Der Staat übernimmt bis zu 80 Prozent deiner Marketingberatung: Über das BAFA-Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU” sicherst du dir bis zu 2.800 Euro Zuschuss pro Beratung. Anträge nimmt das BAFA nur noch bis zum 31. Dezember 2026 an, und losgehen darf die Beratung erst, wenn die Leitstelle grünes Licht gegeben hat. Wer für 2026 oder 2027 Strategiearbeit plant, stellt den Antrag deshalb besser im Herbst als zwischen den Jahren.

Staatliche Förderung als Wachstumshebel: Mit dem BAFA-Zuschuss wird professionelle Marketingberatung für den Mittelstand bezahlbar. (Bild: Collective Brain, KI-generiert)
Was die BAFA-Förderung für Marketingberatung bedeutet
Viele mittelständische Unternehmen wissen, dass ihr Marketing besser werden müsste, scheuen aber die Kosten für externe Beratung. Genau hier setzt das BAFA an. Über das Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU” (umgesetzt über die Richtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows) übernimmt der Bund einen großen Teil der Beratungskosten.
Gefördert werden Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Marketing und Vertrieb gehören ausdrücklich dazu, solange es um echte, individuelle Unternehmensberatung geht und nicht um reinen Werbungseinkauf oder ein Gruppenseminar. Damit lässt sich professionelle Strategiearbeit, von der Markenpositionierung über die Content-Strategie bis zur Sichtbarkeit, deutlich günstiger umsetzen.
Wie hoch ist der Zuschuss?
Die Höhe hängt vom Sitz deines Unternehmens ab. Die Bemessungsgrundlage ist bundesweit einheitlich auf 3.500 Euro förderfähige Beratungskosten pro Beratung gedeckelt.
Pro Unternehmen sind maximal zwei Beratungen pro Jahr und insgesamt bis zu fünf Beratungen bis zum Programmende förderfähig. Für die Jahreszählung kommt es auf den Zeitpunkt der Antragstellung an, nicht auf den Beratungstermin. In die förderfähigen Kosten fließen neben dem Honorar auch Auslagen und Reisekosten der Beraterin oder des Beraters, die Umsatzsteuer dagegen bleibt draußen. Seit dem 15. November 2025 gilt für nicht vorsteuerabzugsberechtigte Antragsteller (zum Beispiel viele Freiberufler) der Bruttobetrag der Rechnung als Bemessungsgrundlage.
Wer ist förderfähig?
Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Freie Berufe mit Sitz in Deutschland. Maßgeblich ist die KMU-Definition der EU:
- weniger als 250 Beschäftigte,
- Jahresumsatz höchstens 50 Millionen Euro oder Jahresbilanzsumme höchstens 43 Millionen Euro,
- rechtlich selbstständig, mit Gewerbeanmeldung, Handelsregistereintrag oder steuerlicher Registrierung.
Damit fallen auch viele inhabergeführte und kleine Betriebe unter die Förderung. Ob dein Unternehmen passt, klären wir im Erstgespräch kurz mit dir.
Was das BAFA unter einer Beratung versteht
An dieser Stelle wird aus einem Beratungsgespräch ein Förderfall oder eben keiner. Die Richtlinie verlangt eine konzeptionelle Einzelberatung: eine Analyse deiner Situation, die benannten Schwachstellen und darauf aufbauend betriebsindividuelle Handlungsempfehlungen mit Anleitung für die Umsetzung. Seminare, Workshops und Gruppenveranstaltungen fallen raus. Die geförderte Beratung darf höchstens fünf Tage dauern, die müssen aber nicht am Stück liegen, und die Zeit für Bericht und Anreise zählt nicht mit.
Am Ende steht ein von beiden Seiten unterschriebener Beratungsbericht, in dem auch der Bezug zu den Grundsätzen des Europäischen Sozialfonds dokumentiert wird: Gleichstellung der Geschlechter, Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und ökologische Nachhaltigkeit. Das klingt nach Formalie, ist aber Bewilligungsvoraussetzung. Ein guter Berater baut diese Perspektiven in die Empfehlungen ein, statt sie am Schluss anzuhängen.
Für unsere Arbeit heißt das: Die geförderte Leistung ist die Strategie, also Analyse, Positionierung, Maßnahmenplan. Die spätere Umsetzung von Kampagne, Website oder KI-Pilotprojekt ist ein eigener Auftrag und gehört nicht in die geförderte Beratung. Übrigens nennt die Richtlinie die „Anpassung des Geschäftsmodells” ausdrücklich als eine der zentralen Herausforderungen, für die das Programm gedacht ist. Wer sein Marketing gerade auf KI-gestützte Prozesse umstellt, liegt damit im Förderzweck.
Was der 31. Dezember 2026 wirklich bedeutet
Ein Nachfolgeprogramm gibt es bislang nicht. Die Richtlinie läuft seit dem 1. Januar 2023 über den Europäischen Sozialfonds Plus, und das Bundeswirtschaftsministerium hat für die Zeit danach noch nichts veröffentlicht. Wer die Förderung noch mitnehmen will, plant deshalb besser mit der geltenden Richtlinie als mit einer möglichen Verlängerung.
Dazu kommt der Punkt, den kaum jemand erwähnt: Ein Rechtsanspruch auf den Zuschuss besteht nicht. Die Bewilligungsbehörde entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen und im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Solange Geld da ist, ist das Theorie. Im letzten Jahr einer auslaufenden Richtlinie, in dem viele Unternehmen ihre restlichen Beratungen abrufen, wird daraus ein praktisches Argument für einen Antrag im Herbst. Wie schnell so ein Topf leer sein kann, hat 2026 der EUIPO-KMU-Fonds gezeigt: Die Marken-Voucher waren binnen Wochen ausgeschöpft.
So beantragst du die Förderung
- Berater auswählen. Die Beratung muss durch ein beim BAFA freigeschaltetes Beratungsunternehmen erfolgen. Collective Brain ist als Berater im BAFA-System registriert.
- Online beantragen, über eine Leitstelle deiner Wahl. Das Verfahren läuft vollständig digital. Welche der Leitstellen du nimmst, ist dir überlassen. Bist du im ersten Jahr nach der Gründung, kommt ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner dazu, dessen Bestätigung du später mit dem Verwendungsnachweis einreichst.
- Das Informationsschreiben abwarten. Erst wenn die Leitstelle dir schriftlich mitteilt, dass du starten darfst, geht es los. Wichtig: Als Beginn der Beratung zählt bereits der Abschluss des Beratungsvertrags. Ein vorab unterschriebener Vertrag kostet dich den kompletten Zuschuss.
- Beratung durchführen. Wir erarbeiten gemeinsam deine Marketing- und Wachstumsstrategie, von der Analyse bis zu konkreten Maßnahmen, und du bekommst den Beratungsbericht direkt nach Abschluss.
- Verwendungsnachweis einreichen und Zuschuss erhalten. Spätestens sechs Monate nach dem Informationsschreiben gehen Nachweisformular, KMU- und De-minimis-Erklärung, Beratungsbericht, Rechnung und dein Kontoauszug elektronisch an die Leitstelle. Der Kontoauszug ist Pflicht, weil du die Rechnung inklusive Umsatzsteuer vorher vollständig bezahlt haben musst. Barzahlung oder Verrechnung mit dem Berater schließen die Förderung aus.
Den genauen Ablauf und die Antragsformulare findest du direkt beim BAFA. Wir begleiten dich durch den Prozess, damit nichts an einer Formalie scheitert.
Wie Collective Brain dich unterstützt
Collective Brain entwickelt individuelle Marketingstrategien für kleine und mittlere Unternehmen: fundierte Analyse, klare Strategie und Maßnahmen für Sichtbarkeit, Reichweite und Kundengewinnung. Wir verbinden Beratung, Planung und Umsetzung, damit die Strategie nicht auf dem Papier bleibt, sondern spürbare Ergebnisse bringt. Einen Eindruck unserer Arbeit bekommst du in unseren Cases und auf der Über-uns-Seite.
Mit der BAFA-Förderung sinkt die finanzielle Hürde erheblich. Du sicherst dir professionelles Marketing-Know-how, ohne das volle Kostenrisiko zu tragen.
Häufige Fragen
Ist Marketingberatung wirklich BAFA-förderfähig?
Ja. Gefördert werden Beratungen zu wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung, dazu zählen Marketing- und Vertriebsstrategie. Voraussetzung ist eine individuelle Beratung mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Nicht gefördert werden reine Werbungskosten, Seminare oder überwiegend rechtliche und steuerliche Beratung.
Wie viel muss ich selbst zahlen?
Bei einer Bemessungsgrundlage von 3.500 Euro trägst du in den alten Bundesländern 50 Prozent selbst (Zuschuss bis 1.750 Euro), in den neuen Bundesländern nur 20 Prozent (Zuschuss bis 2.800 Euro). Liegen die Beratungskosten höher als 3.500 Euro, zahlst du den übersteigenden Teil selbst.
Wie viele Beratungen werden gefördert?
Maximal zwei Beratungen pro Jahr und insgesamt bis zu fünf Beratungen innerhalb der aktuellen Richtlinie, die bis zum 31. Dezember 2026 läuft.
Wann muss ich den Antrag stellen?
Vor Beginn der Beratung, und du musst zusätzlich das Informationsschreiben der Leitstelle abwarten. Als Beginn zählt laut Förderrichtlinie schon der Abschluss des Beratungsvertrags. Wer vorher startet, verliert den Zuschuss. Plane also etwas Vorlauf ein.
Muss die Beratung noch 2026 stattfinden?
Nein. Die Förderrichtlinie gilt für Anträge, die bis zum 31. Dezember 2026 gestellt werden. Die Beratung selbst darf danach laufen. Deinen Zeitrahmen setzt der Verwendungsnachweis: Er ist spätestens sechs Monate nach dem Informationsschreiben der Leitstelle fällig.
Wird das Programm nach 2026 fortgesetzt?
Die Richtlinie läuft über den Europäischen Sozialfonds Plus und ist auf Anträge bis zum 31. Dezember 2026 begrenzt. Ein Nachfolgeprogramm hat das Bundeswirtschaftsministerium bislang nicht veröffentlicht. Planen lässt sich deshalb nur mit einem Antrag in diesem Jahr.
Quellen & Referenzen
- BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU, offizielle Programmseite mit Konditionen und Antragsweg. bafa.de
- Förderdatenbank des Bundes: Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows, Laufzeit und Fördersätze. förderdatenbank.de
- Förderrichtlinie „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU” vom 14. Dezember 2022, Volltext mit Fördersätzen, Beratungsinhalten, Verfahren und Geltungsdauer (Nummer 8). bafa.de
- ESF Plus Deutschland: Programmsteckbrief mit Laufzeit 01.01.2023 bis 31.12.2026 und Zuständigkeit von BMWE und BAFA. esf.de