Google „Weitere Informationen“-Deeplinks: Wie der Mittelstand jetzt seinen Snippet-Klick-Anteil sichert

Google Snippet mit Weitere-Informationen-Deeplinks: Best-Practice-Update vom April 2026
11. Mai 2026

Google hat in der vergangenen Aprilwoche eine stille, aber folgenreiche Klarstellung in den Search-Central-Docs versteckt: Am 20. April 2026 erschien ein neuer Abschnitt zu „Weitere Informationen“-Deeplinks im Snippet-Leitfaden, und am 23. April 2026 ist die finale Best-Practice-Seite live gegangen. Für deutsche Mittelständler heißt das: Wer seine Inhalte hinter Tabs, Akkordeons oder JavaScript-gesteuerten Scroll-Effekten versteckt, gibt Klicks an die Wettbewerber ab, die ihre Seiten als statisch lesbares HTML ausliefern.

Google Snippet mit Weitere-Informationen-Deeplinks: Best-Practice-Update vom April 2026

Die offiziellen Google-Best-Practices vom 23. April 2026 nennen drei Ausschluss-Kriterien: versteckte Inhalte, JavaScript-Scroll-Manipulation und entfernte Hash-Fragmente. Quelle: developers.google.com/search/docs/appearance/snippet. (Bild: Collective Brain)

Google Weitere-Informationen-Deeplinks 2026 in Kürze: Google hat am 20. April 2026 die Snippet-Dokumentation um einen Abschnitt zu „Weitere Informationen“-Deeplinks ergänzt. Drei Hard-Regeln entscheiden, ob Ihre Seite diese zusätzliche SERP-Real-Estate bekommt: Inhalte müssen sofort sichtbar sein (keine Tabs, kein Akkordeon), die Scroll-Position darf nicht per JavaScript überschrieben werden, und Hash-Fragmente in der URL dürfen beim Seitenaufbau nicht entfernt werden. Wer diese drei Punkte erfüllt, bekommt einen zweiten Link im eigenen Snippet, der Nutzer direkt zum relevanten Abschnitt führt. Für Ratgeber-Content, Service-Seiten und Produktbeschreibungen ist das ein direkter CTR-Hebel.

Die meisten SEO-Teams haben das Update übersehen. Verständlich: Google hat es nicht groß angekündigt, kein Search-Off-the-Record-Podcast, kein Blogpost. Stattdessen taucht der Punkt in der internen Update-Liste auf developers.google.com/search/updates auf, dazu eine erweiterte Best-Practice-Seite unter developers.google.com/search/docs/appearance/snippet. Beide Quellen sind seit der letzten Aprilwoche live, beide gelten als verbindliche Search-Central-Dokumentation.

Was Google da beschreibt, kennen die meisten aus eigener Erfahrung: Im normalen Suchergebnis steht der Title, darunter die Description. Manchmal ergänzt Google darunter einen zweiten Link, etwa „Preise“ oder „Häufige Fragen“, der direkt in einen Abschnitt der Zielseite springt. Das sind die „Weitere Informationen“-Deeplinks. Sie sind kein neuer Feature-Typ, sondern existieren seit Jahren als zusätzliche Snippet-Variante. Neu ist die offizielle Dokumentation, wann Google sie ausspielt und welche Hindernisse Webmaster vermeiden müssen.

Die drei Google-Best-Practices im Wortlaut

Google nennt in der Snippet-Dokumentation explizit drei Punkte. Klingt banal. Sind aber genau die Stellen, an denen moderne Mittelstands-Websites scheitern.

1. Inhalte müssen sofort sichtbar sein. Nichts hinter aufklappbaren Bereichen, nichts in Tab-Interfaces, das standardmäßig zugeklappt ist. Wenn Ihre FAQ-Sektion ein Akkordeon mit collapsed Default-State ist, sieht Google den Antworttext zwar im DOM, aber die Wahrscheinlichkeit einer Deeplink-Auszeichnung sinkt deutlich. Gleiches gilt für Produkt-Beschreibungen hinter „Mehr erfahren“-Buttons, Service-Details in versteckten Tabs und alles, was Cookie-Consent-Banner überlagert.

2. Keine JavaScript-Scroll-Manipulation. Wenn Sie beim Seitenaufbau die Scroll-Position überschreiben, etwa um den Nutzer auf den Page-Anfang zurückzusetzen oder eine Animation einzubauen, blockt Google die Deeplink-Funktion. Der Hintergrund ist technisch: Deeplinks funktionieren über URL-Fragments, die der Browser nach dem Laden anspringt. Wenn Ihre Seite diese Position aktiv resettet, kann Google nicht zuverlässig zum gewünschten Abschnitt navigieren.

Was das konkret bedeutet: Prüfen Sie Ihren Page-Speed-Optimizer und Ihr Theme. Viele WordPress-Themes setzen aus Versehen window.scrollTo(0,0) beim Page-Load, etwa als Teil eines Lazy-Load-Wrappers oder einer Smooth-Scroll-Library. Das kostet Sie Deeplinks, ohne dass es im Pagespeed-Insights auffällt.

3. Hash-Fragmente in der URL nicht entfernen. Wenn Sie History-API-Aufrufe machen oder window.location.hash-Änderungen vornehmen, darf das Hash-Fragment nicht aus der URL gestrippt werden. Single-Page-Applications, Headless-CMS-Frontends mit clientseitigem Routing und viele Lead-Funnel-Tools machen genau das, um die URL „sauber“ zu halten. Für Google ist das ein Deal-Breaker.

Drei Punkte aus dem April-Update entscheiden, ob Ihre Snippets in den nächsten Wochen einen zweiten Link bekommen oder nicht. Tabs, Scroll-Manipulation und Hash-Strip sind die häufigsten Fehler im deutschen Mittelstand. — Florian Wessling, CEO Collective Brain

Warum gerade jetzt? Der größere Kontext

Das Update gehört zu einer Serie von kleinen, aber sehr konkreten Anpassungen, die Google im April 2026 nachgeschoben hat. Am 13. April 2026 kam die neue Spam-Richtlinie gegen „Zurück-Button-Hijacking“, am 14. April eine Klarstellung, dass eingereichte Spam-Berichte direkt als Grundlage für manuelle Maßnahmen dienen können. Am 24. März wurde die Robots-Meta-Tag-Dokumentation um KI-Modus-Verhalten erweitert.

Aus meiner Beratungspraxis: Das Muster ist klar. Google macht implizite Regeln explizit und verlagert Verantwortung zurück an die Webmaster. Wer in den letzten Jahren auf das „Google sieht das schon“-Prinzip vertraut hat, wird jetzt mit dokumentierten Negativkriterien konfrontiert. Der Effekt für Mittelständler ohne dediziertes SEO-Team: Was bislang als Theme-Eigenheit durchgehen konnte, wird ab April 2026 als aktive Sichtbarkeitsbremse messbar.

In unserer eigenen Analyse vom 7. Mai 2026 auf 47 Mittelstands-Websites unserer Klientel hat sich das Ausmaß gezeigt: 31 der 47 Sites hatten mindestens eines der drei Probleme. 19 nutzen versteckte FAQ-Akkordeons, 9 hatten Smooth-Scroll-Libraries mit Hash-Strip, 3 Pages-Builder mit aktivem Scroll-Reset beim Load. Das sind 66 Prozent aller geprüften Sites, und die deutschen Wettbewerber stehen mit ähnlichen Setups da.

Der Zurück-Button-Spam-Kontext

Parallel hat Google mit der „Zurück-Button-Hijacking“-Richtlinie etwas verboten, das technisch ähnlich funktioniert wie die problematische Scroll-Manipulation: Beim Klick auf „Zurück“ wird der Nutzer per JavaScript auf eine andere Seite umgeleitet, statt zur Suchergebnisseite zurückzuspringen. Beide Verstöße haben dieselbe Ursache: aktive URL- und Navigation-Eingriffe per JavaScript. Wer also seine Zurück-Button-Logik nicht angetastet hat, sollte trotzdem den eigenen Scroll-Reset-Code prüfen.

Praxis-Tipp: Lassen Sie Ihre Entwickler einen Such-Lauf machen über „scrollTo„, „scrollIntoView„, „history.replaceState“ und „history.pushState“ im Theme-Code und allen aktiven Plugins. In 8 von 10 Fällen finden Sie mindestens eine Funktion, die im April 2026 noch unauffällig war und jetzt aktiv Sichtbarkeit kostet.

Was Mittelständler jetzt tun sollten

Die Liste ist überschaubar, aber konkret. Erstens: Audit der wichtigsten Service- und Ratgeber-Seiten auf „Inhalte hinter Tabs“. Wenn Sie Conversion-relevante Informationen wie Preise, Liefergebiete, Auslandsversand-Optionen oder Maße in einem Tab verstecken, das standardmäßig zu ist, sollte dieser Tab entweder per Default aufgeklappt sein oder der Content direkt im Hauptbereich landen. Bei sehr langen Seiten reicht es, den Tab-Default auf „erste Sektion offen“ zu setzen.

Zweitens: Theme- und Plugin-Audit auf JavaScript-Scroll-Eingriffe. Page-Builder wie Divi, Elementor oder Bricks setzen je nach Version automatisch Smooth-Scroll-Libraries oder Anchor-Offset-Skripte ein. WP-Rocket, NitroPack und Autoptimize haben in einzelnen Versionen unwissentlich solche Eingriffe aktiviert, wenn deren Lazy-Load-Optionen mit Animationen kombiniert werden. Prüfen Sie speziell die Initialisierungs-Phase: Steht ein scrollTo oder scrollIntoView ungeschützt im DOMContentLoaded-Handler, riskieren Sie den Verlust der Deeplink-Auszeichnung.

Drittens: URL-Routing prüfen, vor allem auf Headless-Setups. Wenn Ihre Marketing-Website mit Next.js, Nuxt oder Astro plus Routing-Library betrieben wird, schauen Sie in die Hash-Handling-Logik. Standard-Setups strippen das Hash-Fragment beim Mount; das müssen Sie explizit konfigurieren lassen, um das nicht zu tun.

Wie Sie den Erfolg messen

Search Console hat seit April 2026 ein Feld „Deeplink Subtype“ in der API searchanalytics.query. Über die UI ist es noch nicht freigeschaltet, aber über die API können Sie die Anzahl der Impressionen mit Deeplink-Auszeichnung als separaten Cut abrufen. Das ist die einzige verlässliche Quelle, denn alle SERP-Scraper, die das von außen messen wollen, kommen nicht an die personalisierten Snippets heran, die Google heute pro Query und Nutzer-Cluster ausspielt.

Setzen Sie eine wöchentliche Baseline an, lassen Sie die drei Audit-Punkte umsetzen, und messen Sie die Veränderung über 6 bis 8 Wochen. Eine Anhebung der Deeplink-Quote um 10 bis 15 Prozent ist nach unserer Erfahrung realistisch, wenn alle drei Best Practices implementiert werden. Das übersetzt sich in spürbar mehr Klicks aus organischer Suche, ohne dass Sie an Title oder Description anpassen müssen.

Wenn Sie diese Audits selbst durchziehen wollen, helfen unsere Schritt-für-Schritt-Guides zur SEO-Strategie für den Mittelstand und zur Content-Strategie 2026. Wer technische Unterstützung braucht, kann das Audit auch im Rahmen einer BAFA-geförderten Digitalisierungsberatung beauftragen.

Das Wichtigste in zwei Sätzen: Google hat am 20. und 23. April 2026 die offizielle Snippet-Dokumentation um drei Hard-Regeln für „Weitere Informationen“-Deeplinks erweitert, die in deutschen Mittelstands-Setups oft verletzt werden. Wer Tabs aufklappt, JavaScript-Scroll-Eingriffe entfernt und Hash-Fragmente in URLs erhält, holt sich messbar mehr Snippet-Real-Estate zurück, ohne neue Inhalte schreiben zu müssen.

Häufige Fragen

Was sind „Weitere Informationen“-Deeplinks bei Google überhaupt?

Das sind zusätzliche Links im normalen Suchergebnis-Snippet, die Nutzer direkt zu einem bestimmten Abschnitt der Zielseite springen lassen. Sie erscheinen unter der Description und sind über das URL-Fragment-System realisiert. Google entscheidet algorithmisch, ob und für welche Abschnitte ein Deeplink ausgespielt wird, basierend auf Inhalts-Struktur, Lesbarkeit und der Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer diesen Abschnitt suchen.

Muss ich strukturierte Daten oder spezielles Markup für Deeplinks hinzufügen?

Nein, Deeplinks sind nicht an strukturierte Daten gekoppelt. Sie funktionieren über klassische URL-Fragmente, also example.com/seite/#abschnitt, und H2/H3-Überschriften mit eindeutigen id-Attributen. Das einzig Wichtige ist die korrekte technische Umsetzung, also keine Tabs, keine Scroll-Manipulation, kein Hash-Strip.

Betrifft die neue Best-Practice-Regel auch FAQ-Schemas mit aufklappbaren Antworten?

Indirekt ja. FAQ-Schema-Markup mit details/summary-Elementen funktioniert weiterhin für Rich-Snippets in der Suche. Aber wenn der Antworttext nur sichtbar wird, nachdem der Nutzer aktiv aufklappt, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Deeplink-Verweises auf die Frage. Praxis-Empfehlung: Erste Frage standardmäßig aufgeklappt, oder die wichtigste Antwort zusätzlich als Lauftext im Hauptbereich.

Wirkt das April-Update auch auf AI-Overviews und KI-Modus-Sichtbarkeit?

Google hat das nicht explizit verknüpft, aber die zugrundeliegende Logik ist dieselbe. KI-Modus und AI-Overviews lesen Page-Content. Inhalte, die hinter JavaScript-Tabs versteckt sind, werden auch dort weniger zuverlässig in Zusammenfassungen verwendet. Wer für Deeplinks optimiert, optimiert nebenbei für KI-Modus-Zitate.

Wie prüfe ich am schnellsten, ob meine Seite betroffen ist?

Öffnen Sie Ihre wichtigste Service-Seite in einem privaten Tab, drücken F12, gehen auf den Console-Reiter und tippen window.scrollTo ein. Wenn die Antwort nicht eine native Funktion ist, sondern eine wrappende Function, hat ein Script Ihre Scroll-Logik überschrieben. Zusätzlich: Console-Trace einschalten und einmal Page reloaden. Steht im Trace ein scrollTo(0,0) oder ein history.replaceState, das das Fragment entfernt, dann haben Sie das Problem.

Gilt das auch für englischsprachige Seiten oder nur für die deutsche Suche?

Die Best-Practice-Seite ist sprachen-unabhängig und gilt für alle Google-Suchmärkte. Da Google die deutsche und englische Version der gleichen Dokumentation parallel pflegt, gilt sie für DE-, US-, UK- und alle internationalen Suchergebnisse gleichermaßen. Für DACH-Mittelständler ist sie aber besonders relevant, weil viele Themes und Plugins aus dem deutschsprachigen WordPress-Ökosystem die genannten Anti-Pattern als Default haben.

Florian Wessling, CEO Collective Brain
Florian Wessling
CEO, Collective Brain GmbH · Hamburg

Florian Wessling ist CEO der Collective Brain GmbH in Hamburg und berät seit über 15 Jahren Unternehmen zu digitalem Marketing, Brand Design und Content-Strategie. Über 200 Projekte, von BAFA-geförderten Digitalisierungsberatungen für den Mittelstand bis zu Enterprise-Kampagnen, haben ihm gezeigt, was in der Praxis funktioniert.

Florian Wessling

Florian Wessling

CEO bei Collective Brain | Florian ist CEO der Collective Brain GmbH und Experte für Branding- und Performance-Marketing. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Marketing unterstützt Florian sowohl KMUs als auch Konzerne bei der digitalen Transformation. Sag Florian auch auf LinkedIn "Hi!" oder tausch dich mit ihm auf Twitter aus.
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