. Chat, Dokumentgenerierung und Datenbank-Autofill liegen als begrenztes Kontingent in allen Plänen, der Notion Agent und die KI-Meeting-Notizen ab Business. Die Custom Agents laufen über Notion-Credits, 10 US-Dollar je 1.000 Credits im Monat; die neuen Workers verbrauchen ab dem 15. Oktober 2026 ebenfalls Credits.

6. Jira mit Atlassian Intelligence

Für technisch orientierte Teams, vor allem in Softwareentwicklung und IT-Projekten, bleibt Jira das Standardtool. Atlassian hat seine KI-Funktionen 2026 erheblich ausgebaut: natürlichsprachliche Automation Builder, AI-Zusammenfassungen für Tickets, JQL-Übersetzung per Spracheingabe und KI-Agenten in der Beta.

Die Cross-Atlassian-Integration verbindet Jira, Confluence und Bitbucket so, dass ein Statusbericht über alle Quellen hinweg in einer Anfrage erstellt werden kann.

Preis (Stand 11.09.2026): ab 7,91 US-Dollar pro Nutzer und Monat (Standard-Plan). Rovo steckt in allen bezahlten Cloud-Abos, das Guthaben liegt bei 25 Credits je Sitz und Monat im Standard, 70 im Premium, 150 im Enterprise. Alle Kontingente laufen in einen gemeinsamen Topf der Organisation, Reste verfallen mit dem Abrechnungszeitraum. Mehrverbrauch kostet 0,01 US-Dollar je Credit und wird ab dem 3. Dezember 2026 in Rechnung gestellt.

7. Make oder n8n für PM-Workflows

Wer kein fertiges KI-PM-Tool einführen will oder bestehende Tools verknüpfen möchte, setzt auf Automatisierungsplattformen. Make (früher Integromat) und n8n können Aufgaben zwischen verschiedenen Systemen synchronisieren, KI-Zusammenfassungen aus Meeting-Transkripten generieren und Statusberichte automatisch per E-Mail oder Slack versenden.

Dieser Ansatz ist flexibler, erfordert aber etwas mehr technisches Verständnis beim Setup. Einen guten Einstieg bietet unser Artikel zur No-Code-KI-Automatisierung mit n8n, Make und Zapier.

Preis (Stand 11.09.2026): Bei Make zählt inzwischen ebenfalls ein Credit-Konto: Der Free-Plan enthält 1.000 Credits im Monat, Core kostet 9, Pro 16 und Teams 29 US-Dollar. n8n startet in der Cloud bei 20 Euro im Monat mit 2.500 Ausführungen, Pro liegt bei 50 Euro mit 10.000 Ausführungen, die selbst gehostete Community-Version bleibt kostenlos.

Seit dem Sommer zahlst du KI nach Verbrauch

Wer diesen Vergleich im Juli gelesen hat, hat pro Tool eine Zahl mitgenommen: so viel kostet der Platz im Monat. Diese Rechnung trägt nicht mehr. Zwischen Juli und September 2026 haben Atlassian, monday.com, Asana, Notion, ClickUp und Make ihre KI-Funktionen auf Guthaben umgestellt. Du zahlst weiter den Sitzpreis, bekommst dazu ein monatliches Credit-Kontingent, und sobald das leer ist, kostet jede weitere KI-Aktion Geld oder fällt aus.

Für die Budgetplanung ändert das drei Dinge.

Die Lizenzliste beantwortet die Kostenfrage nicht mehr. Zwölf Jira-Sitze im Standard-Plan bringen 300 Rovo-Credits im Monat für die gesamte Organisation, geteilt über alle Nutzer. Ob das reicht, hängt daran, wie oft jemand Tickets zusammenfassen lässt oder einen Agenten startet, und das weiß vor dem Piloten niemand. Bei monday.com ist die Lücke noch greifbarer: Der Basic-Plan enthält 1.000 Credits, der Anbieter selbst rechnet für ein Dreierteam mit 800 bis 1.200. Ein kleines Team stößt dort im Normalbetrieb an die Grenze.

Der Verbrauch schwankt mit der Projektlast. Lizenzkosten sind über zwölf Monate eine gerade Linie. Credits folgen dem Geschäft: In der heißen Phase eines Projekts laufen Statusberichte, Protokolle und Auswertungen täglich, im Sommerloch kaum. Wer ein Jahresbudget plant, braucht deshalb einen Puffer für die zwei oder drei intensivsten Monate. Der Puffer ist bezifferbar: 1.000 zusätzliche Rovo-Credits kosten 10 US-Dollar, umgerechnet rund 8,57 Euro, das trifft kein Unternehmen hart. Unangenehm wird es, wenn niemand den Verbrauch beobachtet und die Rechnung im Quartal zur Überraschung wird.

Im vierten Quartal stehen die Stichtage. Notion zieht seine Workers ab dem 15. Oktober 2026 in die Credit-Abrechnung, Atlassian rechnet Mehrverbrauch ab dem 3. Dezember 2026 ab, Microsofts Aktionspreis für Copilot Business läuft am 31. Dezember 2026 aus. Wer in diesem Zeitraum ohnehin verlängert, klärt Kontingent und Obergrenze im selben Gespräch. Welche Klauseln dabei zählen, steht in unserem Beitrag zu Verträgen und Klauseln bei KI-Anbietern.

Die Umstellung trifft einen wunden Punkt. Bitkom hat im März 2026 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt: 41 Prozent setzen KI ein, und ein Drittel berichtet von deutlich höheren Kosten als erwartet. Verbrauchsabrechnung verstärkt genau diesen Effekt, wenn die Nutzung steigt und niemand mitzählt. Praktische Gegenmittel gibt es zwei. Erstens eine Obergrenze je Team, die der Anbieter technisch abbildet, zusammen mit einer Benachrichtigung bei 80 Prozent Verbrauch, die etwa Atlassian von sich aus verschickt. Zweitens ein Blick auf die Frage, welche Aufgaben überhaupt ein Modell im PM-Tool brauchen und welche günstiger über eine eigene Automatisierung laufen, wie sie unser Überblick zur KI-Automatisierung beschreibt.

Der häufigste Fehler beim Einstieg

Fast jeder Mittelständler, der KI-PM-Tools einführt, macht denselben Fehler: Er kauft zuerst das Tool und sucht danach den Use Case. Das klingt trivial, aber es erklärt, warum 95 Prozent der KI-Projekte keinen messbaren ROI erzielen und 94 Prozent daran scheitern, weil strukturelle Voraussetzungen fehlen, nicht weil die Technologie nicht funktioniert.

Drei weitere typische Stolpersteine:

Keine klaren Erfolgskriterien. Pilotprojekte ohne messbare Ziele versanden nach drei bis sechs Monaten. Was soll sich konkret verbessern? Wenn die Antwort lautet “irgendwie sollen Projekte besser laufen”, ist das zu unspezifisch.

Team nicht einbinden. Top-down-Rollouts scheitern regelmäßig. Wer die Nutzer des Tools von Anfang an in die Auswahl einbezieht und früh zeigt, wie ihr eigener Alltag einfacher wird, erzeugt Akzeptanz statt Widerstand.

Datenbasis ignorieren. KI-Risikoerkennung und Forecasting funktionieren nur dann zuverlässig, wenn historische Projektdaten sauber erfasst sind. Wer erst mit der KI-Einführung anfängt, Daten zu strukturieren, wartet länger auf verwertbare Ergebnisse.

Wer mehr zu strukturierten KI-Pilotprojekten wissen will, findet in unserem Leitfaden zur KI-Pilotprojekt-Roadmap für den Mittelstand eine praxisnahe Übersicht.

In drei Schritten starten

Unternehmen, die KI-PM systematisch einführen, folgen einem einfachen Muster:

Schritt 1: Use Case vor Tool (Woche 1 bis 4). Identifiziere die zeitaufwändigsten, repetitivsten Aufgaben im Projektmanagement. Statusberichte, Meeting-Protokolle und manuelle Task-Updates sind fast immer ganz oben auf der Liste. Schreibe auf, wie viel Zeit diese Aufgaben kosten.

Schritt 2: Pilotteam aufbauen (Woche 5 bis 8). Drei bis fünf Personen testen das ausgewählte Tool an einem laufenden Projekt. Ziel ist ein belastbares Vorher-Nachher-Bild: Wie viel Zeit spart das Tool tatsächlich? Entspricht die Qualität der KI-Ausgaben den Anforderungen?

Schritt 3: Skalieren oder korrigieren (ab Monat 4). Wenn der Pilot klare Ergebnisse zeigt, Rollout auf weitere Teams. Wenn nicht, entweder Use Case anpassen oder Tool wechseln, bevor zu viele Lizenzen bezahlt werden.

Für die DSGVO-konforme Nutzung von KI-Tools im Unternehmen empfehlen wir zusätzlich einen Blick in unseren Beitrag zu DSGVO-konformen KI-Tools für KMU, weil auch PM-Plattformen mit Kundendaten in Berührung kommen können.

”Unternehmen, die einen strukturierten Feedback-Loop zwischen Projektteams und Datenauswertung aufbauen, haben 3,7-fach höhere Erfolgschancen beim Einsatz von KI im Projektmanagement.”

— Auswertung mehrerer PM-Studien, u.a. Breeze PM Statistics 2026 und Epicflow ROI Analysis 2025

Wichtig zu wissen: KI ersetzt keine Projektmanager. Sie nimmt ihnen die administrativen Aufgaben ab, damit mehr Zeit für die Arbeit bleibt, für die menschliches Urteil gefragt ist: Prioritäten setzen, Konflikte lösen, Stakeholder einbinden. Teams, die das verstehen, skalieren mit KI schneller als solche, die auf vollständige Automatisierung hoffen.
Das Wichtigste in zwei Sätzen: KI-PM-Tools sparen Projektmanagern sechs bis zehn Stunden pro Woche durch automatisierte Statusberichte, Risikoerkennung und Task-Tracking. Wer mit einem klar definierten Use Case startet und das Pilotteam von Anfang an einbindet, sieht Ergebnisse innerhalb von acht Wochen.

Häufige Fragen

Welches KI-PM-Tool ist für kleine Teams am besten geeignet?

Für Teams unter zehn Personen sind ClickUp Brain und Notion AI gut geeignet, weil sie flexibel sind und keine aufwändige Einrichtung erfordern. Monday.com Sidekick ist eine gute Wahl für visuell arbeitende Teams. Wichtiger als die Tool-Auswahl ist der Use Case: Wenn das Hauptziel automatisierte Statusberichte sind, reicht oft auch Make oder Zapier in Kombination mit dem bestehenden PM-Tool.

Wie lange dauert die Einführung eines KI-PM-Tools im Mittelstand?

Ein strukturierter Pilot dauert acht bis zwölf Wochen: vier Wochen Assessment und Tool-Auswahl, vier Wochen Pilot mit kleinem Team, danach Entscheidung über Rollout. Unternehmen, die diesen Prozess überspringen und direkt unternehmensweit einführen, verbringen anschließend sechs bis zwölf Monate mit Korrekturen. Der Umweg über den Pilot spart am Ende Zeit.

Was kosten die KI-Funktionen in PM-Tools wirklich?

Seit Sommer 2026 rechnen die meisten Anbieter KI nach Verbrauch ab. Zum Sitzpreis kommt ein monatliches Guthaben an Credits, das mit dem Plan steigt: bei Jira 25 Credits je Sitz im Standard-Plan, 70 im Premium, 150 im Enterprise; bei monday.com 1.000, 2.000 oder 3.000 Credits je nach Stufe; bei Asana 50.000 bis 200.000 Credits je Abrechnungskonto. Aufgebrauchtes Guthaben kostet extra, Atlassian verlangt ab dem 3. Dezember 2026 einen Cent je Credit. Rechne deshalb mit zwei Posten statt mit einem: Lizenzen plus erwarteter KI-Verbrauch. Stand 11. September 2026.

Lohnt sich Microsoft Copilot für einen Betrieb mit 50 Mitarbeitern?

Für Betriebe unter 300 Arbeitsplätzen gilt eine andere Preisliste als die oft zitierten 30 US-Dollar. Microsoft 365 Copilot Business kostet regulär 21 US-Dollar je Nutzer und Monat, bis zum 31. Dezember 2026 gilt ein Aktionspreis von 18 US-Dollar, umgerechnet rund 15,43 Euro. Business Standard mit Copilot liegt bei 23,50 und Business Premium mit Copilot bei 32 US-Dollar je Nutzer und Monat. Die Rechnung geht auf, wenn Projektleiter Teams und Outlook ohnehin als Arbeitszentrale nutzen; für reine Projektarbeit ohne M365-Bindung sind ClickUp, Asana oder monday.com meist günstiger.

Sind KI-PM-Tools DSGVO-konform?

Die meisten großen Anbieter bieten inzwischen EU-Datenresidenz an. Entscheidend ist, was die KI konkret verarbeitet: Wenn personenbezogene Daten von Kunden oder Mitarbeitern in KI-Funktionen fließen, braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und in vielen Fällen eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA). Reine Projektstruktur ohne personenbezogene Inhalte ist unkritisch. Im Zweifel gilt: Datenschutzbeauftragten einbinden, bevor das Tool produktiv geht.

Quellen & Referenzen

  • Breeze PM: AI Project Management Statistics 2026 mit ROI- und Pünktlichkeitsdaten. breeze.pm
  • Epicflow: ROI Analysis zu KI im Projektmanagement, Vergleich mit und ohne KI-Tools. epicflow.com
  • Skill-Sprinters: KI fuer Projektmanager, Zeitersparnis-Daten und Statusbericht-Automatisierung. skill-sprinters.de
  • Asana Spring Release 2026: AI Teammates und AI Studio Features. asana.com
  • ClickUp Brain 2: Super Agents, MCP-Integration und neue KI-Features. clickup.com
  • ClickUp Brain Pricing: offizielle Preistabelle für Brain AI und Everything AI. clickup.com
  • Notion Pricing: Wegfall des separaten KI-Add-ons, volle AI im Business-Plan. notion.com
  • Flowfam: Monday.com AI Features 2026 und Sidekick-Ueberblick. flowfam.co
  • Microsoft Learn: Copilot-Features in Dynamics 365 Project Operations (Mai 2026). learn.microsoft.com
  • eesel.ai: Atlassian Intelligence und Jira AI Guide 2026. eesel.ai
  • Atlassian Support: Rovo-Credits je Plan, gemeinsamer Credit-Topf, Mehrverbrauch ab 3. Dezember 2026. support.atlassian.com
  • monday.com Pricing: Plan-Preise und monatliche KI-Credits je Stufe. monday.com
  • Asana Pricing: Plan-Preise sowie AI-Studio-Credits je Abrechnungskonto. asana.com
  • ClickUp Pricing: Basispläne, Brain-AI- und Everything-AI-Stufe. clickup.com
  • Microsoft 365 Copilot Pricing: Copilot Business, Aktionspreis bis 31. Dezember 2026 und Paketpreise. microsoft.com
  • Make Pricing: Credit-Kontingente und Planpreise. make.com
  • n8n Pricing: Cloud-Pläne mit Ausführungskontingenten, Community-Version zum Selbsthosten. n8n.io
  • Bitkom: Studie zu KI in deutschen Unternehmen, 604 Betriebe ab 20 Beschäftigten, Erhebung März 2026. bitkom.org
Justus Kornath, Marketing-Experte · Collective Brain GmbH
Marketing-Experte · Collective Brain GmbH

Justus Kornath ist Marketing-Experte bei Collective Brain. Unter seinem Label „justus marketing“ begleitet er seit über zwölf Jahren Solo-Selbstständige und Mittelständler im B2B-Marketing, von Strategie und SEO über Paid Advertising bis zu Video- und Funnel-Aufbau. Sein Motto: nicht Berater, sondern Macher. Aus Kiel.