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Claude Prompts auf Deutsch: so nutzt du die 250er-Bibliothek richtig

Wer “Claude Prompts Deutsch” sucht, hofft meistens auf eine fertige Liste zum Reinkopieren. Die gibt es bei uns auch, über 250 Stück. Der eigentliche Unterschied entsteht aber danach: darin, wie du sie in Claude einsetzt und warum genau dieses Format dort so zuverlässig funktioniert wie in kaum einem anderen Tool.

Nahaufnahme zweier Hände beim Tippen auf einer schwarzen Laptop-Tastatur

Symbolbild: Ein guter Prompt ist kein Zauberspruch, sondern ein sauber formuliertes Briefing. Foto: Szabó Viktor auf Pexels

Das Wichtigste vorab: Unsere Bibliothek auf /ki-prompts/ enthält 274 deutsche Prompts für Marketing, Vertrieb, HR und mehr, davon sind 28 ausdrücklich für Claude formuliert. Die restlichen rund 246 sind mit ChatGPT oder Midjourney beschriftet, funktionieren in Claude aber genauso gut, weil sie als klare Rollen- und Aufgabenbeschreibung geschrieben sind, exakt das Format, das Anthropic für Claude selbst empfiehlt. Für Unternehmer heißt das: Du brauchst keine zweite, Claude-exklusive Sammlung, du musst nur wissen, wo du beim Einsetzen nachschärfen solltest.

Warum die Tool-Kennzeichnung in der Bibliothek fast egal ist

Jeder Prompt in unserer Bibliothek trägt ein Etikett, ChatGPT, Claude oder Midjourney, je nachdem, wo wir ihn zuerst getestet haben. Das klingt nach einer Einschränkung, ist aber vor allem eine Herkunftsangabe. Ein Prompt, der eine Rolle zuweist (“Du bist erfahrene Markenstrategin”), Kontext in klaren Platzhaltern verlangt und eine feste Ausgabestruktur vorgibt, funktioniert in jedem aktuellen Sprachmodell ähnlich gut. Genau so sind unsere Prompts gebaut, unabhängig vom Etikett.

Der Unterschied zwischen den Tools zeigt sich weniger am Prompttext selbst als daran, wie viel Nacharbeit du danach investieren musst. Anthropic beschreibt in der eigenen Dokumentation den Grundsatz, nach dem Claude arbeitet: “Think of Claude as a brilliant but new employee who lacks context on your norms and workflows. The more precisely you explain what you want, the better the result.” Übersetzt: Claude rät selten, was du “eigentlich” meinst, sondern hält sich eng an das, was im Prompt steht. Für unsere Bibliothek ist das ein Vorteil, jeder Prompt ist bereits so detailliert geschrieben, dass Claude damit direkt loslegen kann, ohne dass du erst drei Rückfragen beantwortest.

Was das konkret bedeutet: Du musst keinen der 246 ChatGPT- oder Midjourney-Prompts umschreiben, um ihn in Claude zu nutzen. Kopiere ihn wie er ist in den Chat, fülle die Platzhalter aus, und beobachte, ob die Antwort präzise genug ist. Erst wenn Claude zu vage bleibt, lohnt sich Nachschärfen, dazu gleich mehr.

Was in den 274 Prompts steckt

Die Bibliothek ist in 13 Kategorien sortiert, und die Verteilung verrät einiges darüber, wofür Mittelständler KI-Prompts tatsächlich einsetzen. Die größten Blöcke sind Marke und Design, SEO und Content, E-Mail und Vertrieb sowie LinkedIn, dazu kommen Ads und Performance, Social Media, Produkt und UX, E-Commerce, Recruiting und HR, Video und Motion, Bildgenerierung sowie Strategie und Analyse.

Für ein Unternehmen aus dem Mittelstand heißt das konkret: Im Bereich Marke und Design findest du Prompts, die aus vorhandenen Texten einen Style Guide destillieren, im Bereich Recruiting Prompts, die Bewerbungsunterlagen strukturiert vorsortieren, und im Bereich Strategie und Analyse Prompts, die eine SWOT-Analyse oder eine Marktabgrenzung aus öffentlich verfügbaren Informationen aufbauen. Wer wissen will, welche dieser Aufgaben sich zusätzlich mit fertigen Claude Skills statt einzelnen Prompts automatisieren lassen, findet dazu mehr in unserem Artikel zu Claude im Marketing. Jeder Prompt kommt mit einer kurzen Beschreibung der Anwendungsfälle, mit Vorschau des vollständigen Prompttextes und, wo sinnvoll, mit zwei bis drei FAQ, die typische Rückfragen vorab klären. Das ist der Unterschied zu einer bloßen Liste: Du siehst vor dem Kopieren, ob der Prompt zu deiner Situation passt, statt es erst im Chat auszuprobieren.

Was das konkret bedeutet: Bevor du einen Prompt kopierst, lohnt sich ein Blick auf die Use-Cases direkt unter dem Titel. Sie stehen bewusst vor dem Prompttext, damit du in Sekunden erkennst, ob es der richtige für deine Aufgabe ist, statt drei ähnliche Prompts nacheinander durchzuprobieren.

Die 28 Claude-Prompts im Überblick

Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Prompts, die von Anfang an für Claude entstanden sind, weil sie zwei Besonderheiten von Claude gezielt ausnutzen: das große Kontextfenster und die Fähigkeit, lange strukturierte Dokumente in einem Durchgang auszuwerten statt in Häppchen.

In der Kategorie SEO und Content findest du zum Beispiel den Prompt Content-Refresh-Briefing für alte Blogartikel, der einen kompletten, mehrere tausend Wörter langen Artikel als Kontext entgegennimmt und daraus ein priorisiertes Update-Briefing macht, mit veralteten Fakten, fehlenden Abschnitten und neuen Ranking-Chancen. In ChatGPT stößt du bei solchen Aufgaben schneller an die Kontextgrenze, gerade wenn der Artikel mit internen Kommentaren oder Recherchenotizen kommt. Claude verarbeitet den ganzen Text in einem Rutsch.

Ähnlich verhält es sich mit Themenlandkarte für Topical Authority, der eine ganze Sitemap oder Liste bestehender Artikeltitel als Eingabe nimmt und daraus Cluster-Lücken ableitet, und mit Content-Brief aus Wettbewerber-URL erstellen, der den kompletten HTML-Text einer fremden Seite auswertet, ohne dass du ihn vorher zusammenkürzt. In der Kategorie LinkedIn liegen zusätzlich Hook-Prompts wie Konträr-Hook und Zahl-zuerst-Hook, die kürzer sind, aber gezielt Claudes zurückhaltenderen, weniger reißerischen Schreibstil nutzen, der bei deutschen B2B-Zielgruppen oft besser ankommt als die auf Wow-Effekt getrimmten ChatGPT-Standardformulierungen.

Was das konkret bedeutet: Wenn deine Aufgabe viel Rohmaterial braucht, einen ganzen Artikel, eine Wettbewerber-Seite, eine lange Kundenliste, greif zuerst zu den 28 Claude-Prompts. Für kurze, einzelne Textbausteine ist die Tool-Kennzeichnung fast bedeutungslos.

Claude-Prompts speziell fürs Netzwerken

Neben der allgemeinen Bibliothek pflegen wir mit Claude LinkedIn Prompts eine eigene, komplett auf Claude zugeschnittene Sammlung für Personal-Branding-Posts von Geschäftsführern. Der Unterschied zur großen Bibliothek: Diese Prompts sind nicht aus ChatGPT-Tests übernommen, sondern von Anfang an mit Claudes Ton entwickelt, weniger Ausrufezeichen, mehr Substanz, weniger “Ich bin begeistert zu verkünden”-Floskeln. Für Führungskräfte, die regelmäßig posten wollen, ist das oft der bessere Einstieg als die breite Bibliothek.

So passt du einen Prompt in drei Minuten für dein Unternehmen an

Ein Prompt aus der Bibliothek ist eine Vorlage, kein Fertigprodukt. Drei Anpassungen entscheiden meistens darüber, ob die erste Antwort schon brauchbar ist oder ob du zwei, drei Nachfragen brauchst.

Zuerst die Platzhalter: Jeder Prompt enthält eckige Klammern wie [dein Markenname] oder [füge hier 3 bis 5 echte Texte ein]. Füll sie mit echten Daten, nicht mit Stichworten. “Kontext: Branche und Zielgruppe: Mittelständische Maschinenbauer” liefert eine deutlich präzisere Antwort als nur “Maschinenbau”.

Dann die Ausgabelänge: Sag Claude explizit, wie lang die Antwort sein soll, drei Sätze, eine Tabelle mit fünf Zeilen, ein Absatz pro Punkt. Ohne diese Vorgabe wählt Claude oft eine mittlere Länge, die für dich entweder zu knapp oder zu ausführlich ist.

Und zuletzt der Ton: Ergänze am Ende des Prompts einen Satz wie “Schreib nüchtern und ohne Marketing-Floskeln” oder “Schreib locker, wie für einen internen Slack-Kanal”. Claude übernimmt diese Vorgabe zuverlässig, gerade weil sie explizit steht und nicht aus dem Kontext erraten werden muss.

Ein Beispiel aus der Praxis: Der Prompt für eine Content-Refresh-Analyse fragt im Original nach “deinem Artikel” und “deiner Zielgruppe”. Eine Marketingreferentin, die ihn unverändert einsetzt, bekommt eine solide, aber generische Liste von Verbesserungsvorschlägen. Ergänzt sie stattdessen den vollständigen Artikeltext, die Ziel-Suchanfrage laut Google Search Console und den Satz “Sortiere die Vorschläge nach erwartetem Traffic-Effekt, maximal sieben Punkte”, bekommt sie eine Antwort, die sie direkt an die Redaktion weiterreichen kann, ohne selbst noch zu priorisieren. Der Prompttext war in beiden Fällen identisch, der Unterschied lag komplett in den drei Minuten Vorbereitung davor.

Think of Claude as a brilliant but new employee who lacks context on your norms and workflows. The more precisely you explain what you want, the better the result.

Quelle: Anthropic, Prompting-Leitfaden “Be clear and direct”, platform.claude.com

Zwei Stolpersteine, die Claude-Neulinge übersehen

Wer bisher nur ChatGPT kennt und zum ersten Mal einen Prompt aus der Bibliothek in Claude einsetzt, stolpert meistens über zwei Kleinigkeiten. Beide sind schnell behoben, wenn du weißt, wonach du suchst.

Lange Ausgaben landen als Artifact, nicht im Chatfenster. Bittest du Claude um eine Tabelle, ein längeres Dokument oder einen strukturierten Report, öffnet sich häufig ein separates Artifact-Fenster neben dem Chat statt einer einfachen Textantwort. Das ist gewollt, du kannst das Ergebnis dort direkt weiter bearbeiten, als Datei herunterladen oder mit einem Link teilen, ohne es erst in ein anderes Programm zu kopieren. Für Geschäftsführer, die einen Report an ihr Team weiterreichen wollen, ist das oft praktischer als reiner Chattext, es braucht nur einen Moment, um sich daran zu gewöhnen.

Bildprompts brauchen einen anderen Weg als in ChatGPT. Die zwölf Midjourney-Prompts und neun GPT-Image-Prompts der Bibliothek sind für Bildgeneratoren geschrieben, die Text-Prompt zu Bild in einem Schritt umsetzen. Claude selbst erzeugt keine Bilder, kann die Bildprompts aber sehr gut vorbereiten und verfeinern, etwa Bildbeschreibung, Stil und Kameraperspektive in eine Sprache übersetzen, die dein Bildtool zuverlässig versteht. Für die eigentliche Bildgenerierung brauchst du weiterhin Midjourney, GPT-Image oder ein vergleichbares Tool.

Prompts wiederverwenden, ohne jedes Mal neu zu erklären

Für einzelne Anfragen reicht es, einen Prompt aus der Bibliothek zu kopieren und die Klammern zu füllen. Nutzt dein Team denselben Prompt aber wöchentlich, für Kampagnen-Reports, Content-Briefings oder Bewerbungsvorauswahl, lohnt sich ein eigenes Claude-Projekt. Dort hinterlegst du Markenunterlagen, Musterdaten und den Prompt selbst als feste Projektwissen-Datei. Claude zieht diesen Kontext dann automatisch, ohne dass jede Person im Team ihn erneut in den Chat tippen muss. Wie du Firmenwissen sauber in ein Claude-Projekt bringst, beschreiben wir ausführlich in unserer Anleitung zu Claude-Projekten und Wissensbasen.

Wer noch keine Skills für wiederkehrende Aufgaben nutzt, findet mit einem einzelnen guten Prompt oft schon einen Großteil des Nutzens, ohne gleich eine eigene SKILL.md zu bauen. Skills lohnen sich erst, wenn ein Prompt mit mehreren Dateien, Beispielen und einem festen Ablauf kombiniert werden soll, unsere Anleitung zum eigenen Claude Skill zeigt, wo diese Grenze verläuft.

Das Wichtigste in zwei Sätzen: Alle 274 Prompts unserer Bibliothek funktionieren in Claude, unabhängig vom Tool-Etikett, weil sie als klare Rolle, Kontext und Aufgabenstellung geschrieben sind, genau das Format, das Claude laut Anthropic am zuverlässigsten macht. Für datenintensive Aufgaben lohnt sich der Griff zu den 28 explizit Claude-optimierten Prompts, für alles andere reicht Kopieren, Klammern füllen und bei Bedarf Länge und Ton nachschärfen.

Häufige Fragen

Sind alle 274 Prompts der Bibliothek für Claude geeignet?

Ja, im Sinne von nutzbar. Nur 28 Prompts sind explizit als Claude-Vorlage gekennzeichnet, die übrigen rund 246 sind mit ChatGPT oder Midjourney beschriftet, weil sie dort zuerst getestet wurden. Der Prompttext selbst ist Rollenbeschreibung, Kontext und Aufgabenstellung in Fließtext, genau das Format, mit dem Claude am zuverlässigsten arbeitet. Du musst also nichts umschreiben, um sie in Claude einzusetzen, nur die Tool-Kennzeichnung ignorieren.

Was mache ich, wenn Claude bei einem Prompt aus der Bibliothek zu knapp oder zu allgemein antwortet?

Meistens fehlt Kontext, nicht ein besserer Prompt. Ergänze die Platzhalter in eckigen Klammern so konkret wie möglich, füge zwei bis drei echte Beispiele aus deinem Unternehmen an und sag Claude explizit, wie ausführlich die Antwort sein soll. Claude liefert selten von sich aus mehr, als angefragt wurde, das musst du im Prompt festlegen.

Lohnt sich ein Claude-Projekt für die Prompt-Bibliothek, oder reicht Copy-paste aus dem Chat?

Für einzelne, seltene Aufgaben reicht Copy-paste. Sobald ein Team denselben Prompt regelmäßig nutzt, etwa für Kampagnen-Reports oder Content-Briefings, lohnt sich ein Claude-Projekt mit hinterlegten Markenunterlagen als Projektwissen. Dann muss niemand mehr Kontext im Prompt wiederholen, Claude zieht ihn automatisch aus dem Projekt.

Kann ich die Prompts auch mit der kostenlosen Claude-Version nutzen?

Ja. Alle Prompts funktionieren im kostenlosen Claude.ai-Zugang genauso wie im Pro- oder Team-Konto, es gibt keine Funktionen in der Bibliothek, die einen bezahlten Plan voraussetzen. Bei hohem Nutzungsvolumen im Team stößt du mit dem kostenlosen Kontingent allerdings schneller an Grenzen als mit Pro oder Team.

Mehr zum Grundkonzept liest du im Überblick über Claude, die komplette Prompt-Bibliothek mit allen 274 Vorlagen findest du unter /ki-prompts/.

Quellen & Referenzen

  • Anthropic: Offizieller Prompting-Leitfaden mit dem Grundsatz “Be clear and direct” und dem Vergleich zu einer neuen Mitarbeiterin. platform.claude.com
Learoy Eichholz, Lead KI-Automation & Digitale Businessentwicklung, Collective Brain
Lead KI-Automation & Digitale Businessentwicklung, Collective Brain GmbH · Hamburg

Learoy Eichholz verantwortet bei Collective Brain die KI-Automation und die digitale Businessentwicklung. In 15 Jahren E-Commerce hat er Online-Geschäfte von innen kennengelernt, vom Shopsystem über Logistik und Daten bis zur Conversion. Diese Praxis bringt er heute in KI-gestützte Automatisierung ein: Er verzahnt Tools, Daten und Abläufe so, dass Mittelständler manuelle Arbeit abbauen und schneller wachsen. Sein Anspruch ist Automatisierung mit messbarem Geschäftseffekt statt Technik um der Technik willen.